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Alle Artikel kategorisiert unter »Ensemble Modern«
Raum mit mehr als drei Dimensionen
08.02.12 (Hans-Jürgen Linke) -
In den Selbstverständigungs-Diskursen der Musik ist der Raum allgegenwärtig: als philosophischer Topos, als aufführungspraktische Voraussetzung, als Gebilde aus Projektionen, Konventionen und Zielvorstellungen. Das Nachdenken über den Raum in der Musik, über Musik im Raum geht maßgeblich auf den Komponisten Iannis Xenakis zurück, der auch Architekt und Mitarbeiter von Le Corbusier war. Bei Xenakis geht es nicht nur um die notorische Ordnung zwischen Interpreten und Hörern im Konzertraum, es geht auch darum, durch Klangereignisse und ihren allgegenwärtigen, selten eindeutigen Verweisungscharakter zu unserem sechsten Sinn, dem Vorstellungsvermögen, Zugänge zu finden. Das war das Generalthema der ersten Frankfurter Biennale für moderne Musik mit dem griffigen Namen „cresc“.
Katastrophe im Kopf – das Ensemble Intercontemporain mit vier neuen Stücken in Köln
13.01.12 (Ute Büchter-Römer) -
Die Eindrücke des Konzertes des Ensemble Intercontemporain führten zu unterschiedlichen emotional-rationalen Welten. Susanna Mälkki dirigierte Kompositionen, von denen drei in Köln zum ersten Mal nach der Uraufführung in Paris vor drei Tagen zu hören waren. Allen vier Werken lag die Idee einer Grenzerfahrung von erlebter Gleichzeitigkeit zugrunde:
Singen gegen das Trauma: Miroslav Srnkas „Make No Noise“ im Münchner Pavillon 21 uraufgeführt
29.06.11 (Juan Martin Koch) -
Dass sich die Übersetzung von Filmen in Musiktheaterwerke nicht zu einem ähnlichen Phänomen entwickelt hat wie die Literaturoper, hat seine guten Gründe, etwa in der Verschiedenheit der ästhetischen Voraussetzungen und der Publikumswirkung. Miroslav Srnka und sein Librettist Tom Holloway taten also gut daran, mit Isabel Coixets Film „The secret life of words“ von 2005 als Vorlage sehr frei und im Sinne einer kammerspielartigen Reduzierung umzugehen.
Instrumentale Höhenflüge
27.06.11 (Max Nyffeler) -
Aktuelle Neue Musik auf CD.
Vor allem die Entdeckung neuer Spielorte
02.05.11 (Albrecht Dümling) -
In ihrer zehnten Edition verließ die Berliner MaerzMusik unter dem Motto „Klang Bild Bewegung“ die angestammten Räume und breitete sich über die ganze Stadt aus. Die fortgesetzten Umbauarbeiten am eigenen Gebäude begriff Festivalmacher Matthias Osterwold als heilsamen Zwang, neue Partner und neue Spielorte zu entdecken. Die Reise führte nicht zuletzt in den Ostteil der Stadt, etwa ins elegante Café „Moskau“ an der Karl-Marx-Allee, ein rekonstruiertes Bauwerk der DDR-Moderne, in die zum Kino umfunktionierte Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz oder in den Berghain-Club hinter dem Ostbahnhof, der bei Techno-Fans Kultstatus besitzt. Diese Entdeckung neuer Räume lohnte sich und tröstete darüber hinweg, dass die dort erklingende Musik oft nur zweitrangig war.
Zwischen Historizität und Aktualität: Neue Musik zu alten Filmen beim Berliner Festival MaerzMusik
31.03.11 (Barbara Eckle) -
Am vergangenen Sonntag ging MaerzMusik, das Berliner Festival für aktuelle Musik, zu Ende. Vorwiegend experimentell und interdisziplinär ging es dabei dieses Jahr unter dem Themenkomplex „Klang Bild Bewegung” zu. Dies offensichtlich zur Freude eines außergewöhnlich diversen Publikums, wenn sich auch naturgemäß nicht jedes Experiment als eindeutiger Treffer herausstellte.
Ab ins vierte Jahrzehnt: 30 Jahre Ensemble Modern mit 6 Uraufführungen
03.02.11 (Gerhard Rohde) -
Ein Musikkritiker erinnerte kürzlich an ein Wort des Komponisten Friedrich Goldmann über die Funktion unserer Kulturorchester in der Gegenwart: Sie seien „Wiederaufbereitungsanlagen für totes Kulturgut zu Amüsierzwecken“. Das hört sich ironisch und hübsch pointiert-spitz an, stimmt sogar in vielen Fällen, wenn man an Neujahrskonzerte, Beethovens „Neunte“ und, bei Traueranlässen, an die „Eroica“ oder Chopin denkt. Aber die Wirklichkeit sieht doch etwas freundlicher aus.
