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Das Etikett muss weg: die Kammerphilharmonie Amadé mit einem Orchesterkonzert in Herne
07.02.12 (Georg Beck) -
Herne, Kulturzentrum im Februar. – Nicht was drauf stand, war bemerkenswert an diesem Konzert. Erst, wo der „Zauber der Harfe“ endete, konnte er beginnen – der Zauber Kammerphilharmonie Amadé.
Loges listiger Abend: München startet mit „Rheingold“ sein neues Ringprojekt
05.02.12 (Christian Kröber) -
Dass sich München seit langer Zeit als musikalisches Gegengewicht zu Bayreuth sieht, davon zeugt nicht nur das 1901 mit Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ erbaute und architektonisch dem Grünen Hügel nachempfundene Prinzregententheater. Vielmehr liefert man sich seit Jahrzehnten einen künstlerischen Wettbewerb bei der Pflege des Wagnerschen Erbes. Im Jahrestakt stemmen beide Häuser den kompletten Ring, und mit der Inszenierung des Rheingold haben Andreas Kriegenburg (Regie) und Kent Nagano am Pult ein künstlerisch überzeugendes Ergebnis vorgelegt.
Wanken auf schwankenden Planken: Wagners „Götterdämmerung“ an der New Yorker Metropolitan Opera
03.02.12 (Jörn Florian Fuchs) -
Zum Schluss gibt es doch noch eine klitzekleine Regieidee. Die im Rheingold so triumphal auftretenden Götter sind inzwischen zu Gipsfiguren erstarrt und während die letzte Himmlische – Brünnhilde – sich meuchelt, zerplatzen die Köpfe der Gipsgötter. Dann senkt sich das riesige, viele Millionen Dollar teure Gerüst mit beweglichen Stahlstreben ein letztes Mal und zeigt eine bunte Mischung aus Wasser, Feuer, Licht – was am Ende eines Rings halt so übrig bleibt. Aber sind wir davon wirklich bewegt oder gar überzeugt?
Fragen an uns Walhallianer: Überzeugender Abschluss des Frankfurter Rings mit der „Götterdämmerung“
30.01.12 (Wolf-Dieter Peter) -
„Schwächelnde Regie“, gar „Desinteresse der Regisseurin“ und ähnlich lauteten Gerüchte nach Vera Nemirovas gradliniger „Siegfried“-Erzählung (siehe nmz-Online vom 31.10.2011). Falsche Kriteleien: mit starken Bildern, neuen Akzenten und einer dezidierten Schlussaussage rundete sich Frankfurts „Ring des Nibelungen“ – ohne ein einziges Buh. Das war zunächst ein Kompliment an die Sänger.
15 Tableaus aus Kafkas Leben: zur Uraufführung von Zygmunt Krauzes „Die Falle“ in Wroclaw
29.01.12 (Michael Ernst) -
Franz Kafka, des deutschen Autors aus Prag, wird an der Oper im schlesischen Wroclaw mit einer Oper des Warschauer Komponisten Zygmunt Krauze nach dem gleichnamigen Drama des 90jährigen Polen Tadeusz Rózewicz gedacht. Ist solch eine Uraufführung schon der Internationalismus einer neuen Moderne?
Künstler als Quell der Berichterstattung – Berichterstattung als Qual für den Künstler
25.01.12 (Martin Hufner) -
Moritz Eggert hat im BadBlog Of Musick auf eine unfeine Begebenheit hingewiesen. Offenbar ist es nicht gestattet, als Künstler die Berichterstattung in Zeitungen zu eigenen Auftritten zu zitieren. Das haben einige Künstler zu spüren bekommen, die sogenannte Pressestimmen auf ihren Webseiten zur Information angeboten hatten. Peter Schöne, Schauspieler und Sänger, bekam es mit der Süddeutschen und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu tun. Am Ende fielen für Schöne Kosten in Höhe von 1.400 Euro an. Aber auch die Frankfurter Oper ist von dieser neueren Abmahnwelle betroffen gewesen. Die wird die zur Rede stehenden 7.500 Euro etwas lockerer aufbringen können. Was passiert da?
Der Komponist als Manager seiner selbst: Spektakulärer Nachlass mit originalem Beethoven-Brief fürs Brahms-Institut
24.01.12 (Hans-Dieter Grünefeld) -
Soziale Netzwerke im bürgerlichen Milieu des 19. Jahrhunderts funktionierten schlicht per Korrespondenz. Dabei hatten freundschaftliche Verpflichtungen offenbar einen hohen Stellenwert. Solche Briefe und andere Memorabilien wurden nicht bei Gelegenheit aussortiert und weggeworfen, sondern aufbewahrt, in den Wohnungen oder gar Häusern der Adressaten war genug Platz. Wie sonst könnte man erklären, dass der Nachlass von Renate Wirth (1920–2011), Musikpädagogin aus Frankfurt, Urenkelin des Violinisten Emanuel Wirth sowie des Harfenisten und Komponisten Franz Anton Stockhausen, glücklicherweise trotz Kriegen und anderen Tumulten erhalten blieb?
Opulente Oper für eine Krebspatientin: Stefan Herheim inszeniert Puccinis „La Bohème“ in Oslo
22.01.12 (Jörn Florian Fuchs) -
Wirklich schön ist das Ganze nicht. Statt aufbrausendem Orchestergewitter gibt’s zunächst nur den monotonen Klang einer Herzlungenmaschine. An die ist eine junge Frau mit Glatze angeschlossen. Um ihr die verbleibende Zeit ein wenig zu vertreiben, spielen Freunde, Pfleger, und Ärzte für sie große Oper. Konkret: Puccinis La Bohème.
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