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Alle Artikel kategorisiert unter »Jens Joneleit«

Expressionistisches mit fünf Komponisten

19.12.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken’!!” beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner „Fünf Orchesterstücke“ op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch „baut“, bildete das Programm des Ensemble Modern Orchestra eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum seiner Konzerttournee standen. Dem Dirigenten Peter Eötvös ist es zu verdanken, dass diese Konzerte in Berlin, Fankfurt, Paris oder Luxembourg stattfinden konnten: In freundschaftlicher Verbundenheit hatte er sich kurzfristig bereiterklärt, für den erkrankten Pierre Boulez einzuspringen. Die uraufgeführten Werke der Komponisten Bruno Mantovani, Jens Joneleit und Johannes Maria Staud stehen auf jeweils unterschiedliche Art im Zeichen eines expressionistischen Stils, der den Leitfaden des Programms abgab. Anklänge an eine expressionistische Epoche waren etwa in Bruno Mantovanis Komposition „Postludium“ zu hören, einem Anschlusswerk an seine Oper über das Leben der russischen Dichterin Anna Achmatowa. Wilder Aktionismus und Introspektion sind die zwei Pole, die der Komponist zu vereinbaren sucht. So lässt er unter einem entschlossenen rhythmischen Grundtonus evokative Linien in Flöte und Akkordeon mit forcierten solistischen Eruptionen von Klarinette und Perkussion zusammentreffen. In radikalem Gegensatz zu Schönbergs expressionistischer Gestik überwiegt hier wie auch in Jens Joneleits Komposition das Triebhafte unter den expressionistischen Stilmitteln, das immer auch mit einem gewissen Kraftakt verbunden zu sein scheint.

Sinn im Paradoxon: Drei Uraufführungen mit dem Ensemble Modern Orchestra im Konzerthaus Berlin

09.11.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken‘!“ beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner Fünf Orchesterstücke op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch ‚baut’, bildete dies eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum des Konzertes standen.

Ein Stück Gedanken-Theater, ein Seestück

02.11.10 (Juan Martin Koch) -
Unterschiedlicher hätten die Voraussetzungen kaum sein können als bei den beiden Opernuraufführungen, die im Oktober in Berlin und Nürnberg über die Bühnen gingen. In Nürnberg eine dem gediegenen fränkischen Staatstheaterambiente angemessene Literaturoper, im Schillertheater, dem Interimsquartier der Lindenoper, ein Hauptstadt-Ambitionen suggerierendes Gedanken-Musik-Theater mit hohem intellektuellen Anspruch. Weil hierzu ursprünglich Christoph Schlingensief seine assoziativen Bilderwelten liefern sollte, war das Medieninteresse vergleichsweise hoch. Was würde das Produktionsteam im Kollektiv – auf einen Ersatz für den verstorbenen Regisseur war verzichtet worden – aus der doppelten Überschreibung von Nietzsche-Texten (zunächst durch René Pollesch, dann durch Jens Joneleit und Jens Schroth) szenisch machen? Die Antwort hierauf war am Ende ebenso enttäuschend wie die Unternehmung insgesamt.

Ein Vakuum, routiniert vertont: Jens Joneleits „Metanoia“ eröffnete die Berliner Staatsopernsaison im Schillertheater

03.10.10 (Juan Martin Koch) -
Von vergleichsweise großem medialen Interesse begleitet (das rbb Kulturradio übertrug live, ARTE zeitversetzt) ist die Berliner Staatsoper in ihre erste Saison im Schillertheater gestartet. Jens Joneleits Oper „Metanoia – Über das Denken hinaus“ hinterließ dabei den handwerklichen Qualitäten der Partitur zum Trotz einen schwachen Eindruck.

Joneleit: Wendung in "Metanoia"-Produktion nach Schlingensiefs Tod

22.09.10 (nmz/kiz) -
Berlin - Die Produktion der Oper "Metanoia" hat nach dem Tod von Regisseur Christoph Schlingensief eine "radikale Wendung" genommen. Das kündigte der Komponist Jens Joneleit an. Es sei kein neuer Regisseur benannt worden, stattdessen erarbeiteten das Produktionskollektiv, Regiemitarbeiter, Dramaturgie, Gesangssolisten und Chor gemeinsam unter Beteiligung von Dirigent Daniel Barenboim die szenische Realisierung seiner Oper, sagte er der "Berliner Morgenpost" (Mittwochausgabe).

Barenboim: „Metanoia“ soll keine Gedenkfeier für Schlingensief werden

19.09.10 (Agentur - dapd) -
Die Uraufführung der Oper "Metanoia" am 3. Oktober im Schiller Theater in Berlin soll nach Worten von Dirigent Daniel Barenboim "keine Gedenkfeier" für den verstorbenen Regisseur Christoph Schlingensief werden. "Wir haben uns geeinigt, dass wir das bereits Vorhandene wie Teile seines Bühnenbilds und die Kostüme seiner Witwe Aino nehmen, es ansonsten aber in diesem unvollendeten Zustand lassen", sagte Barenboim der "Berliner Morgenpost" (Sonntagausgabe). "Weder werden wir spekulieren, was er gemacht hätte, noch eine andere Regie versuchen. Aber sein Geist ist in dieser Aufführung."

«Metanoia» feiert wie geplant am 3. Oktober Uraufführung

24.08.10 (nmz/kiz) -
Berlin - Trotz des Todes von Regisseur Christoph Schlingensief wird die Oper «Metanoia - Über das Denken hinaus» am 3. Oktober zur Wiedereröffnung des Berliner Schiller Theaters ihre Uraufführung feiern. Dies sagte ein Sprecher der Staatsoper Unter den Linden. Der am Samstag mit 49 Jahren an Krebs gestorbene Schlingensief sollte die Oper von Jens Joneleit inszenieren. Regiemitarbeiterin ist Anna-Sophie Mahler.
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