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Alle Artikel kategorisiert unter »Öffentlich-rechtlicher Rundfunk«
Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper
08.02.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtete er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren.
„Das zerstört alles, was wir waren“: Die beiden SWR-Klangkörper sollen offenbar zu einem „Superorchester“ fusioniert werden
05.02.12 (nmz-red) -
Im Zuge seines „Strategieprozesses“ plant der SWR offenbar, seine beiden traditionsreichen und äußerst profilierten Orchester zu fusionieren. „Völlig ergebnisoffen“, so SWR-Intendant Peter Boudgoust gegenüber der Stuttgarter Zeitung vom 4. Februar prüfe man gegenwärtig die Möglichkeiten, die Sparvorgabe von 25 Prozent, die der SWR angesichts erwarteter Wenigereinnahmen, Tariferhöhungen und anderer Belastungen über sich verhängt hat, auch bei den beiden SWR-Orchestern zur Anwendung zu bringen.
Das seltsam bedrückte Schweigen der Klangkörper: die allgemeine Sparwut scheint die Rundfunksinfonieorchester zu erreichen
28.01.12 (Gerhard Rohde) -
In den Musikabteilungen der Rundfunkhäuser trifft der Besucher gegenwärtig auf ein beredtes Schweigen. Nichts Genaues weiß jeder nicht. Und wenn jemand etwas wüsste, flüchtet er sich in Ahnungslosigkeit. Das Zuchtmittel der gestrengen Abmahnung wegen illoyalen Verhaltens der eigenen Anstalt gegenüber wirkt unverändert. Die Öffentlichkeit darf erst etwas erfahren, wenn Beschlüsse in Kraft getreten sind und nichts mehr zu ändern ist. Bis dahin ist jede Diskussion ausgeschlossen. Das verstehen die oberen Etagen der Funkanstalten dann vielleicht als praktizierte Demokratie, wobei sie meist vergessen, dass ihre Häuser nicht ihr Eigentum sind, sondern von den Gebühren der Hör-Bürger getragen werden. Zu diesen Bürgern zählen auch Journalisten, Musikkritiker im Besonderen, die glücklicherweise in der Lage sind, sich über ihre Medien öffentlich äußern zu können, ohne Abmahnungen seitens der Funkbosse zu riskieren. [Vorabveröff. aus nmz 2/2012]
Talibanvirus
29.10.11 (Gerhard Rohde) -
Der Zeitpunkt rückt näher, von dem an die Rundfunkgebühren nicht mehr für das jeweilige Gerät erhoben werden, sondern für jeden einzelnen Haushalt. Ob dabei höhere Einnahmen erzielt werden ist momentan wohl noch ungewiss. Auf Hochrechner ist nicht immer Verlass. Es könnte auch sein, dass am Ende weniger Geld in die Kassen der Öffentlichrechtlichen Anstalten fließt. Sparen kann deshalb zunächst nicht schaden. Aber wo sparen? Natürlich, da wo es am einfachsten geht. Zum Beispiel bei der Musik. Nicht beim Gedudel, sondern im E-Bereich. Und hier weniger bei den drei B’s (Bach, Beethoven, Brahms), sondern bei der Neuen Musik. Nichts Genaues weiß man vorerst nicht. Was man weiß: Missliche Entscheidungen werden meist kurzfristig veröffentlicht, wenn alles schon intern beschlossen ist und jeder Protest ins Leere läuft.
Reform-Stau
05.09.11 (Theo Geißler) -
Unsere Nische schrumpft. Das gesamtgesellschaftlich betrachtet kleine Winkelchen, in dem sich hierzulande noch qualitätvolle Komposition, verantwortungsbewusste Musikpädagogik, ästhetisches Experiment, Pflege des gewachsenen Kulturgutes abspielen darf, wird ständig enger. Dabei behilflich ist der Zustand unserer gewählten Volksvertreter, die immer öfter ihre Entscheidungen in der Sache an die Quantität medialer Präsenz heften. Was fest auftritt, massenkompatibel ist, Hype generiert, wird gefördert. Qualität spielt zweite Geige letztes Pult.
