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Alle Artikel kategorisiert unter »Opéra Bastille«

Egoisten unter sich: Wagners „Götterdämmerung” an der Opéra Bastille Paris

07.06.11 (Frieder Reininghaus) -
Unscharf deutet sich im Hintergrund die Silhouette einer Stadt an. Vor diesem Weichbild kreist ein Gerüst mit einem Spezial-Netz, auf dem virtuelle Wellen spielen und Flammen züngeln können, das aber stets noch einen vagen Blick auf die dahinter singenden Akteure ermöglicht. Rechts vorn am Rand der ansonsten fast leeren Bühne liegen Helm, Schild und der zerbrochene Speer Wotans. Das Spiel mit den aufreizenden altdeutschen Lettern der Worte GERMANIA bzw. MANIA und GER, das in den ersten drei „Ring“-Abenden eine zentrale dramaturgische Funktion einnahm, machte einem schnörkellosen Zugriff auf die kontrastreichen Absichten und Obsessionen der Protagonisten Platz.

Mutter-Sohn-Konflikt in Künstlerinnen- und Historienoper: Bruno Mantovanis „Akhmatova” an der Opéra Bastille Paris

01.04.11 (Frieder Reininghaus) -
Intensiver als in Deutschland oder Österreich, wo es seitens des Musiktheaters bislang wenig Interesse gab und gibt, Fragen des real existierenden und realistisch zugrunde gegangenen Sozialismus sowie dessen Folgen zu thematisieren, findet die Auseinandersetzung mit dem Massenmord und der großen Menschenrechtsverletzung in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den westlichen Nachbarländern statt.

Walkürendämmerung – Fulminanter erster "Ring"-Tag an der Pariser Opéra Bastille

02.06.10 (Peter Krause) -
Richard Wagners „Ring“-Tetralogie ist irgendwie alles: Mythos und Märchen, politische Parabel und psychologisches Kammerspiel. Seit der Meister selbst sein Bühnenfestspiel 1876 auf die Bayreuther Bühne gehievt hatte, scheint in unzähligen Inszenierungen einfach jede nur denkbare Lesart des Stoffes durchdekliniert. In seiner nunmehr zweiten Annäherung an den „Ring“ – die erste Anfang der 90er Jahre in Hamburg überzeugte als insgesamt starke, weil poetisch sensible und in der Personenregie ausgefeilte Regiearbeit – hat Günter Krämer nun einen dezidiert politischen Zugriff auf den „Ring“ versprochen: Nach einem mit kraftvollen Bildern klar erzählten „Rheingold“ im März folgte jetzt an der Pariser Opera Bastille bereits „Die Walküre“.

Was uns Paris erzählt – John Neumeier choreografiert Gustav Mahlers Dritte Sinfonie

20.03.09 (Georg Beck) -
Paris, Opéra Bastille, 13. März. – Zum Finale ist die Bühne voll. Die Compagnie, nicht weniger als 154 Tänzer, vollständig angetreten, zu Paaren formiert, Frauen auf den Schultern der Männer. Was frei ist an Extremitäten hängt bis in die gespreizten Finger wie ein Wald von Sendemasten in der Luft. Ein Strahlenkranz von suggestiver Kraft. Noch in den verklingenden Schlussakkord brandet der Beifall. Kein Zweifel: Endlich hat auch Paris Mahlers Dritte Sinfonie als Choreografie von John Neumeier ins Herz geschlossen.
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