Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.
Alle Artikel kategorisiert unter »Günter Krämer«
Egoisten unter sich: Wagners „Götterdämmerung” an der Opéra Bastille Paris
07.06.11 (Frieder Reininghaus) -
Unscharf deutet sich im Hintergrund die Silhouette einer Stadt an. Vor diesem Weichbild kreist ein Gerüst mit einem Spezial-Netz, auf dem virtuelle Wellen spielen und Flammen züngeln können, das aber stets noch einen vagen Blick auf die dahinter singenden Akteure ermöglicht. Rechts vorn am Rand der ansonsten fast leeren Bühne liegen Helm, Schild und der zerbrochene Speer Wotans. Das Spiel mit den aufreizenden altdeutschen Lettern der Worte GERMANIA bzw. MANIA und GER, das in den ersten drei „Ring“-Abenden eine zentrale dramaturgische Funktion einnahm, machte einem schnörkellosen Zugriff auf die kontrastreichen Absichten und Obsessionen der Protagonisten Platz.
Produktive szenische Energie: der Schauspiel- und Opernregisseur Günter Krämer wird 70
01.12.10 (Gerhard Rohde) -
An der Pariser Bastille-Oper „stemmt“ er, wie die Riesen im „Rheingold“ die Burg Walhall, gerade Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ auf die Bühne, die erste Inszenierung des Hauses überhaupt: Günter Krämer, geboren am 2. Dezember 1940 in Neustadt an der Weinstraße, gehört seit langer Zeit zu den profiliertesten, auch schillerndsten Regisseuren des Theaters.
Walkürendämmerung – Fulminanter erster "Ring"-Tag an der Pariser Opéra Bastille
02.06.10 (Peter Krause) -
Richard Wagners „Ring“-Tetralogie ist irgendwie alles: Mythos und Märchen, politische Parabel und psychologisches Kammerspiel. Seit der Meister selbst sein Bühnenfestspiel 1876 auf die Bayreuther Bühne gehievt hatte, scheint in unzähligen Inszenierungen einfach jede nur denkbare Lesart des Stoffes durchdekliniert. In seiner nunmehr zweiten Annäherung an den „Ring“ – die erste Anfang der 90er Jahre in Hamburg überzeugte als insgesamt starke, weil poetisch sensible und in der Personenregie ausgefeilte Regiearbeit – hat Günter Krämer nun einen dezidiert politischen Zugriff auf den „Ring“ versprochen: Nach einem mit kraftvollen Bildern klar erzählten „Rheingold“ im März folgte jetzt an der Pariser Opera Bastille bereits „Die Walküre“.
Zukunftsmusik: Philippe Jordan dirigiert „Das Rheingold“ in Paris
08.03.10 (Peter Krause) -
Just 200 Jahre nach Ausbruch der Französischen Revolution wurde 1989 in Paris die Opéra Bastille eröffnet – als neues, technisch und in seinem gesellschaftlichen Anspruch hoch modernes Opernhaus: Präsident Mitterand hatte im Sinn, die klassische Musik zu popularisieren – ein bis heute gleichsam revolutionärer Anspruch. Ihn mit Richard Wagners Ring-Tetralogie und ihrer Umwertung aller Werte auch künstlerisch zu untermauern, hat indes nicht einmal Gerard Mortier vermocht.
