Zuhören ist Widerhallen: Auftakt beim Festival „Zukunftsmusik“ im Stuttgarter Raum


(nmz) -
Während Stuttgart-21-Gegner am Freitagabend im Stuttgarter Schlossgarten mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen lärmend ihrem Unmut über die unsäglichen Ereignisse des Vortags Luft machten, ging es im Zentrum an der Halle in Ostfildern besinnlicher zu. Im Eröffnungskonzert des Großprojekts „Zukunftsmusik“, das sich als „Festival innovativer Musik“ vom 1. bis 10. Oktober in Stuttgart und Umgebung der Vermittlung zeitgenössischer Musik widmet, waren zwar gut 200 Musizierende beteiligt – neben Profis wie den Neuen Vocalsolisten und dem Percussion Ensemble Stuttgart vor allem Kinder und Jugendliche der Musikschule Ostfildern und 128 singende Erwachsene der Stadt.
07.10.2010 - Von Verena Großkreutz

Dennoch bewegte sich Paolo Perezzanis neuestes Werk "Au bord du sens" (Am Saum des Sinns) meist in ruhigen Gefilden. Die gut 50-minütige Musik kommt ohne Text aus, es werden aber permanent kluge Worte des französischen Philosophen Jean-Luc Nancy und einiger seiner Kollegen an die Wand projiziert: "Zuhören ist Widerhallen" oder "Indem er den Raum überflutet, überflutet der Klang auch die Zeit" oder "Die Stimme setzt ein, wo der Rückzug des Einzelnen beginnt". Bedeutungsvolle Sätze, die das Hören wahrscheinlich in eine bestimmte Richtung lenken wollen, doch letztlich illustrativ bleiben. Denn das Werk erklärt sich problemlos aus sich selbst heraus. Seine besondere Wirkung erzielt es durch die ungewöhnliche Hörperspektive.

Das Publikum sitzt in der Mitte, die Ensembles sind drumherum positioniert: Die vier Jugendorchester aus Gitarren, Flöten und Streichinstrumenten in den vier Ecken, die acht Solisten, die vier Schlagzeuger und die acht Chöre an den Seiten. Dadurch entsteht ein akustischer Surround-Sound aus Instrumenten und Stimmen. Man sitzt im Zentrum des Klangs, badet quasi in wogenden Klangmassen, fühlt die Wellenbewegungen unmittelbarer, als dies in der traditionellen Konzertsituation der Fall wäre. Lange Passagen des Solistenensembles, das sich des typischen Stimmvokabulars der Neuen Musik inklusive Schreien, Bibbern und Zischen bedient, werden immer wieder durch dissonante Klangmassierung kontrastiert. Jetzt dürfen die jugendlichen Instrumentalgruppen geräuschhaft vor sich hin improvisieren, bilden etwa das Echo der Perkussionsinstrumente durch einfaches Schrammeln auf der Gitarre oder Tremolieren auf der Geige – schöne Klangeffekte entstehen so. Eine Uhr auf dem Monitor gibt den Kindern die Sekunden an, in den Noten ist der Zeitpunkt und die Dauer des Einsatzes notiert und mit Hinweisen auf die Lautstärke versehen. So kann Andrea Molino am Dirigierpult sich auf die komplexeren Vorgänge zwischen Solisten und Chören konzentrieren.

Das Festival "Zukunftsmusik" sucht bewusst seine Mitwirkenden und sein Publikum an Orten des kommunalen Kulturlebens. Man will innerhalb vertrauter Strukturen Neugierde für das Neue wecken. Veranstalter sind das Netzwerk Süd, das sich seit 2008 und bis 2011 – finanziert über das Netzwerk Neue Musik der Bundeskulturstiftung – unter dem Dach von Musik der Jahrhunderte der Vermittlung von Neuer Musik in der Stuttgarter Region widmet. Für "Zukunftsmusik" hat sich das Netzwerk Süd mit einem anderen Netzwerk zusammengetan: Mit dem Verein KulturRegion Stuttgart, einem Zusammenschluss von 38 Städten und Gemeinden, die seit 1991 durch gemeinsame Kulturprojekte das Erscheinungsbild der Region mitprägen wollen. Für das Festival wurden zwölf Komponisten mit Projekten beauftragt, die speziell in einer schwäbischen Klein- oder Mittelstadt umzusetzen sind und die Menschen vor Ort einbeziehen.

