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Alle Artikel kategorisiert unter »Antwerpen«

Vater gegen Sohn, Wein gegen Bier: Gaetano Donizettis „Le Duc d’Albe“ in neuer Vervollständigung durch Giorgio Battistelli in Antwerpen

08.05.12 (Frieder Reininghaus) -
Dass ein großformatiges Werk des weltberühmten Librettisten Eugène Scribe und eines so renommierten Komponisten wie Gaetano Donizetti erst 173 Jahre nach der Entstehung zur Uraufführung kommt, ist erstaunlich. Die Umstände der Werkgeschichte erweisen sich allerdings als nicht ganz unkompliziert. Das Projekt „Le Duc d’Albe“ wurde abgebrochen, als der Text in Gänze vorlag und der Komponist etwa vier Fünftel der Musik zu Papier gebracht hatte. Bis zu seinem frühen Ausscheiden aus dem Berufsleben kam er nicht mehr dazu, sich darum nochmals zu kümmern.

Gerücht kennt kein Pardon: Zur Uraufführung der Oper „Rumor“ von Christian Jost an de vlaamse opera in Antwerpen

25.03.12 (Frieder Reininghaus) -
Christian Jost hat zuletzt u.a. mit „Arabische Nacht“ nach einem Stück von Roland Schimmelpfennig Gespür für gegenwartsbezogenes Musiktheater an den Tag gelegt – mit erheblichen Erfolgen u.a. in Essen, Halle und den Niederlanden. Damit unterscheidet sich dieser Komponist, der freilich alles andere als ein radikaler „Neutöner“ ist, in Bezug auf heutiges gesellschaftliches Leben von den älteren Herren und klassizistisch gewordenen Meistern der Neuen Musik. Er will, dass Oper aufschließt zu den gesellschaftlichen Fragen der Gegenwart und sich nicht nur selbstreferentiell bebrütet. Es erstaunt wenig, dass das Publikum seiner Musiktheaterabende erheblich jünger ist als das bei vergleichbaren Veranstaltungen von Wolfgang Rihm, Detlev Glanert oder Aribert Reimann – und das dürfte nicht zuletzt mit der kommunizierten Nähe zum großen Kino zu tun haben.

Bedingungsloser Grundgehalt: Michael Thalheimer inszeniert Verdis „La forza del destino“ in Antwerpen

10.02.12 (Frieder Reininghaus) -
Für die einen ist Giuseppe Verdis „Macht des Schicksals“ das musikalische Kraftwerk der Gefühle schlechthin, andere halten es für ein dramatisch missratenes Machwerk. Da diese 1862 in St. Petersburg uraufgeführte Oper sich aber so fortdauernd unverdrossener Beliebtheit erfreut, will sie nicht nur virtuos gesungen werden, sondern auch in Szene gesetzt sein. Der Braunschweiger GMD Alexander Joel ist nun für den musikalischen Part der neuen Produktion an de vlaamse opera verantwortlich (in Antwerpen wird die Petersburger Originalversion gespielt). Die Regie wurde in Flandern Michael Thalheimer anvertraut, der im Hamburger und Berliner Sprechtheater durch extremen Zugriff auf die Texte Aufsehen erregte.

Soap statt Messerschärfe: Cavallis „Giasone“ an der Vlaamse Opera Antwerpen

18.05.10 (Frieder Reininghaus) -
In der venezianischen Oper „Giasone“ von 1648/49, entstanden also zur Zeit des Westfälischen Friedens, geht es um einen thessalischen Königssohn, der (ebenfalls) mehr oder minder freiwillig zu Abenteuern aufbricht: um einen Helden der Extraklasse an der Schwelle von Prähistorie und der historisch bereits in Schemen erfassbaren Völkerwanderungszeiten im vorderen Orient.

Rasendes Leben: „The Rage of life“ von Igor Bauersima und Elena Kats-Chernin in Antwerpen

15.05.10 (Frieder Reininghaus) -
Helena verschwand und bleibt unauffindbar. Verschollen im Dickicht der Großstadt. Ist sie aus eigenem Antrieb für immer abgetaucht oder gar aus dem Leben geschieden, wie Leifs Eltern tröstlich mutmaßen? Warum aber spurlos? Das fügt sich nicht ins vorherrschende Muster des Selbstmords von Jugendlichen (wahrscheinlich fortdauernd die häufigste Todesursache in der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen).

Goeyvaerts „Aquarius” in Antwerpen, Zudams „Adam in ballingshap“ in Amsterdam

14.06.09 (Frieder Reininghaus) -
Esoterisch inspiriert erscheint der oratorische „Aquarius“-Zyklus aus dem letzten Lebensjahrzehnt des aus Antwerpen stammenden (und dort 1993 auch gestorbenen) Komponisten Karel Goeyvaerts. Ausgehend von der Konzeption des Holland-Festivals, die weitergehend zu New Age-Ideen inkliniert, brachte Direktor Pierre Audi – zugleich Intendant der niederländischen Nationaloper – das Projekt in der Heimatstadt des Komponisten auf die Bühne.
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