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Alle Artikel kategorisiert unter »Gioachino Rossini«
Raubtierkäfig auf Marmorpodest: Premiere von Gioacchino Rossinis „Tancredi“ an der Deutschen Oper Berlin
23.01.12 (Peter P. Pachl) -
Berlin ist eine der wenigen Metropolen, die kein Theatermuseum besitzt, obgleich doch in Berlin, wie in kaum einer anderen deutschen Stadt, Theatergeschichte geschrieben und auch die Bühnentechnik revolutioniert wurde. Die rührige Initiative TheaterMuseum Berlin e. V. bemüht sich seit einigen Jahren intensiv darum, Räume und Möglichkeiten für eine Finanzierung und zum Aufbau eines Theatermuseums zu finden. Ein derartiges Theatermuseum, wie es die jüngste Produktion der Deutschen Oper Berlin vorführt und damit gleichzeitig die Stagionewelle von der Staatsoper – derzeit in der Bismarckstraße schräg gegenüber – auf die eigene Bühne schwappen lässt, sollte damit aber nicht gemeint sein.
Zu viel Erfurcht in Erfurt: Gioacchino Rossinis „Petite Messe solennelle“, theatral aufbereitet
11.09.11 (Frieder Reininghaus) -
Fragen nach Öffnungszeiten melden sich zu Beginn der Kreation, zu dem zwei Darsteller unter einem kess geschwungenen Bogen hervortreten. Der überwölbt – womöglich in Erinnerung an den vom Gott des Alten Testaments gesetzten Regenbogen und an die Produktästhetik der 1950er Jahre – die Bühne des Erfurter Theaters. Derlei Fragen bildet einen probaten Auftakt für ein Theaterprojekt, das eine Meßkomposition „um intime Zeugnisse des Glaubens und Zweifeln“ zu bereichern beabsichtigte.
Französische Kleinstadtidylle: Giacchino Rossinis „Le Comte Ory“ am Opernhaus Zürich
28.01.11 (Frieder Reininghaus) -
Das Theater nimmt seine Stoffe, wo es sie findet – auch wenn manche Ort und Umstände mitunter anrüchig finden. In diesem Fall: Die zündenden Ideen für das Brio und den Situationswitz Rossinis kamen dem großen Theaterdichter Eugène Scribe 1828 durch den Blick in eine Romance von Pierre-Antoine de La Place aus den besten Tagen des Marquis de Sade. Insbesondere auch die wunderbare Parodie auf die Gewitterszene zu Beginn von Willibald Glucks „Iphigénie en Tauride“ oder den Alternativentwurf zur nächtlichen Park-Szene im 4. „Figaro“-Akt von da Ponte und Mozart, bei der ein Graf die Hände an einem Objekt seines Begehrens hat, diese Frau aber zugleich vom Pagen bearbeitet wird. Auch hier geht es in aparter Weise um Verstellung und Verkleidung, Blindheit und überraschend geöffnete Augen in „Liebesdingen“.
Schöner leben und neppen: Puccini-Fastfood in Viareggio, Rossini-Perle in Pesaro
13.08.10 (Frieder Reininghaus) -
Es liegt noch nicht nur ein knappes halbes Jahrhundert zwischen Gioacchino Rossini und Giacomo Puccini, sondern auch der schroffe Bergkamm des Apennins. Die beiden Komponistin trennt die Art, wie sie das intensive Leben in Musik setzten und auf die Bühne brachten; auch die Weltläufigkeit, die der „Schwan von Pesaro“ dem Maestro aus Lucca voraus hatte, nicht nur die Hobbys – Puccini jagte Wasserhühner und hatte ungezügelten Appetit auf Frauen, Rossini avancierte zum passionierten Koch und vorzüglichen Esser – sondern auch die Art des Gedenkkults, der um die beiden getrieben wird.

