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Alle Artikel kategorisiert unter »Daniele Gatti«
Beflügelte Raum- und Zeitreise: „Parsifal“-Premiere bei den Bayreuther Festspielen
29.07.11 (Peter P. Pachl) -
Nietzsches Vorwurf gegen Wagner, ein stets mehrdeutiger Zauberer zu sein, trifft vor allem für „Parsifal“ zu. Tatsächlich hat Wagner in seinem „Weltabschiedswerk“ extrem viele Schichten übereinander gehäuft, wohl auch um seiner Gattin Cosima, die ihm in die vorausgegangenen Werke hineingepfuscht hatte, zu überlisten. Regisseur Stefan Herheim gelingt es in seiner Bayreuther Inszenierung, eine Vielzahl dieser übereinander gelagerten Schichten gleichzeitig und dabei auch in sich stimmig umzusetzen. Der immense Erfolg dieser Produktion, die obendrein noch die (Rezeptions-)Geschichte der Bayreuther Festspiele selbst ins Bild setzt, gibt seiner Vorgehensweise Recht.
Im Labyrinth der Gefühle: Calixto Bieito und Daniele Gatti versuchen sich in München an Beethovens „Fidelio“
22.12.10 (Christian Kröber) -
Es waren dann doch viel weniger Buhs, als die sensationslüsterne Öffentlichkeit erwartet hatte, bei dieser ersten Arbeit des katalanischen Skandalregisseurs an der Bayerischen Staatsoper. Und sie galten vor allem dem Dirigenten. Um es vorweg zu nehmen: der Abend in München erfüllte die Erwartungen in keiner Weise. Weder kamen diejenigen auf ihre Kosten, die den Theaterskandal zum Lakmustest für die Lebendigkeit der Oper erheben; noch die Liebhaber großen musikalischen Opernglücks. Über weite Strecken herrschte pure Langeweile und Sänger, Dirigent und Orchester befanden sich, bis auf wenige, allerdings herausragende Ausnahmen, auf dem Niveau einer anständigen Provinzbühne.
Gurnemanz verliert die Flügel: Stefan Herheims Bayreuther „Parsifal“ im zweiten Jahr
03.08.09 (Peter P. Pachl) -
Nach dem Ende des zweiten Aufzuges schrillte ein „Pfui“, gefolgt von Buh-, aber auch heftigen Bravorufen durch das Festspielhaus. Stefan Herheims Inszenierung des „Parsifal“ als eine Zeitreise von der Uraufführung bis zur Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele nach dem zweiten Weltkrieg polarisiert weiterhin. Insbesondere die konsequente Bebilderung vom Aufbruch der Feldgrauen in den ersten Weltkrieg am Ende der ersten Gralsszene, Klingsors Zaubergarten als makabre, filmzitatreiche Revue im Lazarett bis zum Hissen der NS-Fahnen und Zerstörung des NS-Zaubers verstörte einige Premierenbesucher.

