Kölner Opern-Chef zum Generaldirektor der Berliner Opernstiftung ernannt
Rosinski bleibe aber weiterhin kaufmännischer Geschäftsführer des Bühnenservices der Opernstiftung, teilte ein Sprecher der Kulturverwaltung mit. Er hatte die Verantwortung für die Opernstiftung kommissarisch übernommen, nachdem der ehemalige Generaldirektor Michael Schindhelm im Februar 2007 wegen andauernder Querelen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf eigenen Wunsch sein Amt niedergelegt hatte.
Auch das Verhältnis zwischen Rosinski und Wowereit, der zugleich für die Kultur verantwortlich ist, gilt seit längerem als belastet. Er hatte dem Regierungschef Ideen- und Konzeptionslosigkeit vorgeworfen.
Raddatz war zuvor unter anderem Verwaltungsdirektor der Landesbühne Niedersachsen und Kaufmännischer Geschäftsführer am Schauspielhaus in Hamburg. Daneben arbeitete er zeitweise kommissarisch als künstlerischer Leiter der Kölner Oper.
Der CDU-Kulturpolitiker Michael Braun kritisierte die Ablösung Rosinskis als «nächsten Akt in der Tragödie der Berliner Oper». Mit dessen Rausschmiss entledige sich Wowereit eines «kritischen, aber stets am Wohl seiner Einrichtung orientierten Kulturmanagers». Selbstständiges Denken sei in Berlin ebenso wenig gefragt wie eigenständiges Handeln, schlussfolgerte Braun. Zugleich wolle Wowereit mit der Personalie von seiner «misslungenen Berufung Jürgen Flimms zum neuen Intendanten der Staatsoper» ablenken. Die Ernennung des 67-Jährigen war kritisiert worden, weil er nicht für einen Aufbruch stehe.
Der FDP-Kulturpolitiker Volker Thiel betonte, der Regierende Bürgermeister sei mit seiner Funktion als Kultursenator überfordert. Erst sei Schindhelm in die «Wüste geschickt» worden, jetzt sein Nachfolger. Es reiche jedoch nicht aus, Personen zu wechseln, wenn die Struktur nicht stimme. Die Konstruktion eines gemeinsamen Daches aller drei Opern mit einem Generaldirektor, dessen Befugnisse und Aufgaben unklar und dessen Autorität gegenüber den einzelnen Bühnen und den politisch Verantwortlichen gering sei, sei von Anfang an eine «kulturpolitische Missgeburt» gewesen. Die Opernstiftung könne nur sinnvoll arbeiten, «wenn der Generaldirektor mehr ist als ein bloßer Frühstücksdirektor». Thiel kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung des Kulturausschusses im Abgeordnetenhaus zu setzen.
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