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Eine Pflichtveranstaltung für Musikpädagogen

Es lohnt sich für den Musikpädagogen allemal, die Musikmesse zu besuchen – eigentlich eine Pflichtveranstaltung – gerade in Zeiten, da Musikgeschäfte ganz verschwinden oder ihre Auswahl an vorrätigem Unterrichtsmaterial drastisch reduzieren, oder gar in manchen Gegenden Unterrichtsmaterial nur noch per Internet oder per Fernbestellung über den Großhandel bezogen werden kann. Jeder Musikpädagoge kann hier für sich und sein Arbeitsfeld Neues aufnehmen, begutachten und dieses dann – selber auf den neuesten Stand gebracht – zu Hause seinen Schülern zugute kommen lassen. Hier kann der Pädagoge, zwar nicht ungestört, aber doch durch das auch dieses Jahr verbesserte Konzept – Holz- und Blechblasinstrumente sind nun zum Beispiel von den Schlaginstrumenten getrennt untergebracht und auch andere Instrumentengattungen wurden anders aufgeteilt – ausgedehnt die Neuheiten im Angebot ansehen und vielleicht ausprobieren. Doch ein wenig mehr Ruhe wünschte sich der Besucher in der Verlagshalle schon noch und das besonders auch bei den Podiumsdiskussionen.

Alles Cello

01.11.07 (Gerhard Rohde) -

In dem Taunusstädtchen Kronberg fand Anfang Oktober 2007 zum achten Mal das „Cello Festival“ statt. Es stand ganz im Zeichen seines Mitbegründers und Schirmherrn Mstislav Rostropowitsch, der im Frühjahr 2007, kurz nach seinem 80. Geburtstag, in Moskau gestorben war. Kronberg weiß, was es dem großen Musiker schuldig ist: schließlich erklärte er einmal den Ort zur „Welthauptstadt des Violoncellos“. Wer das für übertrieben hält, wird rasch durch einige Zahlen und Namen widerlegt. Allein diesmal kamen 35 junge, hoch qualifizierte Instrumentalisten aus über 50 Nationen, die sich von einem Dutzend Spitzen-Cellisten in die hohe Kunst der Interpretation (Noten spielen können sie schon allein!) einweihen ließen, genug, um Rostropowitschs Kronberg-Erhebung zu legitimieren.

Punkte, Preise und Prädikate

01.07.07 (Reinhart von Gutzeit) -

Vor wenigen Wochen ist der 44. Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Erlangen, Fürth und Nürnberg zu Ende gegangen. Vieles war wie immer: großartige Leistungen der jugendlichen Teilnehmer, begeisternde Abschlusskonzerte. Manches hat die Verantwortlichen besonders erfreut: hervorragende Beteiligung bei den Ensemble-Kateorienen; eine große Zahl von jungen Leuten (mehr als 80!), die sich gleichzeitig an der Solo- und Kammermusikwertung beteiligt haben; über 400 jugendliche Pianisten obwohl es kein Klavierjahr war – also keine Solowertung Klavier.

Verwertungsgesellschaft will Wertefragen stellen

01.07.07 (Barbara Haack) -

Fast schon zur Ausstattung gehören die pfeifenden, Transparente tragenden ver.di-Mitglieder, wenn die GEMA Veranstaltungen durchführt oder irgendwo in Deutschland tagt. So auch bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in München. Erneut machten GEMA-Mitarbeiter ihrem Ärger über die Tarifpolitik des Vorstands Luft. So wenig zu übersehen ist der Konflikt, dass GEMA-Vorstand Harald Heker seinen Geschäftsbericht direkt mit dem Thema Mitarbeiterentlohnung startete. Sein Wunsch, möglichst viele Mitarbeiter sollten den gegenwärtigen „Prozess des Wandels“ mittragen, ist die Basis für Pläne, zukünftigen Mitarbeitern 10 Prozent weniger Gehalt zu zahlen und eine leistungsorientierte Entlohnung einzuführen. Zu diesem von Vorstand und Aufsichtsrat eingeschlagenen Kurs sehe er keine Alternative. „Wir sprechen weiter mit den Mitarbeitern“, die im Übrigen „engagiert und kompetent“ seien, lautete sein Fazit. Bleibt anzumerken, dass wohl die Bereitschaft fehlt, mit deren Gewerkschaftsvertretern zu sprechen, wie es ein Großteil der Mitarbeiter offenbar wünscht.

