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Alle Artikel kategorisiert unter »Rezension«

Legendär und kontrovers: Sibylle Zerrs Buch über Marshall Allen und das Sun Ra Arkestra

31.01.12 (Reiner Kobe) -
Sun Ra nannte seine um 1952 gegründete Bigband „Arkestra“, gedacht als Symbiose aus Arche und Orchester. Der Pianist, Komponist und Arrangeur betrachtete das „Arkestra“ als Institution, die aus der Vergangenheit in die Zukunft steuert. Bis heute sind es polymetrisch angelegte Rhythmen mit kaum erkennbaren Verflechtungen zwischen kompositorischen Abschnitten und freien Improvisationen. Dass es nach dem Tod des Meisters 1993 weiterging, dafür sorgt in erster Linie Marshall Allen, wie in einer neuen Darstellung deutlich wird.

Melodien, die sich zu reimen scheinen: das Tord Gustavsen Quartet mit „The Well“

20.01.12 (Stephanie Knauer) -
Dem Quartett steht jede Himmelsrichtung offen: Zwei geben den Rhythmus, zwei erhalten „stimulation from working with the materials from different angles“, so Tord Gustavsen. Nach Experimenten vom Duo bis Quintett hat sich die Besetzung um den norwegischen Pianisten auf vier eingependelt.

Unprätentiös, aber mit Botschaft: „Espoir et autres pouvoirs“ mit dem Marianne Trudel Septet

Besorgt über mögliche globale Gefahren wie den Klimawandel appelliert die kanadische Pianistin Marianne Trudel ans Gewissen und wirbt mit ihrem Album „Espoir et autres pouvoirs“ (Hoffnung und andere Fähigkeiten) für Einklang von Natur und Humanität.

Berggeflüster als Konzeptalbum: die neue CD der Gerdband

12.01.12 (Stefan Rimek) -
Insgesamt ist es ein eher meditatives Hörvergnügen, wenn man sich die 2011 bei MKW Records erschienene CD der in Heidelberg beheimateten „Gerdband“ zu Gemüte führt. Das soll allerdings nicht heißen, dass dieser Tonträger langweilig ist, ganz im Gegenteil. Denn was der Pianist und Bandleader Gerd Baier sowie der Bassist Boris Friedel und der Drummer Dirik Schilgen hier eingespielt haben, zeugt von großer künstlerischer Reife.

Das richtige Label im falschen Leben: 25 Jahre Edition Zeitgenössische Musik – Fortsetzung folgt

01.01.12 (Georg Beck) -
80 CDs in 25 Jahren. Aus einer Idee des Deutschen Musikrats ist eine „Basisdiskothek zeitge­nössi­schen Komponierens“ geworden. Ein Projektbeirat bestimmt jährlich vier junge Komponisten, um ihnen als Koproduktion mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein bei Schott-WERGO verlegtes CD-Porträt ihres Schaffens zu ermöglichen. Hat also die viel gescholtene Reproduktion des Kunstwerks am Ende doch ihr Gutes?

Dramatische Auseinandersetzung mit Janáček: eine thematische Akkordeon-Einspielung mit Stefanie Schumacher

23.12.11 (Reinhard Palmer) -
Angesichts der klanglichen und spieltechnischen Möglichkeiten des Akkordeons verwundert es nicht, dass es trotz der schweren Hypothek aus der Volks- und Unterhaltungsmusik in die Neue Musik Eingang finden konnte. Die aus Freiburg stammende und in München künstlerisch beheimatete Akkordeonistin Stefanie Schumacher legte nun eine CD-Einspielung vor, die verdeutlicht, wie enorm die Potentiale des Instruments sind.

„Die Bühne ist eine Droge“: Gilbert Bécaud starb vor zehn Jahren – EMI erinnert an den Meister

12.12.11 (Wolf Loeckle) -
Dass bei uns der Strom aus der Steckdose kommt, das hatten wir lernen dürfen von unangepassten, phantasiebegabten, witzigen Politclowns mit dem Herz am richtigen Fleck – und dem Hirn auf dem Trip gen Rom in den Club, der die Grenzen des Wachstums erkennen zu können vorgab. Realitätsnah, konkret waren sie, Repräsentanten einer planetarischen Avantgarde waren sie allesamt. Das ist eine Zeit her. Und beweist, dass auch im ausgehenden zwanzigsten Jahrhundert schon nachhaltig denkende Menschen zugange waren...

Liszt, der Symphoniker: Martin Haselböck und die Wiener Akademie beschwören den „Sound of Weimar“

09.12.11 (Juan Martin Koch) -
Während sich im zu Ende gehenden Liszt-Jubiläumsjahr eine ganze Reihe mehr oder weniger berufener Tastenheroen und -heroinen zu Wort gemeldet hat, ist der Symphoniker Liszt – wieder einmal – beschämend unterbelichtet geblieben. Eine erfreuliche Ausnahme bildet die Wiener Akademie, die es sich unter ihrem Dirigenten Martin Haselböck zur Aufgabe gemacht hat, dem „Sound of Weimar“ (so der Titel ihrer mit einer beachtlichen Version der Dante-Symphonie gestarteten CD-Reihe) so genau wie möglich auf die Spur zu kommen.

Reise durch die Genres

06.12.11 (Andreas Kolb) -
Seit 1997 verleiht der Verband deutscher Musikschulen den Medienpreis Leopold und zeichnet damit besonders gelungene Musikproduktionen für Kinder aus. Zum mittlerweile sechsten Mal stand dabei wieder eine Kinderjury vor der Aufgabe, den Sonderpreis „Poldi“ zu vergeben. Ein tolles Erlebnis für die Schüler/-innen aus der Klasse 6cm vom Kölner Humboldt-Gymnasium.

Alles was man vom „stillen Beatle“ wissen muss

06.12.11 (Viktor Rotthaler) -
Er führte Ende 1965 die Sitar in die Popmusik ein: George Harrison. Ausgerechnet auf einer Lennon/McCartney-Nummer, „Norwegian Wood“, erklang zum ersten Mal dieses für die westliche Musik exotische Instrument. Und das erzählt bereits eine Menge über den „stillen Beatle“, in dessen Inneren es „loderte“, wie Paul Theroux schreibt in seinem schönen Vorwort zu Olivia Harrisons und Mark Holborns großartigem Coffeetable-Book „George Harrison – Living in the Material World“ (Knesebeck). Eine „illustrierte Biografie“, die Martin Scorseses gleichnamige dreistündige Dokumentation auf DVD oder Blue-ray (StudioCanal) ergänzt.
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