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Alle Artikel kategorisiert unter »Die Walküre«

Brünnhilde schläft unter tropfenden Infrarotlampen: „Die Walküre“ an der Berliner Staatsoper

18.04.11 (Peter P. Pachl) -
Das 1901 in Berlin gegründete musikalisch-literarische Kabarett „Überbrettl“ von Ernst von Wolzogen, dem Halbbruder des Bayreuther Gralshüters und Herausgebers der Bayreuther Blätter, Hans von Wolzogen, brachte als eine seiner künstlerischen Innovationen farbige Schattenspiele mit Live-Gesang. Daran erinnern einhundertzehn Jahre später Schattenaktionen der Wälsungen hinter sich magisch öffnenden Schiebewänden in Hundings Hütte. In der „Walküre“-Inszenierung des belgischen bildenden Künstlers Guy Cassiers, für die Regie und zur Hälfte (mit Enrico Bagnoli) für das Bühnenbild verantwortlich, ist darauf u. a. als farbiges Lichtspiel ein offener Kamin á la „Schöner Wohnen“ zu bestaunen.

In der Walküren-Schule: Fortsetzung von Vera Nemirovas Frankfurter „Ring“-Inszenierung

01.11.10 (Peter P. Pachl) -
In Wagner-Inszenierungen macht die Schule offenbar Schule: Nach Konwitschnys „Lohengrin“ im Klassenzimmer, erklärte im Kopenhagener „Ring“ Alberich seinem Sohn Hagen die bestehenden Machtverhältnisse und seine Pläne der an der Schultafel. Und nun wird in der Frankfurter „Walküre“ die Rückwand von Jens Kilians Raumskulptur ebenfalls zu einer gewaltigen Schultafel, an der Wotans und seine Lieblingstochter mit Kreide und Schwamm hantieren.

Viel Jubel, aber der Abschied vom Dorst-„Ring“ fällt leicht: Betrachtungen zur Premieren-Halbzeit

30.07.10 (Peter P. Pachl) -
Konnte Richard Wagner nach der Uraufführung seines „Parsifal“ noch behaupten, dass jeder Mitwirkende getan habe, was er wolle, also „das Richtige“, womit Wagner der Anarchie ihren Sieg attestierte, so gilt dies nicht mehr für sein heutiges Bayreuther Festspiel: international gastierende Sängerdarsteller nehmen sich, mangels einer deutlichen Regie-Handschrift, aus ihren höchst unterschiedlichen Inszenierungen heraus, was andernorts oder nennenswerte Anstrengungen möglich war und für Effekt gesorgt hatte.

Wagner berührt Henze: zum Abschlusskonzert des Dortmunder Festivals „Klangvokal“

23.06.10 (Stefan Pieper) -
Für den politischen Linken Hans Werner Henze kostete es einige Überwindung, sich der Musik Wagners anzunähern. Aber er überwand die äußerlichen, politisch-symbolischen äußeren Hemmnisse, um zum Kern der Musik vorzudringen. Wagner und Henze standen nun auch bei der Konzeption des letzten Abends der Klangvokal-Festivals im Dortmunder Konzerthaus im Bezug zueinander. Damit hatte sich die zweite Ausgabe dieser ambitionierten, genreübergreifenden Konzertreihe einmal mehr um aufschlussreiche Repertoireerschließung verdient gemacht.
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