Arbeitsmarktplatz Esslingen

Mit dabei ist auch Esslingen. Hier startete der politisch ambitionierte Johannes Kreidler am letzten Samstagmittag im Schwörhof seine Performance "Arbeitsmarktplatz Esslingen", in der er selbst mit Zylinder den Ton angab. Beteiligte außerdem: Mitglieder des SWR Vokalensembles, die singende Polizisten mimten, Schlagzeuger, Musiker der Esslinger Musikschule und Mitglieder des Jugend-Theaters Stage Divers(e). Johannes Kreidler interessierte vor allem die Tatsache, dass in Esslingen 1894 das erste Arbeitsamt gegründet wurde und versuchte in seinem Festival-Beitrag eine Reflektion darüber,

Er spielt mit Klischees zum Thema Arbeitszeit, Arbeitslosigkeit und Vollbeschäftigung. Zum endlos repetierten Ton E (gleich Euro) und einer abzählenden Roboterstimme etwa mimen Jugendliche ferngesteuerte Menschenmaschinen, die in der Hierarchie der Arbeitswelt längst zum willenlosen Objekt degradiert wurden und am Ende nach Kurzarbeit und Verlagerung des Produktionsortes nach China entsorgt werden, um dann arbeitslos vor sich hinzudümpeln.

Musikalisch passiert wenig. Das kleine Orchester aus Akkordeon, Klarinetten, Geigen und Klavier ist weitgehend unterbeschäftigt. Meist werden Texte rezitiert, die auf Monitoren ihre Verdopplung erfahren. Finaler Höhepunkt ist die "erste Roboter-Demonstration". Auf einer Rampe stapfen in Reih’ und Glied 100 Spielzeugroboter bewaffnet mit Demo-Plakaten wie "Arbeit für alle" ihrem Untergang entgegen. Denn Polizisten fangen bald darauf an, die hilflosen Plastikmonster zu zerdeppern. Schöner Nebeneffekt: Die anwesenden Kinderseelen bluteten beim Anblick der Zerstörung eines solch hippen Spielzeugs und schritten zur Tat: So fanden einige der futuristischen Puppen unversehrt in glücklichen Kinderarmen Zuflucht. Klasse!

Die Klischeehaftigkeit und der Dilettantismus der Aufführung waren vermutlich Absicht. Vielleicht hätte eine Aufführung auf dem belebten Esslinger Marktplatz mit einem größeren, zufällig anwesenden Publikum den gewünschten Effekt gebracht: Der Schein des Spontanen wäre dann zum Ausdruck gekommen. Im hermetischen Raum des Schwörhofes mit seinem Fachpublikum stand automatisch der Kunstcharakter im Vordergrund, so dass Kreidlers Happening derart plakativ wirkte, dass man sich nicht gewundert hätte, wenn plötzlich "das Gespenst des Kommunismus" höchstpersönlich über den Platz gehuscht wäre.

Festival im Festival

Integriert in "Zukunftsmusik" ist ein kleines Festival im Festival, eine eigene, vom Innovationsfonds Musik der Stadt Stuttgart geförderte Konzertreihe, die Orte in der Landeshauptstadt bespielt. Den Anfang machte am Dienstag "Galerie": ein "musiktheatralischer Parcours", den der Komponist Hannes Seidl und der Videokünstler Daniel Kötter im Stuttgarter Klett-Areal in der Rotebühlstraße unter der engagierten Mitarbeit der Verlagsangestellten angelegt haben.

In 41 Stationen führt diese Klang-Video-Bild-Installation die Besucher einzeln durch die Eingeweide der Klett-Verlage – durch Heizungskeller, Lagerräume, Büros – und macht sie selbst zu Protagonisten der theatralen Aktion. Kein Mensch ist sonst da. Ein Telefon klingelt, man nimmt ab, niemand antwortet. Auf einem Monitor sieht man sich selbst, vor fünf Sekunden den Gang betretend. Schnitt: Ein anderer Mensch passiert dieselbe Stelle. Man dreht sich um, niemand ist hinter einem. Knarzen und Knarren dringt aus der Wand, es grummelt hinter den Türen. Eine alte Rechenmaschine rattert, ein alter Nadeldrucker surrt. In einem Holzverschlag steht ein Fernseher: Eine Klett-Mitarbeiterin parliert über den Kunstcharakter von Arbeitsgeräten. Durch das scheinbar menschenleere Gebäude weht der Nachklang eines Arbeitstages, zeigen sich die Arbeitenden nur geisterhaft im Rückblick. Ein irritierendes Spiel mit der Vergangenheit und Gegenwart, das Spaß macht – obwohl man sich permanent beobachtet fühlt. Kein Wunder: Klett-Mitarbeiter sitzen unsichtbar in Verschlägen, fixieren die einsam Wandelnden, um im richtigen Moment Geräte und CDs zu starten. Aber das erfährt man erst danach.

