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Alle Artikel kategorisiert unter »Medien«
Szenenbilder von der SoundTrack_Cologne 7.0
Das Kölner Medienmusikforum SoundTrack_Cologne ist der jährliche Treffpunkt für die deutsche und europäische Medienmusikszene. Die eigenständige Mischung aus Festival und Fachkongress hat sich über die Jahre im Medienzentrum Köln etablieren können und verzeichnet Jahr für Jahr Zuwächse bei Publikum und Programminhalten. Die 7.
Sechzig Jahre Spiegel und Motor zugleich
29.01.11 (Gerhard R. Koch) -
Jubiläen bleiben heikel, zumal im Zusammenhang mit den großen „runden“ Zahlen und den entsprechenden Festivitätszwängen. Diese freilich werden, trügt der Anschein nicht, stetig äußerlicher: Das Absterben des Bildungsbürgertums, das man auch nicht allzu sehr glorifizieren sollte, und die zunehmende Dominanz von Kommerz und Medien, die man ebensowenig pauschal verteufeln sollte, haben den traditionellen Kulturbegriff ausgehöhlt. Dem Kult um die „höchsten Werte“, „größten“ Werke und Namen haftet mehr und mehr etwas Hilfloses an. Selbst CDU und CSU tun sich immer schwerer damit, zu definieren, was sie eigentlich unter „konservativ“ oder „Tradition“ verstehen sollen und wollen, was ihnen das ominöse „C“ im Parteinamen bedeutet. Zu mehr als Sonntagsreden-Lippenbekenntnissen jedenfalls reicht es kaum mehr. Vielleicht ist das auch ganz gut so.
Dieter Gorny ist neues Mitglied der SPD-Medienkommission
15.11.10 (Martin Hufner) -
Wahrscheinlich ist dies der entscheidende Schritt in der politischen Karriere von Dieter Gorny, das wird man sehen, aber es ist auf jeden Fall ein entscheidender Schritt für den Bundesverband Musikindustrie. So dicht war der Verband wohl noch nie in die Politik eingebunden. Von Lobbyismus mag man da schon gar nicht mehr sprechen. „Mit Dieter Gorny hat die Medienkommission einen Berater und Experten aus der Kreativwirtschaft gewinnen können, der der Kommission wichtige Impulse für die Arbeit bei den Themen Content, Medien und Digitalisierung geben wird“, liest man dazu in der Pressemeldung.
Höhere Mathematik
06.07.10 (Martin Hufner) -
Haben Sie sich eigentlich schon mal Gedanken darüber gemacht, wie viele Ohren Sie haben? Zählen Sie mal genau nach. Ich habe jetzt lange nachdenken müssen. Es sind nämlich acht! Zwei habe ich im Wohnzimmer, zwei habe ich im Arbeitszimmer, zwei sind in meinem Geschäftsfahrzeug und weitere zwei in der Gartenlaube. Wahrlich ein echter Luxus, zumindest was das Auto und die Gartenlaube angeht. Ich habe die Rechnung dann wiederholt und nachgerechnet, wie viele Gehirne ich denn habe. Ergebnis: eines! Allerdings wird das von manchen Zeitgenossen in Zweifel gezogen. Aber ich bleibe dabei. Acht Ohren, ein Gehirn. Meine acht Ohren habe ich nicht selbst entdeckt, sondern die Gebühreneinzugszentrale der Rundfunkanstalten (kurz: GEZ). Die macht nämlich einen Unterschied zwischen Ohren, die man so oder so nutzt. Die muss offensichtlich von einer parallelen Nutzung der Rundfunkgeräte ausgehen. Zwar ist es mir noch nie passiert, dass ich alle acht Ohren auf einmal eingesetzt hätte, aber möglich wäre es ja trotzdem. Ist ja auch völlig der Lebenserfahrung entsprechend, dass man alle vier Radios so platziert, dass man sie gleichzeitig hören kann. Acht Ohren führen zu viermal Gebühren bei der Gebühreneinzugszentrale. Wäre ja noch schöner, wenn sich jemand auf diesem Weg um eine Beteiligung am Erhalt des öffentlich-rechtlichen Rundfunks herumdrückte; gewissermaßen als Hörschmarotzer auf Kosten der anderen Gebührenzahler lebte.
RR zum (im) Zweiten
06.12.08 (Reinhard Schulz) -
Die volksmundige Weisheit, man solle den Tag nie vor dem Abend loben, ist wiederum eine Bestätigung reicher. Haben wir in der letzten nmz (Cluster) vor Reich-Ranicki noch den Hut gelüpft, da er das Fernsehen als eine Bude der Schwachsinnigkeiten mit Tendenz nach unten bezichtigte, so hat er im ZDF-Gespräch mit Thomas Gottschalk alles gleich wieder ins rechte und schlechte Licht zurückgerückt.
Aufmerksamkeitsenthaltsamkeits-Atrophie
06.12.08 (Martin Hufner) -
Große Auftritte, kleine Folgen: Vielerorts wurde der Auftritt von Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis von der Kritik erfreut beklagt. Auftritt und Kritik bleiben jedoch eine Luftnummer. Reich-Ranicki, der wohl zwischen Helge Schneider und Helen Schneider nicht zu unterscheiden vermag, war der perfekte Aufmerksamkeitsablenker, zu allem Überfluss womöglich nicht einmal selbstverschuldet.
Zweimal Fernsehen
29.10.08 (Max Nyffeler) -
Es sind bekanntlich nicht „die Medien“, die dumm machen oder zum Nachdenken einladen, sondern es sind die Leute, die in ihnen arbeiten. Durch zwei konträr gelagerte Fernsehsendungen wurde diese Binsenweisheit jüngst wieder einmal ins Bewusstsein gerückt.
Blick in den Abgrund
29.10.08 (Reinhard Schulz) -
Man mag zu Marcel Reich-Ranicki stehen wie man will, man mag sich über seine Eitelkeiten und Selbstherrlichkeiten ärgern, seine größer werdende ästhetische Enge, seine Strategien des Abwürgens gegenteiliger Meinungen in Diskussionen oder über was auch immer. Dass er nun aber, offensichtlich ganz spontan, den Deutschen Fernsehpreis zurückwies, gerade er, der sich mit Preisen bislang reichlich und gern dekorieren ließ, verdient Würdigung. Dabei hat er nur auf etwas reagiert, das im Grunde alle schon wissen. Unsere Medienlandschaft, im Strudel mit an der Spitze das Fernsehen, tendiert zu immer mehr Schwach- oder Blödsinn.


