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Alle Artikel kategorisiert unter »Jazz«
In Zauners Handschrift
So klein und so abseits: der Jazz auf der Popkomm
Hafen-City, bespielt
Vollmundiger Jazzabend für Augen und Ohren
„It must schwing“ auf individuellen Wegen
Kein Welpenschutz für diese jungen Jazzer
Festival und Marktplatz für den neuen Jazz
Eine Musikmesse, das sind Hallen voller Instrumente, Notenausgaben und technischem Equipment. Händler in Boxen machen Geschäfte, und Musiker probieren die neuesten Modelle ihres jeweiligen Instrumentes und produzieren dabei eine Soundkulisse, die einem Orchesterwerk von Dror Feiler oder einer gut verstärkten Big Band jederzeit Konkurrenz machen könnte – was die Lautstärke betrifft. Ordermesse nennt sich das Ganze – und genau dieser Prototyp einer Messe ist das, was die innovative Bremer Jazzmesse jazzahead nicht ist. Sie ist im Gegenteil Festival und Leistungsschau deutscher und internationaler Jazzkünstler, sie ist Symposium, und auf ihr wird Kulturpolitik gemacht.
Endzeit-Jazz
Wer Worte wie die „Gewalt der Ästhetik“ liest, denkt nicht an die „Wahrheit der Wahrnehmung“, aber genau das gilt es zu denken, wenn eine ästhetische Erfahrung so überwältigend ist, dass sie die Grenzen der Wahrnehmung übersteigt und die Gewalt der Wahrheit spürbar werden lässt. Ein Moment, in dem die Wahrnehmung auf ihre Wahrheit zurückgeführt wird und die Wahrheit sich dem Einzugsbereich der Wahrnehmung nicht entzieht. Insofern steht auch die „Ästhetik der Gewalt“ beziehungsweise die „Wahrnehmung der Wahrheit“ im Raum, wenn, wie kürzlich im Rahmen des Berliner club transmediale, das jüngst gegründete Quartett Ives #1 auftritt. In Wirklichkeit aber steht da nichts. Alles tanzt. Brodelt. Pulsiert. Tobt. Stürzt. Kreischt. Alles auf einmal. Ist in zerrissenster Bewegung begriffen. Ist Endzeit-Jazz, eingespielt auf Dächern von einstürzenden Neubauten auf dem Mars.
Traditionell Innovatives aus Südafrika nach Sachsen
Jazz ist, wie die Zeit vergeht. Die 31. Leipziger Jazztage boten Anfang Oktober nicht weniger als zweieinhalb Dutzend Programmpunkte, stellten gut 77 Künstlerinnen und Künstler auf, sorgten für mindestens 24 Stunden Genuss und Unterhaltung. Gegen Ende fragte sich dann manch ein Dauergast, ob es das wirklich schon wieder gewesen sein soll. Viel zu rasch ging ein fulminantes Feuerwerk über die diversen Bühnen, das es mit Jazz, der sich an seinen Wurzeln reibt, um in steter Erneuerung in den gelebten Alltag und ganz weit nach vorn ins versuchende Wagnis zu schauen, tatsächlich ernst gemeint hat.
Blühende Jazzlandschaften
Vom 16. bis 20. Mai 2007 traf sich in der Händel-Stadt Halle/Saale die jazzmusikalische Nachwuchselite Deutschlands. Das Quartett „Flaura und Phona“ aus Sachsen konnte sich gegen die Vertreter der anderen Bundesländer durchsetzen und hat den Jazz von seiner schönsten und abwechslungsreichsten Seite erblühen lassen. Nur unter frenetischem Applaus konnten die vier Musiker die Bühne verlassen. „Ich kann es immer noch nicht fassen“, so der Saxofonist Samuel Dobernecker. Musikalisch setzen die jungen Sachsen auf fette, erdige Grooves und Sounds, um sofort im Anschluss ihre selbst geschaffenen Klangstrukturen aufzulösen und sich in modernen und freien Klangsphären zu bewegen. Ihren musikalischen Input holen sie sich sowohl aus dem Jazz als auch aus der Klassik. „Das ist sozusagen unser Experiment: Einflüsse aus der europäischen Musikgeschichte zu nehmen und ganz bewusst einzubauen, wie zum Beispiel einen gregorianischen Hymnus. Und daraus wieder neuen Jazz entstehen zu lassen“ beschreibt der Pianist Sebastian Scobel den anspruchsvollen Ansatz. Man darf gespannt auf die CD sein, die das Quartett als Preis im Studio des Deutschlandfunks aufnehmen wird.