Weitere Städte, in denen Komponisten in dieser Woche ihre Projekte verwirklichen: Backnang (Mario Verandi), Rechberghausen (Gordon Kampe), Schwäbisch Gmünd (Niklas Seidl), Burgruine Hohenstaufen bei Göppingen (Sergej Newski), Ditzingen (Maximilian Marcoll), Ludwigsburg (Werner Cee), Waiblingen (Christoph Ogiermann), Remseck (Annesley Black), Leonberg (Alan Hilario).

Das ausführliche Programm und weitere Informationen gibt es unter www.zukunftsmusik-das-festival.de

Dossier: 
Netzwerk Neue Musik

Zukunftsmusik Ostfildern/Esslingen

Ihr Artikel über den Auftakt zum überregionalen Festival „Zukunftsmusik“ mit Uraufführungen in Ostfildern und Esslingen hat mich sehr geärgert. Dieses Festival in 12 Städten der Region setzt voraus, dass die Projekte spezifisch für den Ort und an dem Ort entwickelt werden, für den sie bestimmt sind, dies nicht nur vom Komponisten alleine, sondern gemeinsam mit Dramaturgen und den Kulturverantwortlichen der Stadt in Einbindung von Musik- und Theaterensembles, Schulen, interkulturellen Vereinen und Firmen. In Esslingen setzte die Regisseurin Solveig Bauer mit jungen Musikern der städtischen Musikschule, dem Jugendtheaterensemble Stage Divers(e) und Sängern des SWR -Vokalensembles in Zusammenarbeit mit Sabine Brandes vom Kulturreferat Johannes Kreidlers musikalische Komposition dramaturgisch um. Da es sich um genau ein Zwölftel eines großen, überregionalen Festivals handelt, in welchem es ja gerade um die besondere Identität einer Stadt sowie der Betrachtung existentieller gesellschaftlicher Veränderungsprozesse handelt, frage ich mich, wie Sie dazukommen, Ostfildern und Esslingen in einer Art Wettbewerbssituation dar zu stellen. Mich stört insbesondere, dass Ihr Artikel damit beginnt, die Demonstration gegen Stuttgart 21 gegen die musikalische Veranstaltung in Ostfildern zu kontrastieren und gleichzeitig deren wesentlichen Inhalte, gefasst in Worte des Philosophen Jean-Luc Nancy, herabzuwürdigen als wären sie völlige Nebensache. Es mag eine Geschmackfrage sein, ob man eher die eine oder andere musikalische Komposition mag, ob man sich gerne auf Denker einlassen möchte. Innovation bedeutet immer auch die ungewöhnliche Vernetzung von bereits Bestehendem zu neuen Formen. Nicht immer ist für jeden alles sofort verständlich. Ob man sich allerdings als Journalistin wenige Tage nach den Vorkommnissen im Stuttgarter Schlosspark am 30.9.2010 und aller folgenden Diskussionen hinreißen lassen darf, das geschriebene Wort eines Philosophen als illustrativ zu bezeichnen, halte ich für fragwürdig. Außerdem stellen Sie die Mitwirkenden von „Au bord du sens“ in Ostfildern damit auch dar, als seien sie von den Tagesereignissen in Stuttgart völlig unberührt. Da sich unter den Musikern, wie übrigens auch unter den jugendlichen Mitwirkenden von „Arbeitsplatz Esslingen“ Geschädigte der Demonstration vom 30.9. befinden, gibt dem Ganzen eine fast zynische Komponente, zumal Sie hier noch dazu vom „Gespenst des Kommunismus“ reden. Es ist angesichts der mittlerweile bundesweiten Diskussion um gesellschaftliche Veränderungen, sichtbar in Stuttgart und seiner Region, besonders wichtig, interdisziplinär und vor allem unter Einbeziehung der Bürger einer Stadt, über gesellschaftliche Veränderungen nicht nur nachzudenken, sondern sich auf gemeinsame Kommunikationsprozesse mit Blick nach vorne einzulassen. Dies bedeutet nicht, dass Laien nicht wissen, dass sie Laien sind und es bedeutet auch nicht, dass die Auseinandersetzungen um ein Bahnhofsprojekt dazu führen dürfen, dass, „Zukunftsmusik“ im ersten Satz ein Großprojekt genannt wird. Dieses Festival hat erreicht, dass unterschiedlichste Menschen miteinander ins Gespräch kommen und in einem sehr gleichberechtigten Prozess Teil des professionellen Kulturlebens wurden. Dass sich die Esslinger Roboterdemonstration und ihre Zerschlagung durch die Polizei so merkwürdig nahtlos einfügte in die realen traurigen Ereignisse, hätte an dieser Stelle aus einem völlig anderen Blickwinkel betrachtet und diskutiert werden müssen. Tatsächlich ist im Augenblick vor allem geboten, sorgfältig abzuwägen, an welchem Punkt sich unsere Gesellschaft gerade befindet. Das Kulturleben einer Stadt hat hierbei eine wichtige Bedeutung und die Kulturschaffenden, auch die Journalisten, haben dabei eine ganz besondere Verantwortung, die nicht dazu führen darf, dass selbst bei einem gemeinsamen Kulturfest Konkurrenzdenken erfunden wird, bei welchem es, nicht nur vor dem Hintergrund um Stuttgart 21, denkbar deplaziert ist und in dieser gesellschaftlich hoch angespannten Lage auf alle Beteiligten in höchstem Ausmaß demotivierend wirkt.


