Im aufblasbaren Friseursalon – Willi Landls Ausflug ins Leben
Wen oder was? Den guten Geschmack? Genau. Im überaus geschmeidigen Tonfall der Lässigkeit ruppt der Landl am Jazz rum. Seine Verse scheinen wie auf einer heißen Ofenplatte vergessen, dort brennen sie an. Es tut gut, im Reimgeflecht jederzeit an der Nase herumgeführt zu werden.
Das Harmlose wird immer wieder ins Absurde gewälzt. Und beim Mitsummen beginnt man mit dem Verstummen. Zeigt Landl an, er will links abbiegen, fährt er nach rechts. Alles auf der schnurgeraden Straße seiner Musik, die nur so blinkert und blitzt. Mal wie in einer Cocktailbar, mal wie in einer Kochnische Landls selbst. Halleluja. Kinderlied und Eislers Zeitungsausschnitte – wiedervereinigt.
Wenn es neben Stücken über die „Arbeiter von Wien“ oder einem „Stahlarbeiterlied“ eine Hommage an Bob oder Ursula gibt, dann kringelt man sich glattwegs auf dem Boden. Spaßmusik ist es deswegen lange nicht. Man könnte es auch simpel anders auffassen. Hier ist man „Mitten im Leben“ – ohne jeden ästhetischen Lampenschirm der Beschönigung. Der Bruch ist notwendig. Der Gedanke an die Zeitungsausschnitte von Eisler ist nicht ganz von der Hand zu weisen.
Das geht über die Lippen von Willi Landl wie einstmals die Rama-Werbung. Nur liegen hier eben neben Marmelade ein paar stinkige Socken auf dem Frühstückstisch.
Man muss es mögen – dieses brutale Changieren zwischen New-Wave-Disko-Substanz und lyrischer Banalität, aber dann macht es riesigen Spaß. Das Jazz-Lied wird bei Landl entsubstanzialisiert und reanimiert, nur um es noch besser töten zu können. Wurde aber auch mal Zeit.
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