Lieber Felix Mendelssohn Bartholdy, kein Platz für dich auf dem roten Teppich
»Neben den Laudatoren Justus Frantz, Geraldine Chaplin und Ornella Muti werden u.a. die Tatortkommissarin Simone Thomalla erwartet, die erstmals nach ihrer Trennung von Rudi Assauer öffentlich auftritt„« Steht das doch wirklich da und somit ist Rudi Assauer durch seine Abwesenheit ebenso präsent. Wie schön hier mit der bunten Galawelt doch gearbeitet wird.
»Weitere Gäste sind die ehemalige deutsche Eisschnellläuferin und heutige Fernsehmoderatorin Franziska Schenk, die in New York geborene Schauspielerin Cheryl Shepard (‚In aller Freundschaft‘) und die ‚erotischste Newsfrau Deutschlands‘, Mareile Höppner (‚Brisant‘).« Das zieht einem dann ja doch die Socken aus. Also ist auch was für die Männer zum Angucken da. Genauer besehen wirkt diese Gästeliste wie die Besetzungslist für das nächste RTL-Dschungel-Camp. Geburtstagskind Felix hätte sein Vergnügen gehabt.
Musik:
Totenstille und Freie Fahrt für Gala op. 48
Und die Presse soll darüber berichten, für sie ist ja ein besonderer Platz reserviert. »Für die akkreditierte Presse gibt es die Möglichkeit, die prominenten Preisträger, Laudatoren und Gäste am 2.2.09 im Gewandhaus zu Leipzig ab 18 Uhr am roten Teppich zu erleben und zu fotografieren.« Da sei die Frage gestattet, worum geht es bei diesem Preis eigentlich? Die Frage scheint sich selbst zu beantworten: Ist doch egal, Hauptsache, man hat einen Grund etwas herumzuspektakeln.
Wer dieser Felix ist, das stellt die Ankündigung der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung klar, denn sie »hat am Montag anlässlich des Mendelssohnjahrs 2009 eine neue Internetseite über den herausragenden und während der NS-Zeit verfemten Musiker des 19. Jahrhunderts online gestellt.« Herausragend und verfemt. Man hat selten so eine lapidare Aufzählung gelesen. Sachlich mag das ja korrekt sein – sofern man herausragend als Sachhinweis verstehen darf. Genauso schlecht hätte man vom Wunderkind und Goethe-Freund sprechen können, vom Entdecker und Musikreisenden …
Aber ehrlich gesagt scheint auch das alles nur wenig von Belanglang sein. Letzterer wagt sich immerhin an Musik von Mendelssohn Bartholdy. Einem Land entstammend übrigens, das für die Realisierung der Menschenrechte wie man weiß nicht all zu viel übrig hat. Mag sein, dass sein Auftreten bei der Gala die Eintrittskarte ist, um als nächster Preisträger gewürdigt zu werden. Vielleicht wäre es daher jetzt an der Zeit, auf die beiden Preisträger-Ensembles hinzuweisen, die den Felix Mendelssohn Bartholdy Wettbewerb 2009 gewonnen haben und damit tatsächlich einen Preis verdient haben: Michael Christensen & Chi-Hsien Kuan Klavierduo (Hochschule für Musik Saar) und das Almandin-Quartett Streichquartett (Hochschule für Musik und Theater Hannover). Dieser Preis wird an außergewöhnlich begabte, fortgeschrittene Studenten und Studentinnen der Musikhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland vergeben und ist damit ganz sicher der innovativere Preis.
Und ich wiederhole, wen interessiert das schon, wenn man Geschichten von Trennungen einiger Prominenter vor das Kunsthaus schütten kann und mit angeblich erotischen Newsfrauen lockt. Eben! Niemanden, wichtig ist allein die spektakuläre Aktion. Felix, willkommen im 21. Jahrhundert.
Vielleicht ergits sich ja noch eine neue Liäson zwischen Stumpi und Thomalla. Und eine neue Bierwerbung könnte dann auch mal rausspringen.
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felix mendelssohn-bartholdy
ist doch schon alles geschehen und vergangenheit ( heute am 8,2,), aber es zeigt doch, wie nebensächlich der grund einer solchen veranstaltung ist. hauptsache sehen und gesehen werden, die oberflächlichkeit der illustrierten *bunten* welt, manifestiert sich wieder einmal deutlich im realen leben.
felix mandessohn-bartholdy klingt ja so seriös, das kann ja nur gut für das image sein. ;-((
felix mendelssohn-bartholdy
correctur meines textes:
der name muß natürlich felix mendelssohn-bartholdy lauten
pardon für den tippfehler!
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