Das Gespenst des Kommunismus und andere Missverständnisse

Liebe Babette Ulmer,

herzlichen Dank für Ihre Meinung! Es gibt zu derselben Sache eben IMMER unterschiedliche Standpunkte, ohne dass der eine oder andere deshalb unbedingt “falsch” sein müsste. Dass mich die beiden beschriebenen Projekte in Esslingen und Ostfildern nicht vollends überzeugt haben, diese Meinung müssen Sie mir lassen. Ich lasse Ihnen die Ihrige. Indes: Einige Ihrer Vorwürfe sind ungerechtfertigt.

1) Sie fragen mich, wie ich dazu komme, “Ostfildern und Esslingen in einer Art Wettbewerbssituation darzustellen”. Das tat ich ja gerade nicht. Ich habe sie in meiner Rezension NEBENEINANDER gestellt und an keiner Stelle vergleichende Wertungen versucht.

2) Sie stört, dass mein Artikel damit beginnt, “die Demonstration gegen Stuttgart 21 gegen die musikalische Veranstaltung in Ostfildern zu kontrastieren und gleichzeitig deren wesentlichen Inhalte, gefasst in Worte des Philosophen Jean-Luc Nancy, herabzuwürdigen als wären sie völlige Nebensache”.
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun! Und die “künstlerische” Freiheit müssen Sie mir schon lassen, die Atmosphäre, die Stuttgart derzeit von Grund auf prägt, in meinen Artikel einfließen zu lassen.

3) Sie schreiben außerdem, ich stellte die Mitwirkenden von “Au bord du sens” in Ostfildern so dar, “als seien sie von den Tagesereignissen in Stuttgart völlig unberührt”. Das stimmt nicht. Das tue ich an keiner einzigen Stelle.

4) Auch der folgende Satz ist mir in seiner Bedeutung hinsichtlich meines Artikels schleierhaft: “Dass sich unter den Musikern … Geschädigte der Demonstration vom 30.9. befinden, gibt dem Ganzen eine fast zynische Komponente, zumal Sie hier noch dazu vom ‘Gespenst des Kommunismus’ reden.”
Da bringen Sie aber einiges durcheinander! Was ist daran “zynisch”, wenn ich in einem Satz auf die parallel zum besprochenen Konzert laufende Demonstration in Stuttgart verweise?
Und was die von Ihnen erwähnten “Geschädigten der Demonstration” betrifft: Ihre Kritik müssten Sie wohl eher an die Veranstalter richten, die darauf verzichtet haben, zum Polizeieinsatz im Schlossgarten Stellung zu beziehen. Dann hätte sich jener Herr aus dem Ensemble auch sparen können, “Oben bleiben!”, die Parole der Stuttgart-21-Gegner, in den stillen Schlussklang von “Au bord du sens” hineinzurufen – ein Kommentar, der in diesem speziellen Zusammenhang ausnahmsweise mal als nicht sachgerecht zu bezeichnen ist, da er die über 50 Minuten aufgebaute musikalische Spannung mit einem Schlag zunichte machte.

