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Alle Artikel kategorisiert unter »Rezension«

Entdeckungsreise: „Karl Amadeus Hartmann und das Streichquartett“ bei Cybele

06.03.10 -
Noch immer gehört Karl Amadeus Hartmann (1905–1963) zu den großen unbekannten des 20. Jahrhunderts: Man weiss zwar um die Bedeutung seiner Sinfonien, doch auf dem Programm sind sie fast nie zu finden. Man weiss um seine „innere Emigration“ in den braunen Jahren, als Mensch aber hat er bisher kaum Kontur gewonnen. Und so ist es wieder einmal dem Engagement eines kleinen Labels zu verdanken, dass künftig mehr Klarheit herrschen wird – auf jeden Fall aber sollte die Neugier geweckt sein.

Klare Botschaften: die ersten Veröffentlichungen des CD-Labels BR-KLassik

15.02.10 -
Ein gutes halbes Jahr ist es nun her, dass die Erbsenzähler vom Bayerischen Obersten Rechnungshof den gloriosen Vorschlag unterbreiteten, „insbesondere“ das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mittelfristig aus dem BR auszugliedern und damit suggerierten, auch beim Rundfunkorchester und dem BR-Chor würde eine solche Prozedur nicht schaden (die nmz berichtete und kommentierte).

Ausweglos ineinander verstrickt

06.02.10 -
Ob die DVD auf lange Sicht die CD als Medium für Operneinspielungen ablösen wird, lässt sich noch nicht absehen, in jedem Fall aber steigt die Zahl der im Jahresverlauf erscheinenden DVD-Einspielungen kontinuierlich, was freilich auch an den ständigen Wiederauflagen in neuem Gewand liegt. Jüngstes Beispiel ist die vom Magazin „Stern“ herausgegebene Box, die unter dem extrem einfallsreichen Titel „Sternstunden der Oper“ einmal mehr den Arthaus-Katalog mit den mittlerweile hier beheimateten TDK-Scheiben plündert (Näheres unter nmz-Online).

Gewichtiges Kompendium

06.02.10 -
Zunächst mag es verwundern – ein Konvolut von mehr als 500 Seiten zur Kulturpolitik eines Jahres? So viel Kulturpolitik hätte doch auffallen müssen! Tatsächlich handelt es sich bei diesem Band wie bei den acht Vorgängern etwa gleichen Umfangs um „Reader“, um jeweils thematisch fokussierte Lesebücher. Die Häufung der „Jubiläen“ im Jahre ’09 – „90 Jahre Weimarer Verfassung und Frauenwahlrecht, 70 Jahre Überfall Hitler-Deutschlands auf Polen, 60 Jahre Grundgesetz und 20 Jahre Friedliche Revolution“ (Monika Griefahn) – bewog die Herausgeber, diesen Band unter das Thema „Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik“ zu stellen. Rechnet man den 120-seitigen Anhang von Kulturstatistik, kulturpolitischer Chronik (2008), Literatur und Adressen ab, so verteilen sich auf circa 350 Textseiten Beiträge von mehr als 50 Autoren aus Politik und Wissenschaft sowie aus kulturpolitischen Verbänden und Institutionen.

Deutsch-englische Spurensuche

06.02.10 -
Das Buch ist lesenswert! Der Autor, längjähriger Intendant der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford, hat auf seinen zahlreichen Englandreisen seit 1955 interessantes Material über das Musikleben in der Weltmetropole London und darüber hinaus der letzten 250 Jahre zusammengetragen. Gebhard Redlin schildert mit vielen Details die deutsch-englische Musikgeschichte und ist Unbekanntem auf der Spur.

Skurriles Instrumentenkabinett

06.02.10 -
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann war ein Universal-Genie: Schriftsteller, Theatermacher, Zeichner, Komponist und Musiktheoretiker. Seine Fähigkeiten verband Hoffmann zu einem faszinierenden Werk, auch in der Erzählung „Die Automate“, die 1814 in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung erschien und später in die Sammlung „Die Serapionsbrüder“ einging. Im HörBild-Verlag der Brüder Andreas und Michael Heyser ist jetzt nach eineinhalb Jahren Arbeit eine kongeniale „Automate“ erschienen: ein Audio-Hörbuch mit Musik und Geräuschen, zusätzlich eine CD-ROM mit 16 Tableau-Grafiken von David von Bassewitz.

Die Lebendigkeit des Gregorianischen Chorals

06.02.10 -
Ausgehend von der französischen Benediktinerabtei Solesmes und hier vor allem von deren langjährigem Kantor Dom Eugène Cardine, multipliziert durch dessen Lehrtätigkeit an der Päpstlichen Musikhochschule in Rom seit 1952, erreichte eine Welle gregorianischen Pioniergeistes in den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts auch den deutschsprachigen Raum.

Mitten im Klaren

06.02.10 -
Peter Rühmkorf: Jazz & Lyrik. (Aufnahmen 1976–2006), 3 CDs, herausgegeben von Stephan Opitz, € 29,95, Hoffmann und Campe/ECM, ISBN 978-3-4553-0686-6

Anthologie

06.02.10 -
Royal Concertgebouw Orchestra Live, Vol. V (1980–90), unter den Dirigenten Leonard Bernstein, Kirill Kondrashin, Carlo Maria Giulini, Antal Doráti, Lucas Vis, Bernard Haitink, Colin Davis, Kurt Sanderling, Erich Leinsdorf, Charles Dutoit, Riccardo Chailly, Eugen Jochum, Edo de Waart, Hans Vonk, Neeme Järvi, Iván Fischer, Christoph von Dohnányi, Wolfgang Sawallisch, Nicolaus Harnoncourt, Gerd Albrecht und Friedrich Cerha; RCO 08005 (Vertrieb: Codaex)

Stressfreier Zwölfton, Antworten auf Ives

06.02.10 -
In der Reihe der von Musikern des Ensemble Modern edierten CDs hat sich der Pianist Ueli Wiget der Kammermusik des früh verstorbenen Nikos Skalkottas (1904–1949) angenommen. Die Platte ist eine Entdeckung. Mit Werken aus dem letzten Schaffensjahrzehnt zeichnet sie ein signifikantes Profil des griechischen Schönberg-Schülers; und Wiget übertreibt nicht, wenn er im Begleitheft Skalkottas als herausragenden Tonschöpfer bezeichnet. Drei Jazz-Stücke, deren rhythmisch-markanter Klaviersatz in seiner klanglichen Üppigkeit an Skrjabin erinnert, ein „Cycle Concert“ mit unterschiedlich besetzten Kammermusiksätzen voller überquellender Ideen sowie zwei späte, wunderbar entspannt musizierte Suiten für Geige (Jagdish Mistry) und Klavier: ihnen allen gemeinsam sind ein verschwenderischer musikalischer Reichtum und eine leidenschaftliche Gestik. Dass es weitgehend zwölftönig komponierte Stücke sind, ist da völlig nebensächlich (Ensemble Modern Medien EMCD-007).
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