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Alle Artikel kategorisiert unter »Georg Friedrich Händel«
Karneval und Katholizismus: Händels Oratorium „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“ szenisch an der Berliner Staatsoper im Schillertheater
16.01.12 (Peter P. Pachl) -
Nun hat die Stagionewelle Berlins Staatsoper unter den Linden im Schillertheater vollends erfasst. In weniger als einem halben Monat wird eine Inszenierung abgespult, die vor neun Jahren, im Januar 2003, am Opernhaus Zürich Premiere hatte und danach auch in Madrid auf dem Spielplan stand. Neuestes Ergebnis einer recht beliebigen Premieren-Abfolge der beiden Berliner Opernhäuser an der Bismarckstraße, wo in dieser Saison berühmte Opern gerne konzertant, Oratorien hingegen szenisch produziert werden und eine Spielplan-Rarität gleich doppelt auf dem Programm steht, ist im Schillertheater Georg Friedrich Händels erstes Oratorium in einer inzwischen legendär triumphalen Inszenierung des Hausherr Jürgen Flimm aus dem Jahre 2003, getreu dem Kölner Erfolgsrezept Karneval – Katholizismus – Klüngel.
Durchdeklinierte Liebesvielfalt: Jan Philipp Gloger inszeniert Händels „Alcina“ an der Semperoper
01.11.11 (Michael Ernst) -
Wann wird der Mann zum Mann? An der Dresdner Semperoper wird die alte Sangesfrage so beantwortet: Wenn er eine Krawatte trägt. Bis dahin ist er willenloses Lustobjekt. Jedenfalls auf der Liebeszauberinsel von Alcina. Das verführerische Weib lässt die bei ihr gestrandeten Mannsbilder zu Viechern werden. Eine Enklave der Libertinage. Bis die wahre Liebe Einzug hält. Und der Mann wieder zum Mann wird. Mit allen Pflichten und – Krawattenzwang.
Als Semele einmal Zoff mit Jupiter hatte
30.06.11 (Verena Fischer-Zernin) -
Länger könnten die Beine nicht sein und die Absätze nicht höher. Acht junge Damen schreiten über den Catwalk. Da glitzern Roben ganzkörperlich in Gold und bauscht sich der Tüll, Wespentaillen und Culs de Paris treiben die weibliche Silhouette ins Absurde, wispernde Seide trifft auf T-Shirt-Stoff und Jeans mit Löchern. Die Gesichtszüge der Models verlieren sich hinter weißer Theaterschminke und Clownsmündern, darüber türmen sich die toupierten, knallrot oder orange gefärbten Haare.
Das Karussell als Sinnbild: Calixto Bieito inszeniert Händels „Il trionfo del Tempo …“ am Staatstheater Stuttgart
30.05.11 (Frieder Reininghaus) -
Es ist zumindest marktschreierisch (wenn nicht irreführend), „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“ dem dunklen Kontinent der musica proibita zuzuschlagen. Das Kammer-Oratorium mit dem etwas sperrigen Titel „Der Triumph von Zeit und Erkenntnis oder Enttäuschung“ wurde 1707 vermutlich unter Konzertmeister Arcangelo Corelli in Rom uraufgeführt, als Papst Clemens XI. in theologischem Kalkül dort Opernvorstellungen aus dem öffentlichen Leben verbannt hatte. Seit dem „Heiligen Jahr“ 1700, das von Schuldbekenntnis, Reue und Ablass geprägt sein sollte, waren die Theater geschlossen. Repräsentative musiktheatrale Produktionen fanden in geistlichen Seminaren und Kollegien statt (die besseren Kreise mussten also nicht wirklich Diät leben – man trank den Wein heimlich und predigte öffentlich Wasser).
Endlich wieder ein Held in der Halle: Dietrich Hilsdorf inszeniert Händels „Hercules“ am Aalto-Theater Essen
12.12.10 (Frieder Reininghaus) -
„Hercules“ gilt als eines der bedeutendsten Oratorien Georg Friedrich Händels (1685–1759). Die Partitur entstand 1744 während des Österreichischen Erbfolgekriegs – im Anschluss an „Semele“ sowie „Joseph und seine Brüder“, unterbrochen von Arbeiten am „Belshazzar“. Die Uraufführung fand im Frühjahr 1745 in London statt. Der Komponist bezeichnete das Werke als „a musical drama“. Tatsächlich verläuft die den ältesten Überlieferungen aus dem griechischen Altertum entstammende Handlung dramatisch. So erscheint eine vitale Präsentation auf der Bühne nicht nur plausibel, sondern nachgerade legitim.
Händel-Erinnerung
09.11.10 (Hanspeter Krellmann) -
Sven-David Sandström: Messiah. Robin Johannsen (Sopran), Roxana Constantinescu (Alt), Timothy Fallon (Tenor), Michael Nagy (Bariton); Festivalensemble Stuttgart; Helmuth Rilling. Carus 83.453
