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Alle Artikel kategorisiert unter »Geistiges Eigentum«

Höhere Aufmerksamkeit für Autoren

06.07.10 (Gabriele Schulz) -
Als Berliner Rede zum Urheberrecht wurde die Rede von Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger am 14. Juni 2010 zur Eröffnung des Dialogs zum 3. Korb der Reform des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft angekündigt. „Berliner Rede“ – damit wurde die Latte sehr hoch gelegt. Und gleich in ihren einleitenden Worten stellte Leutheusser-Schnarrenberger eine Verbindung zum „Erfinder“ der Berliner Rede, Altbundespräsident Herzog, her, indem sie ihn mit folgenden Worten zitierte: „Erbärmlich ein Eigentumsbegriff, der sich nur auf Sachgüter, Produktionsmittel und Wertpapiere bezieht und die Leistungen des menschlichen Geistes ausklammert! Erbärmlich eine Gesellschaft, die sich einen solchen Eigentumsbegriff leisten wollte!“

UNESCO-Welttag des Buches und Urheberrechts

Zum "Welttag des Buches und des Urheberrechts" am 23. April 2010 feiern Buchhandlungen, Verlage und Schulen deutschlandweit ein großes Lesefest. Im Mittelpunkt der Aktivitäten steht eine Gutschein-Aktion: Das neue Kinderbuch "Ich schenk dir eine Geschichte – Freundschaftsgeschichten" wird in einer Auflage von über einer Million Exemplare von rund 3.000 Buchhandlungen an junge Leser verschenkt. Den Weltbuchtag koordinieren der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Stiftung Lesen. Die Deutsche UNESCO-Kommission, Kultusministerien der Länder, das ZDF und die Deutsche Post unterstützen die bundesweite Kampagne.

Auf der Suche nach neuen Spielregeln

11.03.10 (Barbara Haack) -
Unter einer Kulturflatrate ist die Legalisierung der nichtkommerziellen Weitergabe und Vervielfältigung von digitalen, urheberrechtlich geschützten Werken über das Internet zu verstehen, für welche zum Ausgleich ein pauschales Entgelt zur Entschädigung der Rechteinhaber zu erheben und an diese abzuführen ist. Ihre Einführung wird derzeit von Politik und Interessensvertretern diskutiert (siehe auch das Interview mit Stefan Michalk).

Copyright-Klau II

26.02.10 (Max Nyffeler) -
Das Copy-/Paste-Verfahren wird heute bekanntlich von künstlerisch impotenten Leuten als neue Kreativität propagiert: Was man anderswo geklaut hat, wird am Computer bearbeitet, gemixt und dann der Öffentlichkeit als subversive Kunst verkauft. In der letzten Beckmesser-Kolumne war die Rede von einem englischen Betrüger, der auf diese Weise die Aufnahmen zahlloser Pianisten „kreativ“ bearbeitete und erfolgreich als Produkt seiner Ehefrau Joyce Hatto verkaufte. Die Dummen waren neben den gutgläubigen CD-Käufern auch die Kritiker, die die Plagiate hochgejubelt hatten und nach Entdeckung des Schwindels als Schwadroneure dastanden.

Irrweg oder Zukunftskonzept? Bundesverband Musikindustrie veröffentlicht Positionspapier zur Kulturflatrate

25.01.10 (huf) -
Dass die so genannte Kulturflatrate seit einiger Zeit ein heftig diskutiertes kulturpolitisches Eisen ist, ist nicht zu übersehen. Bislang hat sich der Bundesverband Musikindustrie mit diesem Thema nicht weiter tiefgründig befasst, sondern allgemein und der Tendenz nach gesagt, dass für sie eine solche Einrichtung nicht infrage komme. Seit heute haben wir es aber schriftlich. In 10 Punkten legt der Bundesverband dar, warum die Kulturflatrate ihrer Meinung nach mehr Probleme aufwirft als sie löst.

Demokratie im Netz

27.08.09 (Max Nyffeler) -
Erst zehn Jahre ist es her, da stellte der achtzehnjährige Collegeboy Shawn Fanning in den USA ein Tauschprogramm namens Napster ins Internet. Es war ein einschneidendes Ereignis. Die Musikfans jubelten, die Medienkonzerne zitterten und das goldene Zeitalter des Musikkonsums schien anzubrechen: Nieder mit dem Privateigentum! Die Musik gehört jetzt Allen und das Hören ist ein Menschenrecht! Doch wie es mit Revolutionen so geht: Nach einigen Jahren wurde Napster kapitalistisch nutzbar gemacht und fristet heute eine ruhmlose Existenz als Vertriebskanal von Bertelsmann. Der Damm war aber gebrochen und damit das Tabu des geistigen Eigentums. Die allgemeine Verfügbarkeit von „Content“ wurde Alltag.

