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Alle Artikel kategorisiert unter »Kulturpolitik«

Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper: die allgemeine Sparwut scheint die Rundfunksinfonieorchester zu erreichen

28.01.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtet er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren. [Vorabveröff. aus nmz 2/2012]

Lob der Provinz und ihrer Musentempel

06.12.11 (Juan Martin Koch) -
Ralph Bollmann: Walküre in Detmold. Eine Entdeckungsreise durch die deutsche Provinz, Klett-Cotta, Stuttgart 2011, 285 S., € 19,95, ISBN 978-3-608-94621-5

Woran Deutschland krankt

06.12.11 (Leserbrief) -
Ihr Artikel „Reform-Stau“ in der neuen musikzeitung vom letzten September hat in mir ein Gefühl großer Erleichterung ausgelöst. Endlich spricht jemand öffentlich aus, woran unser heutiges Deutschland krankt. Das ist nicht mehr das Land der Dichter und Denker, ein von Kunst und Kultur beseeltes Land! Das ist ein Land der Oberflächlichkeit und der Profitgier geworden, bewohnt von Menschen, denen echte geistige Wertmaßstäbe und damit wirkliche Werte immer mehr abhanden kommen.

Cluster 2011/11

31.10.11 (Martin Hufner) -
„Anmut sparet nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand“, mit diesen verdammt raffiniert und sensibel gehobelten Worten gab Bert Brecht der deutschen Bevölkerung in der Kinderhymne seine Aufgabe für ein blühendes, gutes Deutschland mit auf den Weg. Eine Ansprache an alle. Ein Auftrag für alle. Aber von allen Kanzeln wird gegenwärtig genau das Gegenteil herunterposaunt.

Briefe an die Kollegen

07.10.11 (Jürgen Gräßer) -
Gustav Mahler: „Verehrter Herr College!“. Briefe an Komponisten, Dirigenten, Intendanten, hrsg. v. Franz Willnauer, Paul Zsolnay Verlag, Wien 2010, 424 S., € 24,90, ISBN 978-3-552-05499-8

Thüringen stockt Förderung für Theater und Orchester auf

30.06.11 (Agentur - dapd) -
Erfurt - Thüringens Theater und Orchester erhalten ab 2013 mehr Geld vom Land. Die Mittel sollen zunächst von derzeit jährlich 58,7 Millionen Euro auf 61,5 Millionen Euro aufgestockt werden, wie Kultusminister Christoph Matschie (SPD) am Donnerstag in Erfurt sagte. Bis 2016 würden die Zuwendungen dann schrittweise auf 64,8 Millionen Euro erhöht.

Theaterkritiker Nagel: Große Zeit des Theaters ist vorbei

28.06.11 (Agentur - dapd) -
Berlin - Die große Zeit des Theaters ist nach Einschätzung des ehemaligen Intendanten und Kritikers Ivan Nagel vorbei. Die Bedeutung des Theaters sei früher größer gewesen, sagte Nagel, der am Dienstag seinen 80. Geburtstag feierte, im Deutschlandradio Kultur.

Unterhaltsam und erhellend

03.05.11 (Christoph Vratz) -
Er fühlt sich als Österreicher jüdisch-ungarischer Abstammung. Äußere und innere Heimat liegen nicht immer eng beieinander, doch bei ihm irgendwie schon. Hans Landesmann – ein Name, der zum Synonym wurde für erfolgreiche, leidenschaftliche Arbeit hinter den Kulissen. Denn Landesmann ist weder Pianist noch Dirigent noch Sänger, kein Rampenmann also. Im nächsten Jahr feiert er seinen 80. Geburtstag, 1977 wurde er Generalsekretär des Wiener Konzerthauses, bevor er Ende der 80er-Jahre ins Direktorium der Salzburger Festspiele wechselte und schließlich 2009 als Gründer und Leiter die erste Salzburg Biennale erlebte.

Schmusekurs: ein Kurs-Sturz

31.03.11 (Theo Geißler) -
„Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen“ – der Karnevalshit weist fraglos einen probaten Weg, Immobilienwert zu schreddern. Alternativ könnte man aber das Häuschen in bester Nachwuchsförder-Absicht auch dem Deutschen Musikrat (DMR) vermachen: Dann landet der Erblasser-Wille auf dem Müllhaufen und das schöne Geld versackt in den gefräßigen Abgründen irgendeines ministerialen Etats. So geschehen mit einer Millionen-Erbschaft, die eigentlich den Wettbewerben „Jugend musiziert“ zugute kommen sollte (siehe nmz 3-11).

Symposium „Neue Musik - Neue Öffentlichkeit“ in München – Ein Aufruf zur Differenzierung

07.02.11 (Wolf Loeckle) -
Vom 4. bis 6. Februar fand in München ein öffentliches Symposium zum Thema „Neue Musik – Neue Öffentlichkeit?“ statt. Wolf Loeckle war dort und berichtet über Komponisten, Wissenschaftler, Kritiker und Organisatoren neuer Veranstaltungsformate.
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