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Alle Artikel kategorisiert unter »Staatsoper Berlin«
Kollektives Seilhüpfen ohne Seil: Schostakowitschs „Moskau Tscherjomuschki“ als Migrationsprojekt an der Berliner Staatsoper
03.05.12 (Peter P. Pachl) -
Vor zweieinhalb Jahren hatten die Bregenzer Festspiele mit großem Erfolg „Paradies Moskau – Cheryomushki“ von Dmitri Schostakowitsch vorgestellt. Das 1959 uraufgeführte Zeitstück über eine Plattenbausiedlung am Rande Moskaus, mit der Chruschtschow ein neues Paradies auf Erden versprochen hatte, war von David Pountney temporeich und witzig inszeniert worden: den erstrebten Einzug in eine der Wohnungen des neuen Stadtteils Cheryomushki, holte die Realität ein, als Betonhölle ohne öffentliche Anbindung. Wenig davon ist in der Produktion der Staatsoper zu erleben.
Bergs „Lulu“ ohne Prolog und mit neuem Schlussakt: Uraufführung von David Robert Colemans Fassung an der Staatsoper Berlin
01.04.12 (Peter P. Pachl) -
Schon vor der ersten kompletten Aufführung 1979 in Paris wurde bei Aufführungen von Alban Bergs „Lulu“, häufig der Schluss der Handlung mithilfe von Bergs „Sinfonischen Stücken aus der Oper Lulu“ ergänzt. Nach der Uraufführung der durch Friedrich Cerha komplettierten Partitur achtete der Verlag Universal Edition auf eine strikte Quotenregelung: neben der kompletten Aufführung sollte der Torso nicht vergessen werden.
Berliner Staatsopern-Events mit linkem Museumsstück und russischer Diva: Luigi Nonos „Al gran sole carico d’amore“ und Benefizkonzert mit Anna Netrebko
02.03.12 (Peter P. Pachl) -
Die Staatsoper im Umbau fördert ungewöhnliche Aktionen: Anna Netrebko macht auf dem Weg zum deutschen Fach die Philharmonie mit dramatischem Gebaren zu ihrer Bühne und nutzt dabei den Konzertmeister, sowie Dirigent und Pianist Daniel Barenboim als Partner, und im Kraftwerk Mitte/Trafo werden Luigi Nonos Heldinnen der Revolution –mit enormem technischem und künstlerischem Aufwand – als Live-Film-Handlung gefeiert.
Rote Karte für den falschen Freier – und fürs Programmheft: César Cuis „Der gestiefelte Kater“ in der Werkstatt der Berliner Staatsoper
08.01.12 (Peter P. Pachl) -
Nachdem die Werke des 1918 in Petrograd verstorbenen Komponisten César Cui viele Jahre kaum auf den Opernbühnen und im Konzertsaal zu erleben waren, erfreut sich die 1913 in Petersburg uraufgeführte Oper „Der gestiefelte Kater“ in Berlin, Dresden und Straßburg neuer Beliebtheit.
Wenig komisch: Uraufführung von Christoph Israels Offenbach-Nachvollzug „Orpheus in der Unterwelt“ an der Berliner Staatsoper
17.12.11 (Peter P. Pachl) -
Offenbachs Operetten werden gerne, und auch in Berlin, von Schauspiel-Ensembles realisiert. Nun schließt sich mit ihrer Offenbach-Neuproduktion auch die Staatsoper diesem Trend an und besetzt alle männlichen Rollen und die der Juno mit prominenten Schauspielern. Der von Christoph Israel erstellte musikalische Remix im Song-Stil von Kurt Weill erklingt von einer 12-köpfigen Combo in der Bühnentiefe, während das bemüht kabarettistische Spiel sich alle politischen Anspielungen verkneift.
Nur für die Vitrine? Smetanas „Die verkaufte Braut“ an der Staatsoper Berlin in deutscher Sprache
20.11.11 (Peter P. Pachl) -
Eine Oper in deutscher Übersetzung, die Regel an der Komischen Oper Berlin, ist ungewöhnlich für die Staatsoper Unter den Linden, und auch im Schiller-Theater ein Novum. Begründen lässt sich dies damit, dass man den Wortwitz einer komischen Oper verstehen möge oder mit der langen deutschen Aufführungstradition, zunächst in der Übersetzung von Max Kalbeck seit dem Jahre 1893, dass auch Gustav Mahler diese Oper an der MET in deutscher Sprache dirigiert hat oder mit dem Hinweis darauf, dass Fridrich (Bedřich) Smetana selbst besser deutsch als tschechisch gesprochen habe.
Wolf-Ferrari-Rarität in kindgerechter Länge: „Aschenputtel“ an der Staatsoper Berlin
06.11.11 (Peter P. Pachl) -
Irreführend ist die Ankündigung der jüngsten Premiere als „Kinderoper von Ermanno Wolf-Ferrari“, denn die Staatsoper im Schiller-Theater bietet die selten gespielte Oper des Komponisten zwar als traditonell vorweihnachtliches Märchenprogramm auch für Kinder an, weshalb das Programmheft den Titel zu „Oper für Menschen ab 6 Jahren“ modifiziert, aber die zweite vollendete Opernpartitur des deutsch-italienischen Komponisten ist so wenig eine Kinderoper, wie Humperdincks „Hänsel und Gretel“ oder „Königskinder“, allerdings in Berlin kindgerecht verkürzt auf 70 Minuten.
Die Reize des Opernmuseums: Bellinis „Norma“ in Starbesetzung, nicht ganz konzertant an der Staatsoper Berlin
30.10.11 (Peter P. Pachl) -
Jürgen Flimm beweist als Intendant ein glückliches Händchen in der Mischung von sparsamer, möglichst schon bewährter Innovation und arg viel Redundanz in der fast unmerklich vom Repertoire- zum Stagione-Prinzip gewechselten Staatsoper im Schiller Theater. Kleine Produktionen in der Werkstatt und Konzerte überbrücken zahlreiche Schließtage des großen Hauses, und als neueste Produktion, deren einzige beide Aufführungen schon lange ausverkauft sind, eine konzertante „Norma“.

