Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Dossier«

Altes Werkstattkonzert neu

05.09.08 (Georg Beck) -
„Machen wir einen kleinen Workshop!“ Vollendeter hätte ein Understatement kaum ausfallen können. Nur siebzig Minuten später hatten Pierre-Laurent Aimard und sechs Studenten seiner Kölner Klavierklasse dem diesjährigen Klavier-Festival Ruhr mit einem Carter-Abend der Extraklasse ein strahlendes Glanzlicht aufgesetzt. Dabei bestand das Kunststück doch nur darin, dass Aimard den überwältigungs­ästheti­schen Grundkonsens (nicht nur) dieses Festivals generös ignorierte.

Eine Pflichtveranstaltung für Musikpädagogen

Es lohnt sich für den Musikpädagogen allemal, die Musikmesse zu besuchen – eigentlich eine Pflichtveranstaltung – gerade in Zeiten, da Musikgeschäfte ganz verschwinden oder ihre Auswahl an vorrätigem Unterrichtsmaterial drastisch reduzieren, oder gar in manchen Gegenden Unterrichtsmaterial nur noch per Internet oder per Fernbestellung über den Großhandel bezogen werden kann. Jeder Musikpädagoge kann hier für sich und sein Arbeitsfeld Neues aufnehmen, begutachten und dieses dann – selber auf den neuesten Stand gebracht – zu Hause seinen Schülern zugute kommen lassen. Hier kann der Pädagoge, zwar nicht ungestört, aber doch durch das auch dieses Jahr verbesserte Konzept – Holz- und Blechblasinstrumente sind nun zum Beispiel von den Schlaginstrumenten getrennt untergebracht und auch andere Instrumentengattungen wurden anders aufgeteilt – ausgedehnt die Neuheiten im Angebot ansehen und vielleicht ausprobieren. Doch ein wenig mehr Ruhe wünschte sich der Besucher in der Verlagshalle schon noch und das besonders auch bei den Podiumsdiskussionen.

Einfache Botschaften

26.08.08 (Uli Führe) -
Der armen U-Musik haftet immer ein Hauch von Seichtheit an. Wenn man an die Retortenmädels vom Schlage einer Britney Spears, den No Angels oder an den überspannten Küblböck-Frosch denkt, dann müsste man es eigentlich mit der Angst zu tun bekommen. Bekommt man aber nicht. So etwas ist kein Kulturschaden. Das sind zwangsläufige Erscheinungen einer unerschöpflichen und vitalen Unterhaltungsindustrie. Diese Industrie verbraucht und gebiert ständig Futter. In immer wiederkehrenden Varianten verschlingen wir zeitgemäße Sensationen, die zwischen Exhibitionismus, Begabung, Zeitgeist und Gier angesiedelt sind. Solche Phänomene sind uralt. Kein Musiker würde behaupten, dass zum Beispiel Paganini eine Herausforderung für den Verstand wäre. Er beeindruckt mit aberwitzigen Dezimläufen und denkbar weiten Sprüngen den Kulturzirkus. Applaus. Im nächsten Jahr kommt einer, der es noch schneller kann. Ein anderer schafft es mit Liszt und Tücke. Art Tatum vollbrachte wahre Wunder mit seinen breiten Händen. Unnachahmlich ist seine Virtuosität, mit der er schlichte Boogies und Bluesnummern aufgedonnert hat. Aber auch hier wird die Geschwindigkeit oft zum Selbstläufer. Und es macht Spaß so etwas zu hören, ähnlich begeistern uns die Mitglieder vom chinesischen Staatszirkus. Ob rasante Chromatikläufe oder Tellerakrobatik, ob schrilles Outfit unter dem dünnen Stimmchen oder ein Affe, der schreiben kann, all diese Unterhaltung nimmt uns ein Weilchen fort vom Alltagsort.

Ideenaustausch, Ordermesse und internationale Kontakte

26.08.08 () -
Folgende Fragen stellte die neue musikzeitung wichtigen Musikverlagen, die auf der Frankfurter Musikmesse 2003 vertreten sein werden.

1.) 2002 war es in der neuen Messehalle fast ein bisschen zu ruhig. Zumindest beklagten sich einige Aussteller über ihre „Abseitsposition“. Was erwarten Sie im Jahr zwei in der neuen Halle? Haben Sie ihr Ausstellungskonzept der neuen Halle angepasst? Sind Sie gewachsen – oder kommen Sie mit weniger Standfläche aus?

2.) Auch die deutschen Musikverlage sind von der schwierigen wirtschaftlichen Lage betroffen. Welches sind Ihre Wege aus der Krise?

3.) Hat sich an der Funktion der Musikmesse in den letzten Jahren etwas für Sie verändert? Wenn ja, was?

4.) Die Musikmesse Frankfurt öffnet sich den Märkten in Russland und China. Ist das für Ihren Verlag interessant? Sind Sie hier bereits engagiert?

5.) Auf welchen weiteren Messen sind Sie vertreten?

Ohne Anbiederung: klassische Musik für Kinder

01.06.06 (Jürgen Stark) -

Hoch im Norden, hinter den Deichen, eine Grundschule auf dem Dorf. Schulleiter Hans-Wilhelm Nottelmann ist sichtlich nervös. Wir schreiben Freitag, den 27. Januar 2006, heute hat Wolfgang Amadeus Mozart Geburtstag. Eine komplette vierte Schulklasse hat Platz genommen, die Bühne gehört zuerst den Schülern. Ein „Little Amadeus“ mit Perücke und Brokatjacke tritt an, die Schülerin Anne Döhren (zehn Jahre) von der Grund- und Hauptschule in Wacken (Schleswig-Holstein) hat die Rolle souverän drauf, sie hat Mozart gelernt und ihn verstanden, moderiert das Thema und sagt die Künstler an.

Inhalt abgleichen