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Alle Artikel kategorisiert unter »Theater Augsburg«

Zu wenig dunkle Faszination: Reznicek-Ausgrabung und Schreckminuten im Theater Augsburg

05.05.12 (Wolf-Dieter Peter) -
Ergraute Stardirigenten liebäugeln mitunter damit, als finale Aura „am Pult zu sterben“. Schrecksekunden um Augsburgs nur rund 40jährigen Generalmusikdirektor Dirk Kaftan: Zusammenbruch im 3. Akt der Premiere „Ritter Blaubart“, Sturz vom Pult, Absterben der Musik, Vorhang. Schrecken auch im Zuschauerraum, dann relative Beruhigung durch Intendantin Juliane Votteler: Kaftan bei Bewusstsein, Theaterarzt bei ihm, Notarzt in Anfahrt. Banges Warten – schließlich Diagnose: Schwächeanfall aufgrund einer kursierenden Virus-Infektion zuhause in der Familie Kaftan, Übernahme durch den Assistenten Luigi Sgambaro. Zum Schlussapplaus kamen beide Arm in Arm auf die Bühne.

Lulu bleibt unerlöst: Erstaufführung der Kloke-Fassung des Schlussaktes von Bergs „Lulu“ in Augsburg

05.12.11 (Wolf-Dieter Peter) -
Ohne PR-Wirbel um die bundesdeutsche Erstaufführung boten Dramaturgie-Intendantin Juliane Votteler und GMD Dirk Kaftan erstmals Alban Bergs „Lulu“ mit dem von Eberhard Kloke bearbeiteten 3. Akt. Er hat die vorhandenen „Lulu“-Skizzen nur so weit ausgestaltet, als Bergs Zielrichtung eindeutig war. Auf Lulus Weg durch die Pariser Halbwelt zum tödlichen Ende in London kontrastieren zu den schrillen Ensembles unter den Börsenraffkes und Sex-Erpressern jetzt neu die Solovioline für Lulu, dann Violine und Klavier begleitet von einem eher klagend aufspielenden Akkordeon. Bergs von Wedekind übernommene Drehorgelmelodie klingt treffend banal herein.

DOV: Generalsanierung des Augsburger Theaters soll beginnen

19.09.11 (PM - DOV) -
Die Hoffnung stirbt zuletzt: Im Sommer 2011 hatte die DOV angesichts maroder und teilweise gesperrter Spielstätten in Rostock, Schleswig und Augsburg dringend Sanierungsmaßnahmen der öffentlichen Träger angemahnt; jetzt ist in Augsburg ein erster Erfolg zu verbuchen.

Die Spiegelwelt des Theaters: Schrekers „Der ferne Klang“ in Augsburg

04.03.10 (Peter P. Pachl) -
Die Produktion von Franz Schrekers Oper „Der ferne Klang“ am Stadttheater Augsburg, einer Bühne mit einschlägigen Schreker-Erfahrungen aus den 20erjahren – damals sang die Gattin des Komponisten die weibliche Hauptpartie im „Schatzgräber“ – stand zunächst unter keinem guten Stern, nachdem bereits am ersten Probentag der Regisseur Nicholas Broadhurst ausgefallen war. Um so beachtlicher nun das Ergebnis, das mit nur einer Woche Verschiebung herauskam, nachdem die Regisseurin Renate Ackermann in das bereits fertige Ausstattungskonzept eingestiegen war.

Kanonisch aufs Eis – Kurt Weills Wintermärchen „Der Silbersee“ in Augsburg

25.01.09 (Peter P. Pachl) -
Im Gegensatz zu Bertolt Brecht aber in Koinzidenz mit Richard Wagner, strebte der Expressionist Georg Kaiser (1878–1945) die „Erneuerung des Menschen“ an. Der im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts meistgespielte Gegenwartsautor ist auch der Verfasser der Originallibretti zu Kurt Weills Einaktern „Der Protagonist“ (1924) und „Der Zar lässt sich photographieren“ (1927). Beider gemeinsames, dreiaktiges Bühnenwerk „Der Silbersee“ verlangt Sänger, Schauspieler, Chor und großes Orchester.
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