München: Alban Bergs «Wozzeck» an der Bayerischen Staatsoper begeistert gefeiert
Bergs «Wozzeck» war die mit Spannung erwartete zweite Premiere in der Amtszeit des neuen Staatsopernintendanten Nikolaus Bachler. Die musikalische Leitung der etwa zweistündigen Aufführung lag in den Händen von Generalmusikdirektor Kent Nagano. Nagano nahm den Beifall für sich und das Bayerische Staatsorchester unter dem wohlwollenden Gelächter des Publikums barfuß entgegen. Kriegenburg und Thor hatten nämlich für ihre detailgenaue Inszenierung die gesamte Bühne des Münchner Nationaltheaters unter Wasser gesetzt. In dem dunklen See fristen verarmte Menschen ihr Dasein und gieren nach jedem Brocken Nahrung und jedem Geldstück, das ihnen hingeworfen wird.
Über dem Wasser schwebt ein schmutzig-weißer Bühnenkasten, in dem sich das traurige Familienleben des Soldaten Wozzeck zuträgt.
Wozzeck, ein Ausgestoßener der Gesellschaft, leidet unter seiner Armut und unter Schreckensvisonen. Er wird von seinem Vorgesetzten seelisch schikaniert, von einem Arzt in medizinischen Versuchen gequält und von einem Tambourmajor gehörnt. Obwohl er die untreue Marie, mit der er ein uneheliches Kind hat, tötet und schließlich sich selbst ertränkt, erscheint er als einzige moralisch aufrechte Gestalt der Tragödie.
Alban Berg (1885-1935), ein Schüler des Zwölftonkomponisten Arnold Schönberg, begann mit der Komposition seines «Wozzeck» schon während seiner Zeit als Soldat im Ersten Weltkrieg. Er beendete die Oper nach einem Dramenfragment Georg Büchners in den Jahren 1918 bis 1921. Uraufgeführt wurde das Werk am 14. Dezember 1925 in Berlin. Bergs «Wozzeck» gilt als eines der Hauptwerke der klassischen Moderne.
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