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Alle Artikel kategorisiert unter »Jazz«

In Zauners Handschrift

01.07.11 (Ralf Dombrowski) -
Ornette Coleman kam nicht. Es störte auch nicht weiter, denn das Inntöne Fes­tival hat sich inzwischen zu einem Soziotop der improvisierenden Szene entwickelt, das die großen Namen nicht braucht, um Zeichen zu setzen.

So klein und so abseits: der Jazz auf der Popkomm

29.09.10 (Peer Steinwald) -
Man hätte sie leicht übersehen können. Die überschaubare Ausstellungsfläche der Jazzkomm liegt versteckt auf der Galerie der Eingangshalle des Flughafens Berlin-Tempelhof, dem Austragungsort der nach einem Jahr Pause wieder auferstandenen Popkomm. Erst im Mai wurde Oliver Hafke Ahmad zum Director of Jazzkomm ernannt, um mit der Agentur artribute eine Musikplattform zu konzipieren und organisieren, die Berlin vom 7. bis 9. September 2010 auch im Rahmen der Fachmesse als bedeutende Jazzmetropole in Europa repräsentieren sollte.

Hafen-City, bespielt

07.07.10 (Andreas Kolb) -
Risse gibt es zwar im Baukörper der Elbphilharmonie, aber nicht in den Kooperationen der Hamburger Musikveranstalter. Beim gemeinsamen Konzert für das Richtfest der Elbphilharmonie und anlässlich der Eröffnung von Elbjazz kamen 2.500 Besucher, die der NDR Bigband und ihrem Gastsolisten Trilok Gurtu sowie anschließend der portugiesischen Fado-Sängerin Mariza zuhörten. Beiden Veranstaltern war es gelungen, Good News aus der Freien-, Hanse- und Musik-Stadt Hamburg in die Republik zu senden.

Vollmundiger Jazzabend für Augen und Ohren

17.02.10 (Anne Kotzan) -
Alle Jahre wieder ... – und so war es in der Hochschule für Musik Köln am 4. Dezember 2009 auch schon wieder soweit, die nun bereits neunte Cologne Jazz Night in Folge zu bespielen. Das internationale Festival für Jazz und Populäre Musik wurde im Jahr 2000 als einmaliger Präsentationsabend der Jazzabteilung im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums der Hochschule veranstaltet und hat sich wegen seines großen Erfolges als jährliches Event etablieren können. Die insgesamt aufwendig zu organisierende Jazz Night – auf zwei Bühnen spielten im ständigen Wechsel unterschiedliche Bands – ist damit ein einmaliges Projekt einer Hochschule für Musik. Ziel sind Begegnung und Austausch junger Musiker untereinander sowie mit international renommierten Künstlern, auch auf internationaler Ebene, und die erarbeiteten Stücke vor einem breiten Publikum auf der Bühne zu präsentieren. Der große Andrang, vor allem auch von nicht hochschulzugehörigen Besuchern wird dem Anspruch gerecht, eine professionelle Plattform zu bieten und gleichzeitig die Institution nach außen zu öffnen.

„It must schwing“ auf individuellen Wegen

14.12.09 (Isabel Herzfeld) -
Kontrastreich ging das JazzFest Berlin zu Ende: Mit dröhnenden Grooves ließen Booker T. und seine Band „The MGs” das Haus der Berliner Festspiele erzittern; im intimen Club „Quasimodo” bot das Paolo Fresu Devil Quartet um Mitternacht ungleich avanciertere, doch von italienischer Klangsinnlichkeit und Melodik gefärbte Klänge.

Kein Welpenschutz für diese jungen Jazzer

11.12.08 (Andreas Kolb) -
Die Jungen sind die Interessantesten. Dieses Resümee zum Jazzfest Berlin 2008 können freilich nur die Besucher bestätigen, die neben den großen Konzerten im Haus der Berliner Festspiele noch den Weg fanden in den Charlottenburger Club „A-Trane“. Dort spielten die Könner unter 30, etwa Niels Klein mit seinem Quartett „Firomana“, die Gruppe „Soap“ mit Magnum Coltrane Price als Gast oder das Arne Jansen Trio.