Der „ewige Gärtner“ Jochen Distelmeyer: 15 Jahre „Blumfeld“ haben die deutsche Pop-Musik verändert

01.06.07 (Helmut Hein) -

Adoleszente haben sich mithilfe von Jochen Distelmeyers Lyrik eine verzweifelt-euphorische Identität zurechtgebastelt. Professoren dekonstruierten auf Germanisten-Kongressen in wild durchtanzten „Blumfeld“-Partynächten ihr mühsames Erwachsenen-Dasein und entdeckten die Geheimnisse der ewigen Jugend und die Schlangengrube der Interpretation. Nach fünfzehn Jahren und sechs heftig umstrittenen Alben macht jetzt die Band, die wie keine andere das Pop-Verständnis hierzulande verändert hat, plötzlich Schluss. Ein Rückblick auf die Frontmänner der „Hamburger Schule“.

Fragen zum Instrumentalunterricht 50 plus

01.04.07 () -

Klavierunterricht bekommt man frühestens mit fünf, spätestens mit circa zehn Jahren. Nach Beginn der Pubertät ist die Chance vertan. Und von den fünf- bis zehnjährigen Klavierschülern bleiben circa 97 Prozent irgendwann auf der Strecke. Der Rest wird selber Klavierlehrer oder übt in der Adventszeit mühsam „Stille Nacht“ für die stille Nacht.

Die Kraft wächst mit der eigenen Tat

01.09.06 (Reinhard Schulz) -

An das ISCM World New Music Festival in Stuttgart war auch der Jugendkongress N[you] mit einer Reihe von Workshops angeschlossen. Es erwies sich als glückliche Kombination. Diese Verbindung scheint heute wichtiger denn je, denn ein internationales Festival für Neue Musik wird auf die Dauer zu seinem eigenen Totengräber, wenn es sich nicht um die der zeitgenössischen Musik mehr und mehr entwöhnte Schicht der Kinder und Jugendlichen kümmert.

Null Punkte ist grottenschlecht

01.12.05 (Barbara Overbeck) -

12. September 2005, der kleine Sendesaal im Funkhaus des Westdeutschen Rundfunks in Köln. Im Foyer stehen gut gekleidete Menschen, nippen an ihren Gläsern und machen Small Talk. Es handelt sich um Vertreter der Tonträgerindustrie: Produzenten, Verleger, Komponisten und Musiker. Sie sind nach Köln gereist und hoffen darauf, eine Trophäe zu bekommen: den Leopold. Dieser Medienpreis wird alle zwei Jahre durch den Verband deutscher Musikschulen vergeben und prämiert Musik für Kinder. Rund hundertfünfzig Verlage reichten für die diesjährige Verleihung eine CD ein, fünfzehn Produktionen sind in die engere Wahl gekommen und dürfen sich mit dem Qualitätssiegel Leopold schmücken. Ein Signet prangt nun auf allen fünfzehn CDs: ein kleines Männchen, das triumphierend eine Note in die Höhe streckt und per Schriftzug verrät „Gute Musik für Kinder“. Der Sieger erhält freilich den besonderen Aufdruck „Leopold-Preisträger 2005“.

Jan Assmann dechiffriert Schikaneders „Machwerk“ und Mozarts Musik

01.12.05 (Michael Kohlhäufl) -

Jan Assmann: Die Zauberflöte. Oper und Mysterium, Carl Hanser Verlag, München, Wien 2005, 384 S., Abb., Notenbsp., € 24,90, ISBN 3-446-20673-6

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