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Alle Artikel kategorisiert unter »Kulturpolitik«

Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper

08.02.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtete er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren.
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Musikpublizisten mit Niveau und Herzblut gesucht

08.02.12 (Andreas Kolb) -
2012 wird erstmals der Reinhard-Schulz-Preis für zeitgenössische Musikkritik vergeben. Die Kunstuniversität Graz hat die Organisation des Preises übernommen und ist mit der Komponistin Johanna Doderer und mit Andreas Dorschel, Professor für Ästhetik und Vorstand des Instituts für Musikästhetik an der Kunstuniversität, auch in der Jury vertreten. Die neue musikzeitung sprach mit Robert Höldrich, Geschäftsführender Vizerektor der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz.

Eine neue Forschergeneration stellt Fragen

08.02.12 (Frieder Reininghaus) -
Der Fall des Hans Heinrich Eggebrecht (1919–1999), skandalisiert durch einen jungen Musikologen, war der Auslöser: Ende 2009 geriet die deutsche Musikwissenschaft zum ersten Mal seit Menschengedenken in die Schlagzeilen: Der Freiburger Ordinarius hat mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als junger Unteroffizier der Feldgendarmerie-Abteilung 683 an Verbrechen der Wehrmacht teilgenommen.
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Wer viel fragt, kriegt viele Antworten: Überlegungen zur Musikförderung durch den Bund

08.12.11 (Hans-Jürgen Linke) -
Da liegt sie nun, die Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage mehrerer Abgeordneter der SPD-Fraktion: 47 Druckseiten, die zusammenzutragen viel Arbeit, aber nicht unbedingt genau so viel Spaß bereitet hat, aber das Ergebnis ist zunächst Ehrfurcht gebietend. Beeindruckend ist vor allem, wie viele Regierungsressorts an der Musikförderung beteiligt sind. Man sieht daran, dass Musik in der von Berlin aus regierten Gesellschaft eine „wesentliche Rolle“ spielt, der Pflege des Musiklebens ein „hoher Stellenwert“ beigemessen wird. Genauere Gemeinplätze stehen dazu nicht in dem Papier. [aus nmz 12/2011-1/2012]

Was ist uns die Neue Musik wert?

06.12.11 (Andreas Kolb) -
Vier Jahre hat das Netzwerk Neue Musik (NNM) seine Netze knüpfen können. Die Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes (KSB) läuft wie geplant Ende des Jahres aus. Im Vorfeld der Abschlussveranstaltung „Netzwerk-ausklang“ am 16. und 17. Dezember in Köln unterhielt sich nmz-Chefredakteur Andreas Kolb mit dem Künstlerischen Leiter des Netzwerks, Bojan Budisavljevic, über die vergangenen vier Jahre und ihre Folgen.

Der Berg muss zum Propheten gehen

31.10.11 (Barbara Eckle) -
Der Berliner Stadtbezirk Marzahn-Hellersdorf ist eine der größten Plattenbausiedlungen Europas. Sozial ein Problemherd, kulturell eine Wüste. Seit zehn Jahren findet dort das Festival für Neue Musik „Pyramidale“ statt. Es ist nach seinem Hauptspielort, einem pyramidenförmigen Gebäude, benannt. Für die Realisierung des diesjährigen Jubiläumsprogramms unter dem Motto „zick.zack“ erbrachten unter anderen das Sonic.art Saxophonquartett, Sopranistin Katia Guedes, Kontrabassist Matthias Bauer und Tänzerin Kazue Ikeda einen ganzen Tag lang künstlerische Hochleistung.

Ein Traum wurde Wirklichkeit

06.10.11 (Anne Kotzan) -
Das so viele Maler inspirierende Licht, die blumige Luft und über die alten Gemäuer huschende Schatten – enge Gassen und steile Treppen winden sich nach oben. Vor den Türen blühen Oleander, Hibiskus und Geranien. Von der Terrasse des Palazzo Ricci eröffnet sich ein weiter Ausblick über ineinander verschachtelte Dächer in die harmonische Hügellandschaft der Toskana. Das unermüdliche Spiel der Mauersegler konkurriert mit der ebenso beharrlich ertönenden Musik. Aus den offenen Fenstern, aus denen dem Passanten einst die sehnsüchtigen Lautenklänge des Minnesängers entgegen wehten, dringen nun die schwingender Saiten der Schüler der bekannten Geigerin Ida Bieler. Einst wären sich hier die Talente Monteverdis und Michelangelos begegnet, heute sind es die von Studierenden und Lehrenden internationaler Musik- und Kunsthochschulen.

Was hat das Netzwerk Neue Musik gebracht?

05.10.11 (ak) -
Die Idee war ursprünglich, eine Umfrage nicht unter den Machern, sondern unter den Beobachtern des Netzwerk Neue Musik zu machen. „Was hat das Netzwerk Neue Musik gebracht?“ war die Leitfrage, die an Musiker, Komponisten, Journalisten und Professoren ging. Beinahe 20 Personen wurden um ein Statement zu den Netzwerkaktivitäten in ihrer Stadt beziehungsweise Region gebeten. Eine Erkenntnis war: Wer das Netzwerk kennt, ist – im positiven Sinne – bereits in dasselbe mit verstrickt. Den neutralen Beobachter, der sich für Neue Musik interessiert, gab es nicht. So sagten uns aus einigen Städten Autoren ab, da sie sich aufgrund ihrer Funktionen in Verbänden und Konzerthäusern für zu befangen hielten. Das Netzwerk hat in diesem Sinne wirklich ganze Arbeit geleistet, denn schließlich war es ja eine seiner zentralen Aufgaben, alle Aktivitäten in der zeitgenössischen Szene der jeweiligen Stadt miteinander zu verbinden. Insgesamt kamen sechs Beiträge zurück, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Sie sind mal aus mehr oder weniger Nähe zum Netzwerk geschrieben. Von der kritiklosen Würdigung bis zur konstruktiven Kritik reicht die Bandbreite der Beiträge. Das Thema Netzwerk wird die nmz noch weiter beschäftigen. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe den Bericht von der Netzwerkveranstaltung „Vermittlungskunst – Qualität und Evaluation von pädagogischen Initiativen in Neue Musik“.
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