Streit über zu geringe Lizenzabgaben bei Musikvideospielen
So klagte Warner-Music-Chef Edgar Bronfman bereits im vergangenen Sommer vor Analysten darüber, dass die Lizenzabgaben, die von den Spieleentwicklern an die Labels gezahlt werden, viel zu gering seien. Das Geld, das Warner für die Benutzung seiner Songs bekomme, sei dürftig, so Bronfman. Wenn die Publisher nicht bereit wären, mehr aufzubringen, werde Warner die Spiele nicht mehr lizenzieren.
Als Reaktion darauf will der Rock-Band-Publisher MTV Games nun Künstler aus dem Warner-Katalog boykottieren, wie aus informierten Kreisen zu vernehmen ist. Eine offizielle Bestätigung dazu gibt es bisher zwar nicht, nützen würde eine Eskalation des Lizenzstreits aber keiner Seite. Wie das Wired Magazine berichtet, scheint es zwar tatsächlich üblich zu sein, dass Games-Entwickler besonders preisgünstige Synchronisations-Lizenzverträge abschließen. Im Vergleich dazu kassiert etwa die NFL 30 Prozent der Erträge für jedes lizenzierte Football-Spiel. Dennoch wäre sowohl Musikfirmen als auch den Videospielherstellern gedient, wenn sie miteinander und nicht gegeneinander arbeiten würden.
Dass die Musikgames für Künstler durchaus eine gute Geldquelle bieten können, zeigte sich bereits am Beispiel Aerosmith. Die Rocker nahmen über "Guitar Hero: Aerosmith" mehr ein als mit irgendeiner Single in der Bandgeschichte. Die Labels wären daher gut beraten, solche Projekte und Spieletitel stärker zu forcieren und diese direkt in ihre Vermarktungsstrategien mit einzubeziehen. Durch die Online-Plattformen der neuen Konsolengeneration könnten die Games sogar zu einem direkten Verkaufskanal für Musik werden und damit auch zur Konkurrenz von Internet-Stores wie iTunes. Anders als Warner hat Universal Music sich nicht damit aufgehalten über Lizenzabgaben zu diskutieren. Der Mutterkonzern Vivendi kaufte stattdessen den Guitar-Hero-Publisher Activision auf und brachte das Erfolgsgame damit ins eigene Haus.
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