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Alle Artikel kategorisiert unter »Nikolaus Brass«
Kernsätze möglicher Opern: Gesamtaufführung der „Nuclei“ bei der Münchener Musiktheater-Biennale
23.05.12 (Reinhard Palmer) -
Die Keimzelle greifbar zu machen, setzt zumindest gedanklich das gesamte Werk voraus, wenn auch die mühsame Umsetzung bis ins Detail entfällt. Den Kern – Nucleus – zu extrahieren, würde im besten Fall bedeuten, zuvor eine Idee sorgfältig zu Ende zu denken, und sie dann auf eine Quintessenz zu reduzieren. Was sich also die 13. Münchener Biennale im „Biennale Special“ als Rahmenprogramm ausgedacht hatte und vor den Hauptwerken präsentieren ließ, verdiente besondere Beachtung. Als „summa summarum“ in der kreativ-experimentellen Atmosphäre des Münchner Schwere Reiter aneinandergereiht, zeigte sich ein breites Spektrum an Ideen und Genres. Doch der große Wurf war nicht dabei.
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Neue Musik in der Rechtfertigungsfalle
04.10.11 (Nikolaus Brass) -
Wenn das „Progressive“ zwar registriert aber abgelehnt wird – geschenkt, gehört dazu. Wenn es nicht verstanden wird – o.k., Ausweis eben seiner Fortschrittlichkeit. Wenn es attackiert wird und verfolgt: scheußlich, aber „irgendwie“ verständlich. Aber wenn das „Progressive“ als solches überhaupt nicht mehr wahrgenommen wird und in einem öffentlichen Diskurs für seine „Daseinsberechtigung“ erst kämpfen muss unter der Rechtfertigung, doch eigentlich von großer gesellschaftlicher Relevanz zu sein und an diese Behauptung Forderungen anschließt, es seien ihm Schutzräume zu reservieren, um überhaupt wahrgenommen zu werden und in seiner gesellschaftlichen Bedeutung zur Geltung kommen zu können – da ist doch einiges zumindest „dumm“ gelaufen, wenn nicht sogar schief, grundschief.
„Komm, geh mit“: das Projekt „Klangbrücken“ des Ostbayerischen Jugendorchesters (OJO)
10.06.11 (Helmut Rohm) -
Brücken verbinden. Sie ermöglichen Begegnung, Austausch, Kommunikation und einen Blick ins Weite, Offene. Über „Klangbrücken“ können sich ganz besondere Wege von Mensch zu Mensch erschließen. Das diesjährige Konzertprogramm des Ostbayerischen Jugendorchesters (OJO) steht unter diesem Motto. Es rankt sich um die Aufführung eines Werkes, das gemeinsam mit achtundzwanzig geistig behinderten Kindern und Jugendlichen aus der Cabrini-Schule Offenstetten bei Arensberg erarbeitet wurde: das ‚Lied der Schöpfung’. Es entstand im Auftrag des von den Bezirken Oberpfalz und Niederbayern geförderten Orchesters und seines Leiters Hermann Seitz: der renommierte Komponist Nikolaus Brass hat es geschrieben. Bereits im Verlaufe der sorgsam vorbereiteten Proben entfalteten sich kaum für möglich gehaltene Momente der glückenden Einvernehmlichkeit und Sammlung.
Der singende Mensch singt für sich selbst
01.03.11 (Gerhard Rohde) -
Hans-Peter Jahn, Redakteur für Neue Musik beim Südwestrundfunk Stuttgart und künstlerischer Leiter des Éclat-Festivals Neue Musik in Stuttgart, entwickelt unentwegt frische Ideen für die inhaltliche Gestaltung seines alljährlichen Neue-Musik-Wochenendes. Dabei nimmt er sich persönlich nicht aus. Diesmal „inszenierte“ er im umfangreichen Programmbuch anstelle der meist wortreichen Einführung in das Kommende einen „Prolog“ als „Selbstgespräch“. Man stellt sich selbst die Fragen, die man gern beantworten möchte, und beantwortet sie umgehend. Das hat in diesem Fall den Vorteil, dass man zumindest etwas von der gedanklichen Vorarbeit für das Programm authentisch erfährt. Was die Komponisten und deren Interpreten denken, enthüllen dann sieben weitere umfangreiche, von Hans-Peter Jahn geführte Interviews, an die sich wiederum ein „Selbstgespräch“ als „Epilog“ anschließt, in dem der Autor weitschweifig erklärt, warum er an dieser Stelle nicht die üblichen Künstler-Biographien abdruckt. Kurz zusammengefasst, läuft das auf die Abwandlung eines bekannten Goethe-Zitats hinaus: Höre Zuhörer, lese nicht, nur ein Klang sei der Gesang.
„Wer singt, verscheucht das Übel“ - Festival Eclat mit fünf UA am Samstag
15.02.11 (Verena Großkreutz) -
Stuttgart – Der Andrang beim Neue-Musik-Festival Eclat und damit das allgemeine Interesse an der musikalischen Avantgarde scheint in Stuttgart stetig zu wachsen. Beide Samstagskonzerte in den Sälen T2 und 3 des Theaterhauses waren vorab schon ausverkauft.
Es herrschen wieder feudale Zustände
27.08.09 (Reinhard Schulz) -
Ich kann gar nicht schildern, wie sehr ich mich gefreut habe, als ich, wieder einmal ins Krankenhaus gezwungen, erfuhr, dass Nikolaus Brass diesen so schönen Preis erhalten würde. Und bald darauf erfuhr ich, dass mir die Laudatio zugedacht war. Warum diese aufrichtige Freude? Weil es – und darauf werde ich im Folgenden zu sprechen kommen – einen Freund, einen feurigen und stets kritischen Mitdiskutanten in Sachen Neuer Musik, und vor allem einen Aufrichtigen betraf.
Dem Hörer seine Sensibilität wiedergeben
31.05.09 (DTKV-Bayern) -
Die Stadt München verlieh Nikolaus Brass den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis und würdigte damit „einen der aktuell interessantesten und eigenwilligsten Komponisten im deutschsprachigen Raum“ und darüber hinaus eine „bedeutende Persönlichkeit, die sich mit ihrem Handeln in die gesellschaftliche Wirklichkeit vielseitig einbringt“, wie es in der Begründung der Jury heißt. Franzpeter Messmer sprach mit dem Komponisten.
Komponierte Wege ins Innerste menschlicher Existenz
08.01.09 (Gerhard Rohde) -
Die Internationalen Weingartener Tage für Neue Musik bestehen seit 1986. Ihre Besonderheit liegt darin, dass sie nicht, wie etwa Donaueschingen oder Witten, einen umfassenden Überblick über die neuesten Kreationen von zwei Dutzend Komponisten bieten, sondern jeweils einen zeitgenössischen Komponisten in drei Festival-Tagen umfassender präsentieren.

