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Alle Artikel kategorisiert unter »Opera National de Paris«
Spektakuläre Behutsamkeit: Claude Debussys „Pelléas et Mélisande“ in Robert Wilsons trunken schöner blauer Bildwelt an der Pariser Opéra Bastille
13.03.12 (Peter Krause) -
Paris feiert seinen Debussy. Bevor in 2013 auch hier Verdi und Wagner zum Doppeljubiläumsjahr ausgiebig gehuldigt wird, gedenkt man an der Opéra Bastille derzeit des 1862 geborenen Impressionisten – mit „Pelléas et Mélisande“ in Regie und Bühnenbild von Robert Wilson. Die ursprünglich für die Breitwandbühne des Großen Festspielhauses von Salzburg konzipierte Inszenierung passt wunderbar hierher, nicht zuletzt, weil sie dem ästhetischen Empfinden der Franzosen, die allzu krasser Regietheater-Verfremdung wenig Zuneigung entgegenbringen, so sehr entgegenkommt.
Der Kirschgarten in Paris: zur Uraufführung von Philippe Fénelons „La Cerisaie“ im Palais Garnier
31.01.12 (Frieder Reininghaus) -
Uraufführungen großformatiger Opern fanden in der französischen Hauptstadt seit zwanzig Jahren mit schöner Regelmäßigkeit in der Opéra Bastille statt („Melancholia“ von Georg Friedrich Haas erschien als Ausnahme). Die Premiere „La Cerisaie“ wurde neuerlich in die alte Prunkburg, das Palais Garnier zurückverlegt. Vielleicht findet der Generaldirektor der Pariser Musiktheater, Nicolas Joel, ja auch das Ambiente rund um die Opéra Bastille so verranzt, dass er es den Premierengästen nicht zumuten möchte.
Mutter-Sohn-Konflikt in Künstlerinnen- und Historienoper: Bruno Mantovanis „Akhmatova” an der Opéra Bastille Paris
01.04.11 (Frieder Reininghaus) -
Intensiver als in Deutschland oder Österreich, wo es seitens des Musiktheaters bislang wenig Interesse gab und gibt, Fragen des real existierenden und realistisch zugrunde gegangenen Sozialismus sowie dessen Folgen zu thematisieren, findet die Auseinandersetzung mit dem Massenmord und der großen Menschenrechtsverletzung in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den westlichen Nachbarländern statt.
Walkürendämmerung – Fulminanter erster "Ring"-Tag an der Pariser Opéra Bastille
02.06.10 (Peter Krause) -
Richard Wagners „Ring“-Tetralogie ist irgendwie alles: Mythos und Märchen, politische Parabel und psychologisches Kammerspiel. Seit der Meister selbst sein Bühnenfestspiel 1876 auf die Bayreuther Bühne gehievt hatte, scheint in unzähligen Inszenierungen einfach jede nur denkbare Lesart des Stoffes durchdekliniert. In seiner nunmehr zweiten Annäherung an den „Ring“ – die erste Anfang der 90er Jahre in Hamburg überzeugte als insgesamt starke, weil poetisch sensible und in der Personenregie ausgefeilte Regiearbeit – hat Günter Krämer nun einen dezidiert politischen Zugriff auf den „Ring“ versprochen: Nach einem mit kraftvollen Bildern klar erzählten „Rheingold“ im März folgte jetzt an der Pariser Opera Bastille bereits „Die Walküre“.
Ins Fäustchen gelacht - Philippe Fenelons „Faust“ im Pariser Palais Garnier
25.03.10 (Frieder Reininghaus) -
Johann Heinrich Faust blieb durch mehrere Jahrhunderte hindurch Inbegriff des deutschen Gelehrten älteren Schlags (allerdings einer, der sich allemal zu verjüngen verstand): Nicht nur idealisiertes Abbild eines nördlich der Alpen angesiedelten speziellen Menschentyps, sondern auch Vorbild für dessen notorischen Egoismus und die bedingte Befähigung zu (demokratischem) Miteinander.
Emotionale Wahrhaftigkeit – Thomas Hengelbrock dirigiert Mozarts „Idomeneo“ in Paris
04.03.09 (Peter Krause) -
Selbst die findigsten Operndramaturgen verstehen nicht wirklich, worum es in Mozarts „Idomeneo“ eigentlich geht, und auch prominente Regisseure, so etwa Hans Neuenfels in Berlin, wagen sich kaum an die schwer fassbare Geschichte, inszenieren lieber bildkräftige Metaebenen statt den Protagonisten des Stücks zu vertrauen. Im Palais Garnier der Opera National de Paris hat Intendant Gerard Mortier indes zwei Künstler zusammengeführt, die es vermögen, Mozarts angeblich so verworrene und altmodisch barocke Opera seria ganz aus dem Geiste der Musik heraus zu entwickeln.

