| Musik-Export-Weltmeister…
…sind wir Deutschen im kommerziellen Sinn keineswegs.
Dazu importieren wir allzu bereit anglo-amerikanischen
Pop. Aber: Klassik und Romantik made in Germany gilt immer
noch als Markenzeichen. Und unsere Kultur-Nation legt gewissen
Wert darauf, sich als Land der Dichter und Denker, der
Komponisten und Interpreten international zu positionieren.
Hilfreich dabei sind die renommierten Klangkörper
auf Auslands-Tournee, die vom Außenministerium finanzierten
Goethe-Institute und viele zivilgesellschaftliche Initiativen,
engagiert im internationalen Jugend-Austausch. So werden
die Musik-Schaufenster in Asien, Afrika und Amerika aufwändig
dekoriert – aber mit welchem Ergebnis?
Immerhin füllen Musikstudierende aller Herren Staaten
mittlerweile unsere Musikhochschulen, exportieren im Vergleich
spottgbilliges deutsches Kunst-Know-How in ihre Heimatländer.
Und so kann man langsam den Eindruck gewinnen, das Zentrum
mitteleuropäischer Musikkultur läge in Taiwan,
Japan oder China. Andererseits nimmt das musikalische Qualitätsbewußtsein – dem
Kommerzdruck, Bildungsdefiziten und der platten Quote ists
geschuldet – hierzulande erkennbar ab.
Verlieren wir ein zentrales Element unserer nationalen
Identität? Vergreisen unsere musikalischen Wurzeln?
Verklingen wir im Gegenzug als faule Konsumenten eines
globalen Klang Mash-Ups? Versorgen wir unsere internationalen
kulturellen Selbstdarstellungs-Sehnsüchte demnächst
aus leeren Speichern?
Musikland Deutschland – eine Illusion? Darüber
denken am 1. Oktober um 21.03 Uhr auf Bayern Klassik
kundige Menschen nach: Pamela Rosenberg, international
erfahrene Orchester-Managerin, die sich gerade von den
Berliner Philharmonikern verabschiedet. Der festival-erfahrene
Komponist und Hochschullehrer Dieter Mack. Und – für
das Goethe-Institut - der verantwortliche „Musik-Außenminister“ Jörg
Süßenbach. Live-Musik liefern Singer Pur aus
Regensburg. Moderation: Theo Geißler und
Marlen Reichert.
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