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Alle Artikel kategorisiert unter »Arnold Schönberg«
Rückblende 2012/05
28.04.12 ((nmz-redaktion)) -
Arnold Schönberg bezieht Stellung zum Aufführungsmonopol und zur Debatte um die Verlängerung der „Parsifal“ -Schutzfrist +++ 28 Akademien und Hochschulen bilden heute Musiker aus, können aber die Wünsche der Theater und Orchester nicht erfüllen. Für 5.500 Orchestermusiker in 85 Orchestern fehlt Nachwuchs.
LUCERNE FESTIVAL ACADEMY – Meisterkurs Dirigieren 2011 mit Pierre Boulez: Arnold Schönbergs „Variationen op. 31“
Ein fester Bestandteil des Lucerne Festival ist der Dirigiermeisterkurs mit Pierre Boulez im Rahmen der Lucerne Festival Academy. Vom 28. August bis 03.
Von der Aufführbarkeit des Unaufführbaren: Jossi Wieler inszeniert in Stuttgart Schönbergs „Die glückliche Hand“ und Janáčeks „Osud“
12.03.12 (Juan Martin Koch) -
Ist einer Oper das Etikett „unaufführbar“ erst einmal angeheftet, ist es nicht so leicht wieder abzubekommen. Entweder versucht man es mit einem einzigen schmerzhaften Ruck zu entfernen oder man geht dem Problem mit akribischer Detailarbeit zu Leibe. Stuttgarts neuer Opernintendant Jossi Wieler hat nun an einem Doppelabend beide Methoden angewandt. Die erste an Arnold Schönbergs expressionistischem Kondensat „Die glückliche Hand“, die andere an Leoš Janáčeks Künstlerdrama „Osud“ (Schicksal). Mit unterschiedlichem Erfolg.
Eine veroperte Sintflut und andere Urgewalten
08.02.12 (Gerhard Rohde) -
Der Westdeutsche Rundfunk feiert in der laufenden Saison 2011/2012 ein besonderes Ereignis: Seit 60 Jahren existiert in seinen Räumen die „Musik der Zeit“, eine verdienstvolle, unverzichtbare Einrichtung, die Musik unserer Gegenwart in all ihren Facetten zu spiegeln und zu präsentieren. Der Beginn mag vor allem älteren Musikfreunden symbolisch erscheinen.
Theatralik mit Eötvös & ein Nancarrow-Comic
07.10.11 (Max Nyffeler) -
Im fragmentarisierten, live-elektronisch transformierten Vokal- und Ins-trumentalklang der „Risonanze erranti“ (1986/87) von Luigi Nono klingt noch der „Prometeo“ nach. Doch unter dem Einfluss der depressiv-nihilistischen Texte unter anderem von Ingeborg Bachmann und Herman Melville wird nun die Werkstruktur bis an die Grenze der Selbstauflösung geführt. Das Ensemble Experimental unter der Leitung von Detlef Heusinger spitzt die Kontraste entsprechend zu: Die stark in den Vordergrund gerückten Bongos knallen, die Dissonanzen schmerzen, die langen Pausen sind fast überlang. Eine überdeutliche, technisch makellose Aufnahme aus dem Experimentalstudio des SWR. Das prozesshaft flackernde Tubasolo „Post-prae-ludium per Donau“ ist eine gute Ergänzung dazu. (Neos 11119)
DVD-Tipps 2011/07
01.07.11 (Juan Martin Koch) -
Aaron Copland: Fanfare for America. A Film by Andreas Skipis +++ Arnold Schönberg: Gurrelieder
Tanz um den goldenen Hasen mit roten Hoden: Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ am Züricher Opernhaus
17.05.11 (Frieder Reininghaus) -
Man sollte durchaus im Auge behalten, daß Arnold Schönbergs „Moses und Aron“ zu den Projekten gehört, die unvollendet blieben, weil ihre Urheber aus Deutschland fliehen mußten. Auch in den knapp zwei Jahrzehnten, die Schönberg im amerikanischen Exil lebte, wurde der dritte Akt nicht ausgearbeitet. Erst posthum gelangte der Torso zu Uraufführung – 1957 in Zürich. Seither hat es nicht an Versuchen gefehlt, das um die Identitätsfindung der monotheistischen Religion und ihr Bilderverbot kreisende Musiktheater radikal zu zeigen – vornan zu nennen sind so unterschiedliche Deutungen wie die von Herbert Wernicke in Frankfurt oder die von George Tabori und Gottfried Pilz in Leipzig. Nun haben Christoph von Dohnányi und Achim Freyer das Werk am Ort der Uraufführung neu aufbereitet.
Expressionistisches mit fünf Komponisten
19.12.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken’!!” beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner „Fünf Orchesterstücke“ op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch „baut“, bildete das Programm des Ensemble Modern Orchestra eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum seiner Konzerttournee standen. Dem Dirigenten Peter Eötvös ist es zu verdanken, dass diese Konzerte in Berlin, Fankfurt, Paris oder Luxembourg stattfinden konnten: In freundschaftlicher Verbundenheit hatte er sich kurzfristig bereiterklärt, für den erkrankten Pierre Boulez einzuspringen.
Die uraufgeführten Werke der Komponisten Bruno Mantovani, Jens Joneleit und Johannes Maria Staud stehen auf jeweils unterschiedliche Art im Zeichen eines expressionistischen Stils, der den Leitfaden des Programms abgab. Anklänge an eine expressionistische Epoche waren etwa in Bruno Mantovanis Komposition „Postludium“ zu hören, einem Anschlusswerk an seine Oper über das Leben der russischen Dichterin Anna Achmatowa. Wilder Aktionismus und Introspektion sind die zwei Pole, die der Komponist zu vereinbaren sucht. So lässt er unter einem entschlossenen rhythmischen Grundtonus evokative Linien in Flöte und Akkordeon mit forcierten solistischen Eruptionen von Klarinette und Perkussion zusammentreffen. In radikalem Gegensatz zu Schönbergs expressionistischer Gestik überwiegt hier wie auch in Jens Joneleits Komposition das Triebhafte unter den expressionistischen Stilmitteln, das immer auch mit einem gewissen Kraftakt verbunden zu sein scheint.
Der Chor als Protagonist
09.11.10 (Juan Martin Koch) -
Dass Claus Guths Salzburger Mozart-da-Ponte-Zyklus nun komplett auf DVD vorliegt, ist erfreulich, auch wenn die jüngst bei EuroArts erschienenen Aufnahmen (auch als Blu-ray, Vertrieb: Naxos) nicht an den schon vor drei Jahren von der Deutschen Grammophon veröffentlichten „Figaro“ heranreichen.
Sinn im Paradoxon: Drei Uraufführungen mit dem Ensemble Modern Orchestra im Konzerthaus Berlin
09.11.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken‘!“ beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner Fünf Orchesterstücke op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch ‚baut’, bildete dies eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum des Konzertes standen.


