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Ferchows Fenstersturz 2010/10

29.09.10 (Sven Ferchow) -
Brechreiz überfällt mich gar nicht mal so hinterrücks, wenn ich daran denke, was mir beim Öffnen sämtlicher Internetseiten entgegen schaudert. Oder durch „frames“ die Sicht versaut. Knöpfe, Links und Leisten, die selbst esoterische Netzauftritte mit „social networks“ fraternisieren. Eine Variante des „crossover“ quasi. Der Ritterschlag, dass man von allem wenig und von nichts ein bisschen bieten kann. Eine Maxime, die „social networks“ pflegen. Oder heißt das Synergie? Egal. Alles muss verschmelzen. Sich anzapfen. Facebook saugt sich an Twitter, Twitter schlotzt sich an Flickr, Flickr paart sich mit Google, Google schnüffelt mit studiVZ, studiVZ bestäubt sich mit My space, My Space mit Youtube, Youtube mit ping, ping mit MeinVZ, MeinVz mit iTunes, iTunes mit Buzz und Buzz mit Facebook. Alle fallen sich in die virtuellen Arme. Doch heraus kommt ein inzestuöser Klumpen Info-Müll. Und die Illusion, „dabei zu sein“. Aber das waren wir schon immer gerne. Universal gültig das unschlagbare Argument: Nur so kommen wir an neue wie alte Freunde und Zielgruppen, die wir auf herkömmliche Weise nie erreicht hätten. Lächerlich. Doppel-„LOL“! (Netzjargon: „laughing out loud“).

Generation Bit - Theo Geißlers Leitartikel aus der aktuellen nmz

06.09.10 (Theo Geißler) -
Facebook, My-Space, Twitter, Blogs: Schon den richtigen Ton zu finden auf diesen Plattformen, in dieser Eu- und Kakophonie der Bilder, Texte und Sounds, ist für den altersbedingt hochgeneigten Thomas-Mann-Freak wie ein Besuch im renovierten Turm zu Babel. Emotionen, die in schnöden Sonderzeichen ausgetobt werden, ein Textlevel nahe dem Analphabetentum – was hat ein Best-Ager da zu suchen, statt beim Edel-Italiener Barolo zu süffeln?

Link-Tipps 2010/05

05.05.10 (Martin Hufner) -
Die nmz geht fremd. Das heißt, sie traut sich hinaus. Das heißt, sie öffnet sich weiter und lässt gewissermaßen die Druckerschwärze runter. Manchmal ist es einfacher, sich außerhalb des eigenen Hauses zu treffen. Internet-Café aktuell. Und eine iPhone-Application kommt bestimmt auch noch mal – aber das wird teuer.
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