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Alle Artikel kategorisiert unter »Oper Frankfurt«
Fragen an uns Walhallianer: Überzeugender Abschluss des Frankfurter Rings mit der „Götterdämmerung“
30.01.12 (Wolf-Dieter Peter) -
„Schwächelnde Regie“, gar „Desinteresse der Regisseurin“ und ähnlich lauteten Gerüchte nach Vera Nemirovas gradliniger „Siegfried“-Erzählung (siehe nmz-Online vom 31.10.2011). Falsche Kriteleien: mit starken Bildern, neuen Akzenten und einer dezidierten Schlussaussage rundete sich Frankfurts „Ring des Nibelungen“ – ohne ein einziges Buh. Das war zunächst ein Kompliment an die Sänger.
Festspielmomente in musikalischer Feinzeichnung: Frankfurts „Ring“ rundet sich mit „Siegfried“ weiter
31.10.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Womit Frankfurts „Siegfried“ wirklich auftrumpfen, ja überragen kann, ist die gesamte musikalische Seite. GMD Sebastian Weigle und das bis in die enorm geforderten Bläser klangschön musizierende Museumsorchester überzeugten nicht nur mit auftrumpfendem Wagner-Bombast. Vielmehr gab es viel hörenswerte Feinzeichnung, kleines klagendes Leid und immer wieder das von Wagner gewollte Piano.
Düsteres vom verlorenen Menschen: Aulis Sallinens „Kullervo“ in Frankfurt
07.06.11 (Wolf-Dieter Peter) -
„Ich habe doch niemals gewollt, das zu sein, was ich jetzt bin“ sagt Kullervo über sich selbst. Diese Selbstreflexion passt sowohl auf einen heidnisch wilden Helden aus mythischer Vorgeschichte wie auf einen fundamentalistisch gläubigen „Märtyrer“ unserer fanatisierten Terror-Tage. So ließe sich eine blutige Fantasy-Saga aus Finnlands großem „Kalevala“-Epos erzählen, vergleichbar den mythischen Helden des „Nibelungenlieds“, der „Edda“ oder dem „Herrn der Ringe“.
Päpstlicher als der Papst: Pizzettis „Assassino nella cattedrale” als „Murder in the Cathedral” an der Oper Frankfurt
04.05.11 (Frieder Reininghaus) -
Der Streit zwischen weltlicher und geistlicher Herrschaft ums letzte Wort und die höchsten Befugnisse prägte nicht nur das Hochmittelalter in Zentraleuropa, sondern auch in England, das sich damals in geopolitischer Randstellung befand. Mit der Durchsetzung seines machtbewussten Kanzlers Thomas Becket (~1118–1170) als Erzbischof von Canterbury zog sich König Henry II einen gefährlichen Rivalen heran und erreichte der Machtkampf auch die britischen Inseln: durch einen Paradigmenwechsel in seiner Politik und exzessive theologische Deutung forderte der ranghöchste Geistliche Englands den König heraus.
In der Walküren-Schule: Fortsetzung von Vera Nemirovas Frankfurter „Ring“-Inszenierung
01.11.10 (Peter P. Pachl) -
In Wagner-Inszenierungen macht die Schule offenbar Schule: Nach Konwitschnys „Lohengrin“ im Klassenzimmer, erklärte im Kopenhagener „Ring“ Alberich seinem Sohn Hagen die bestehenden Machtverhältnisse und seine Pläne der an der Schultafel. Und nun wird in der Frankfurter „Walküre“ die Rückwand von Jens Kilians Raumskulptur ebenfalls zu einer gewaltigen Schultafel, an der Wotans und seine Lieblingstochter mit Kreide und Schwamm hantieren.
