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Alle Artikel kategorisiert unter »Alban Berg«
Dramatische Unmittelbarkeit: Bergs „Lulu“ in Eberhard Klokes verschlankter Fassung in Gießen
14.05.12 (Hans-Jürgen Linke) -
In der unvollendeten „Lulu“, die während der ersten gut vier Jahrzehnte nach Alban Bergs Tod auf den Bühnen zu sehen und zu hören war, lauteten am Ende des zweiten Akts Lulus letzte Worte: „Ist das noch der Diwan, auf dem sich dein Vater verblutet hat?“ Wenn man dazu addiert, dass Lulu diese Frage an ihren aktuellen Lebensabschnittspartner Alwa richtet und dass sie selbst dessen Vater erschossen hat, scheint dieser Schluss dem Prolog Recht zu geben: „Sie ward geschaffen, Unheil anzustiften, zu locken, zu verführen, zu vergiften – und zu morden ...“. Der Rest war Sinfonie und Pantomime. Ob Alban Berg das so gemeint hat?
Bergs „Lulu“ ohne Prolog und mit neuem Schlussakt: Uraufführung von David Robert Colemans Fassung an der Staatsoper Berlin
01.04.12 (Peter P. Pachl) -
Schon vor der ersten kompletten Aufführung 1979 in Paris wurde bei Aufführungen von Alban Bergs „Lulu“, häufig der Schluss der Handlung mithilfe von Bergs „Sinfonischen Stücken aus der Oper Lulu“ ergänzt. Nach der Uraufführung der durch Friedrich Cerha komplettierten Partitur achtete der Verlag Universal Edition auf eine strikte Quotenregelung: neben der kompletten Aufführung sollte der Torso nicht vergessen werden.
Rückblende 2012/03
06.03.12 ((nmz-redaktion)) -
Ein deutsches Symphoniehaus – Orff, "Jugend musiziert", Alban Bergs Lulu in Hannover und das Schlagzeug
Zirkus Lulu: Stefan Herheim inszeniert Bergs Oper an der Dresdner Staatsoper
06.02.12 (Michael Ernst) -
Die Figur der Lulu als Wille und Vorstellung. Nordisch unterkühlt inmitten von lebhafter Buntheit. In Stefan Herheims Inszenierung der gleichnamigen Oper von Alban Berg, die jetzt als Koproduktion von Kopenhagen nach Dresden übertragen worden ist, wird dieser Typus vorgeführt, seziert und gleichsam analysiert. Das musikalische Potential bleibt dabei keineswegs auf der Strecke. Für den Schlussakt bedient man sich einer Neufassung von Eberhard Kloke.
Lulu bleibt unerlöst: Erstaufführung der Kloke-Fassung des Schlussaktes von Bergs „Lulu“ in Augsburg
05.12.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Ohne PR-Wirbel um die bundesdeutsche Erstaufführung boten Dramaturgie-Intendantin Juliane Votteler und GMD Dirk Kaftan erstmals Alban Bergs „Lulu“ mit dem von Eberhard Kloke bearbeiteten 3. Akt. Er hat die vorhandenen „Lulu“-Skizzen nur so weit ausgestaltet, als Bergs Zielrichtung eindeutig war. Auf Lulus Weg durch die Pariser Halbwelt zum tödlichen Ende in London kontrastieren zu den schrillen Ensembles unter den Börsenraffkes und Sex-Erpressern jetzt neu die Solovioline für Lulu, dann Violine und Klavier begleitet von einem eher klagend aufspielenden Akkordeon. Bergs von Wedekind übernommene Drehorgelmelodie klingt treffend banal herein.
Referenzausgaben für alle, die es genau wissen wollen
07.09.11 (Christoph Schlüren) -
Das Edieren von Urtextausgaben wird immer eine höchst diffizile Aufgabe bleiben, nicht nur hinsichtlich der Detektivarbeit im Aufspüren oftmals immer schon vorhandener Schreib- und Druckfehler, sondern auch in der Abwägung der allzu oft im Widerstreit stehenden Kriterien philologischer Korrektheit und musikalischer Folgerichtigkeit, und natürlich auch in der Kompakt- und Übersichtlichkeit des Druckbildes. Den, der es genau wissen möchte, mag auch bei viel edierten Werken des Standardrepertoires verblüffen, wie viele Kleinigkeiten als frag- und korrekturwürdig in den kritischen Berichten dokumentiert werden.
„Kolossal, wo das viele Geld herkommt!“ – Vera Nemirova inszeniert die dreiaktige „Lulu“ in der Felsenreitschule
02.08.10 (Peter P. Pachl) -
Erst nachträglich, nach Beendigung der Konzeption mit dem bildenden Künstler Daniel Richter – so war auf der Pressekonferenz bei den Salzburger Festspielen zu vernehmen –, fiel durch den Dirigenten Marc Albrecht die Entscheidung, nicht den ursprünglich vorgesehenen zweiaktigen Torso, sondern auch den von Friedrich Cerha fertig gestellten 3. Akt zur Aufführung zu bringen. Also wurden zusätzliche Sängerdarsteller verpflichtet und der Vorstellungsbeginn um eine Stunde vorgezogen. Die bildliche Konzeption blieb jedoch unverändert, d. h. für den Paris-Akt wurde kein zusätzliches Bühnenbild mehr eingefügt. Dies führte zu einer eindrucksvollen Lösung, dem Spiel inmitten der Zuschauer.
Der arme Mann von nebenan: Bergs „Wozzeck“ am Moskauer Bolschoi Theater
29.11.09 (Boris Michael Gruhl) -
Das Bolschoi Theater in Moskau, seit 1776 erstes Haus am Platze, etliche Theater wurden in der Nähe gebaut, allein das Opernhaus mit dem festlichen Saal für 2300 Zuschauer, als eines der schönsten gerühmt, überragt alle. Uraufführungen gingen von hier aus um die Welt, „Schwanensee“, „Boris Godunow“. Das legendäre Theater wurde in den Revolutionsjahren 1905 und 1917 leicht beschädigt, den zweiten Weltkrieg überstand es nahezu unbeschadet, im Jahre 2005 aber fiel vorerst der letzte Vorhang.
Buch-Tipps (2009/05)
11.05.09 (Michael Wackerbauer) -
Das Reisetagebuch des Klavierbauers Johann Baptist Streicher 1821–1822. Text und Kommentar - „Immer wieder werden mich thätige Geister verlocken“. Alma Mahler-Werfels Briefe an Alban Berg und seine Frau - Peter Ruzicka: Ins Offene. Texte zur Musik
Es geht auch ohne nackte Haut: Alban Bergs komplette „Lulu“ in Wiesbaden
03.05.09 (Peter P. Pachl) -
Ein größerer Gegensatz zweier kurz aufeinander folgender „Lulu“-Inszenierungen, die teilweise sogar mit den selben Solisten besetzt sind, ist kaum denkbar, als zwischen der Inszenierung von Calixto Bieito in Basel und der Eröffnungsinszenierung der Maifestspiele Wiesbaden durch Konstanze Lauterbach.