Das “Gespenst des Kommunismus” stammt übrigens aus dem ersten Satz des “Manifestes der Kommunistischen Partei”, das Johannes Kreidler ja ganz bestimmt gelesen hat. Mein Hinweis darauf ist ironisch gemeint und kritisiert die Plakativität der Inszenierung.

Herzliche Grüße
Verena Großkreutz


Frau Großkreuz, haben Sie

Frau Großkreuz, haben Sie denn eines der Musikschulkinder gefragt, ob sein Dilettantismus Absicht war?


Dilettantismus

Gute Frage! :-) Gemeint war aber der Dilettantismus des Gesamtprojektes!


Das gesamte Projekt lief ja

Das gesamte Projekt lief ja mit Kindern, Jugendlichen und anderen Laien, die kann man doch nicht mit professionellen Maßstäben bewerten und vor allem nich so pauschalisieren! Haben Sie sich denn mit den Schwierigkeiten der Vermittlungsarbeit im Vorfeld der Aufführung vertraut gemacht? Was war denn nun dilettantisch? Die Komposition für die Kinder? Die Schauspielerei der Jugendlichen? Die Kostüme? Die Beschallung? Hat Kreidler nicht anspruchsvoll genug komponiert?


Lieber Herr Peter, nein,

Lieber Herr Peter,

nein, Ihre Aussage, “das gesamte Projekt” sei “mit Kindern, Jugendlichen und anderen Laien” gelaufen, ist schlichtweg falsch. Neben Laien waren auch eine ganz Menge Profis beteiligt, etwa Mitglieder des SWR Vokalensembles, professionelle Schlagzeuger und Techniker. Zudem der Komponist selbst.

Ich kritisiere in meiner Rezension weder die Vermittlungsarbeit noch die Laiendarsteller. Wenn Sie meinen Text GENAU gelesen hätten, bräuchten Sie mir die Frage “Was war denn nun dilettantisch?” nicht zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen
Verena Großkreutz


Nun, Sie haben’s einfach

Nun, Sie haben’s einfach pauschal kritisiert! Man fragt sich eben, welche Maßstäbe da angelegt wurden. Die Laien, Semi-Profis und Profis mussten ja zusammenkommen, zumal die Hörer ja ebenfalls dieser Art zusammengesetzt waren. Ohne jetzt ein flammendes Plädoyer halten zu wollen wundere ich mich doch sehr, wie so eine Kritik zustande kommt (die auch noch handwerklich schlecht, um nicht zu sagen dilettantisch ist, nennt nicht mal die Regisseurin des Happenings, die Schlagzeuger waren Semi-Profis, das Ensemble bestand unübersehbar größtenteils aus Flöten). Im Titel wurde mit “Musik für alle” und “Vermittlung vermittelt” die Doppelbödigkeit des Unterfangens ja reflektiert. Sie hätten ja auch etwas recherchieren können, welche Schwierigkeiten sich ergaben bei dem Vorhaben, möglichst nahe an den Marktplatz heranzukommen (ich habe interessehalber mich mal etwas erkundigt). Und ich denke, dass die Schwierigkeit der Vermittlung Neuer Musik ganz andere Maßstäbe erfordern. Wo 7jährige Kinder mitmachen, muss auch ein kindgerechtes Niveau geboten sein. Mir scheint Ihre Aussage plakativ als die künstlerische Arbeit dieser vielen Beteiligten, die sie in die Pfanne gehauen haben.


Kann es vielleicht sein,

Kann es vielleicht sein, dass die Kritikerin gehörig in Kreidlers
Provokationsfalle getappt ist? Wenn es wirklich so wäre, dass die SWR Vokalensemble-Mitglieder “dilettantisch” gesungen haben, wäre das ja ein Skandal. Auf jeden Fall scheut die Kritikerin eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Darum scheint es eher, als habe der Aktionskünstler wieder mal konservative Ressentiments wie in dieser Kritik ans Tageslicht befördert. Ich frage das ernsthaft, weil ich nicht dabei war und den 3Sat-Bericht verpasst habe.


Ich glaube ja...

…dass der selbstverliebte Kreidler einfach so dermaßen kritikresistent geworden ist, dass er unter falschen Namen versucht, Kritiker in die Pfanne zu hauen, die ihre Arbeit nun einmal dilettantisch finden. Wie z. B. hier…


Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese von Menschen zu lösende Aufgabe ist zur Vermeidung von Spam-Inhalten leider notwendig.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.