Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.
Alle Artikel kategorisiert unter »Theater Bonn«
Animalische Fährten: Schrekers „Der ferne Klang“ überzeugt in Bonn als Totaltheater
22.01.12 (Peter P. Pachl) -
Dirigent Will Humburg kehrt mit dem bestens disponierten Beethoven Orchester Bonn alles Unkonventionelle an der 1912 in Frankfurt uraufgeführten Oper hervor, arbeitet die schreienden Einzelmomente in Schrekers Mischklang solistisch heraus, stellt permanent die Modernität dieser Partitur unter Beweis und rückt sie doch stets in einen traditionell spätromantischen Zusammenhang und zeigt so die künstlerische Herkunft und musikdramatische Verwandtschaft des von Paul Bekker als „einzigen Nachfolger Richard Wagners“ deklarierten Komponisten auf – auch mit der äußeren Gewichtigkeit zweier großer Pausen.
Letzte Ausfahrt Endenich: „Robert S.“ – eine Gruppenarbeit von Karola Obermüller, Annette Schlünz, Georg Katzer, Michael von zur Mühlen u.a. in Bonn
02.11.11 (Frieder Reininghaus) -
Der Zugang „zu einer poetischen Zeit“ darf Umwege nicht scheuen. Die neue Bonner Wallfahrt zu „Robert S.“ führt durch einen in sanften Herbstabenddunst getauchten Hof. Vorbei am milden Licht einer Bierbude (ja, Schumann, der „Biersanguiniker“, liebte den Gerstensaft …). Dann weiter: Innerhalb der alten Beueler Malerhalle geht es durch ein Kaminzimmer und eine Klapptür.
Liebe im Talbot: Stefan Blunier leitet die Neuinterpretation von Schrekers „Irrelohe“ in Bonn
08.11.10 (Peter P. Pachl) -
Als durch einen musikologischen Kongress, Mitte der Siebzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts in Graz, die Renaissance der Bühnenwerke Franz Schrekers ausgelöst wurde, gab es auch eine partielle konzertante Aufführung der „Irrelohe“, der einige Jahre später dann in Wien eine komplette konzertante folgte. Nunmehr erlebte Schrekers sechste Oper ihre dritte szenische Realisierung: nach Bielefeld und der Wiener Volksoper steht „Irrelohe“ am Theater Bonn auf dem Programm, und damit unweit des Uraufführungsortes Köln, wo Otto Klemperer 1924 die Uraufführung geleitet hat.
Honorarkonsul des Abgründigen: Eugen d’Alberts „Golem“ am Theater Bonn
30.01.10 (Frieder Reininghaus) -
Es „wagnert“ kräftig in der Partitur für den „Golem“, der 1926 in Frankfurt/Main uraufgeführt wurde: Adaptiert wurden von Eugen d’Albert (1864–1932) verschiedene Motive aus dem „Ring“ und den „Meistersingern“. Doch immer wieder entgleitet der tonale Strom des Musikdramas den nicht mehr sonderlich frischen Bahnen des Wagnerismus und entwickelt, bereichert durch rhythmische Deklamation oder eine nur vom Schlagzeug unterlegte Soprankantilene, gestützt auf tritonusgeschärfte Harmonik oder flirrende Sechzehntelfiguren eigenständige Züge.
Ohne Klischees: „Des Landes verwiesen“ von Juan Allende-Blin in Bonn
22.04.09 (Georg Beck) -
Früher hätte man Dialektik dazu gesagt. Heute sind uns die Worte ausgegangen. Denn was schon sagen, wenn einer sein Ziel erreicht hat, nachdem er einen Umweg gegangen ist? „Bonn Chance!“, sagt jedenfalls das Theater Bonn dazu. Gemeint ist die schöne Reihe des Hauses zum Experimentellen Musiktheater, die jetzt, nach der Trennung vom Forum der Bundeskunsthalle, die erste Premiere im eigenen, im Grunde weitaus angemesseneren Außendepot Theatergelände Beuel erlebt hat.