Festival und Marktplatz für den neuen Jazz

01.05.08 (Andreas Kolb) -

Eine Musikmesse, das sind Hallen voller Instrumente, Notenausgaben und technischem Equipment. Händler in Boxen machen Geschäfte, und Musiker probieren die neuesten Modelle ihres jeweiligen Instrumentes und produzieren dabei eine Soundkulisse, die einem Orchesterwerk von Dror Feiler oder einer gut verstärkten Big Band jederzeit Konkurrenz machen könnte – was die Lautstärke betrifft. Ordermesse nennt sich das Ganze – und genau dieser Prototyp einer Messe ist das, was die innovative Bremer Jazzmesse jazzahead nicht ist. Sie ist im Gegenteil Festival und Leistungsschau deutscher und internationaler Jazzkünstler, sie ist Symposium, und auf ihr wird Kulturpolitik gemacht.

Endzeit-Jazz

01.04.08 (Krystian Woznicki) -

Wer Worte wie die „Gewalt der Ästhetik“ liest, denkt nicht an die „Wahrheit der Wahrnehmung“, aber genau das gilt es zu denken, wenn eine ästhetische Erfahrung so überwältigend ist, dass sie die Grenzen der Wahrnehmung übersteigt und die Gewalt der Wahrheit spürbar werden lässt. Ein Moment, in dem die Wahrnehmung auf ihre Wahrheit zurückgeführt wird und die Wahrheit sich dem Einzugsbereich der Wahrnehmung nicht entzieht. Insofern steht auch die „Ästhetik der Gewalt“ beziehungsweise die „Wahrnehmung der Wahrheit“ im Raum, wenn, wie kürzlich im Rahmen des Berliner club transmediale, das jüngst gegründete Quartett Ives #1 auftritt. In Wirklichkeit aber steht da nichts. Alles tanzt. Brodelt. Pulsiert. Tobt. Stürzt. Kreischt. Alles auf einmal. Ist in zerrissenster Bewegung begriffen. Ist Endzeit-Jazz, eingespielt auf Dächern von einstürzenden Neubauten auf dem Mars.

Traditionell Innovatives aus Südafrika nach Sachsen

01.11.07 (Michael Ernst) -

Jazz ist, wie die Zeit vergeht. Die 31. Leipziger Jazztage boten Anfang Oktober nicht weniger als zweieinhalb Dutzend Programmpunkte, stellten gut 77 Künstlerinnen und Künstler auf, sorgten für mindestens 24 Stunden Genuss und Unterhaltung. Gegen Ende fragte sich dann manch ein Dauergast, ob es das wirklich schon wieder gewesen sein soll. Viel zu rasch ging ein fulminantes Feuerwerk über die diversen Bühnen, das es mit Jazz, der sich an seinen Wurzeln reibt, um in steter Erneuerung in den gelebten Alltag und ganz weit nach vorn ins versuchende Wagnis zu schauen, tatsächlich ernst gemeint hat.

Blühende Jazzlandschaften

01.06.07 (Claudia Schober) -

Vom 16. bis 20. Mai 2007 traf sich in der Händel-Stadt Halle/Saale die jazzmusikalische Nachwuchselite Deutschlands. Das Quartett „Flaura und Phona“ aus Sachsen konnte sich gegen die Vertreter der anderen Bundesländer durchsetzen und hat den Jazz von seiner schönsten und abwechslungsreichsten Seite erblühen lassen. Nur unter frenetischem Applaus konnten die vier Musiker die Bühne verlassen. „Ich kann es immer noch nicht fassen“, so der Saxofonist Samuel Dobernecker. Musikalisch setzen die jungen Sachsen auf fette, erdige Grooves und Sounds, um sofort im Anschluss ihre selbst geschaffenen Klangstrukturen aufzulösen und sich in modernen und freien Klangsphären zu bewegen. Ihren musikalischen Input holen sie sich sowohl aus dem Jazz als auch aus der Klassik. „Das ist sozusagen unser Experiment: Einflüsse aus der europäischen Musikgeschichte zu nehmen und ganz bewusst einzubauen, wie zum Beispiel einen gregorianischen Hymnus. Und daraus wieder neuen Jazz entstehen zu lassen“ beschreibt der Pianist Sebastian Scobel den anspruchsvollen Ansatz. Man darf gespannt auf die CD sein, die das Quartett als Preis im Studio des Deutschlandfunks aufnehmen wird.

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