Herausforderung Digitalisierung: Kulturpolitik in der Zeitenwende

10.07.09 (kiz-lieberwirth) -
Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien, und der Vorstand des Deutschen Kulturrates, vertreten durch Max Fuchs, Christian Höppner, Georg Ruppelt und Olaf Zimmermann, vereinbarten gestern (9.7.) aufgrund der ausgezeichneten Zusammenarbeit in dieser Legislaturperiode einen weitern engen Gedankenaustausch.

Verlage kämpfen für Verwertungsrechte im Internet [Update]

08.06.09 (huf) -
Mit einer Resolution zur Zukunft des „Geistigen Eigentums“ im Internet melden sich einige Hamburger Verlage zu Wort. Sie plädieren für eine Verbesserung des Schutzes geistigen Eigentums im Internet und äußern sich zum Verhältnis „freier und kostenloser Zugang“ zu Informationen. Die geforderten Anpassungen der Rechte von Urhebern und Werkevermittlern werden vorausschauend den politischen Entscheidungsträgern unterstellt.

Simon vs. Kreidler: Komponisten im ästhetischen Bloggerkampf unterwegs

14.04.09 (Martin Hufner) -
Die Zeiten, da man sich bei unterschiedlichen Meinungen auch im ästhetischen und im ästhetisch-politischen Bereich die Ohren abschnitt, sind vorbei. Ehrabschneidend ginge da schon eher an. Seit einiger Zeit ist der Berliner Komponist Johannes Kreidler mit einigem öffentlichkeitswirksamem Erfolg auch im Internet präsent. „Chart-Music“, „Product-Placement” oder „Call Wolfgang“ heißen die letzten größeren Werke, die weit über die engere Szene hinaus einige Wirksamkeit entfaltet haben.

Als Allgemeingut im Netz: die Werke Gustavo Becerra-Schmidts sind „open score“ · Von Wolfgang Martin Stroh

01.06.08 (Wolfgang Martin Stroh) -

Sollen die Ergebnisse künstlerischer Kreativität künftig der Allgemeinheit übergeben werden, ohne dass diese dem Schöpfer dafür einen „angemessenen Lohn“ zahlt? Im Grunde steht es jedem Künstler frei, sein Urheberrecht in klingender Münze einzufordern oder eben dies nicht zu tun. Wie er im letzteren Fall seine Brötchen und ähnliches finanziert, bleibt allerdings ihm selbst überlassen. Die Diskussion über „creative commons“ greift um sich. Der Umkehrschluss zur bisher mehr oder weniger unangefochtenen These vom „Recht am geistigen Eigentum“, den unser Autor Wolfgang Martin Stroh im folgenden wagt, hat allerdings bisher nicht Schule gemacht. Stroh stellt die Urheberrechtsdiskussion gewissermaßen von den Füßen auf den Kopf, wenn er das seit mindestens 100 Jahren erkämpfte Diktum vom „geistigen Eigentum“ radikal abschaffen möchte. Der Text ist eine Rede Strohs, die er im Rahmen des „open score project“ des Instituts für Musik der Universität Oldenburg im Februar 2008 hielt. Ob mit einer radikalen Sozialisierung aller „Kreativ-Produkte“ irgendjemandem gedient ist (dem Rezipienten, der sich in der Regel über kulturelle Vielfalt freut, der „bösen“ Musikwirtschaft, die hier ein weiteres Mal mit Genuss zur Ursache allen Übels deklariert wird oder aber dem Künstler selbst) sei dahin gestellt. Ein wenig zu leicht macht Stroh es sich, wenn er sich in Zeiten zurückträumt, in denen Komponisten dem Publikum ihre Musik überließen mit der Bitte „dafür dankbar zu sein, indem Ihr mir Kost und Logie bietet“. Und sein Mitleid mit den armen Komponisten-Kollegen, die „noch an geistiges Eigentum glauben…“, mag man als übertrieben werten. Die heftige Diskussion, die der folgende Text allein in den Reihen der nmz-Redaktion ausgelöst hat, tragen wir mit seiner Publikation in die Öffentlichkeit. An einer wie auch immer gemäßigten oder provokanten Beschäftigung mit der zukünftigen Behandlung der Urheberrechtsfrage im Zusammenhang mit der Idee von „creative commons“ kommt das Musikleben jedenfalls heute nicht mehr vorbei.

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