Kulturpolitik

 

Der Plan ist löblich – doch die Umsetzung hakt: Nordrhein-Westfalen startete mit dem Projekt „Jedem Kind ein Instrument“ eine hochambitionierte musikpädagogische Breitenbildungs-Maßnahme. Gefördert von der Bundeskulturstiftung und aus Landesmitteln soll dieser Plan seinem Titel angemessen binnen zweier Jahre realisiert werden. Laut tönt schon die Werbetrommel.

Aber: gibt es überhaupt genug qualifizierte Musiklehrerinnen und Musiklehrer? Wie viel Instrumentalunterricht verträgt ein Kind? Wie steht es um Nachhaltigkeit des Unterrichtes, um Übertragungsmöglichkeiten auf die anderen Bundesländer?

 

Die eine pompös, die andere prollig. Die eine vital, die andere pomadig. Die eine arm, die andere reich: Urteile und Vor-Urteile beheizen die anhaltende Rivalität zwischen zwei deutschen Kulturmetropolen leise aber gründlich. taktlos Ausgabe 123 bittet Verantwortliche aus Berliner Senat und Münchner Kulturreferat zum gnadenlosen Showdown.

Am 1. 6. um 20.05 Uhr auf Bayern 2 – und weltweit live gestreamt im Internet. Denn es kann nur eine Musikhauptstadt geben. Oder doch zwei, vielleicht drei???

 

Unsere Kultur unterwirft sich immer willfähriger der Zahlen-Steuerung. Als wäre der Taschenrechner ein Qualitäts-Maßstab. Dabei gerät die aufwändige Gattung Oper zunehmend in den Fokus von Rechen-Künstlern. Also: Weg mit diesem pompösen Minderheiten-Anachronismus? Oder gilt der Satz: „Wer Oper will, kann sie auch finanzieren?“

Antworten bei taktlos Ausgabe 122 live aus dem Karlsruher Opern-Studio am 4. Mai um 20.05 Uhr auf Bayern 2 und weltweit gestreamt im Internet.

 

In Mügeln floriert ein rechter CD-Versand. Die Bands heißen „Cyclon-Beatz“ „Sturmwehr“ oder „Störkraft“. Sie werden – auch musikalisch – immer professioneller und stülpen sich gern die simplen Style-Sheets unserer Industrie-Hitparaden über. Ihre CDs verteilt die NPD auf Schulhöfen. Was tun?

 

Aspirin wird bezahlt. Aerosmith, Abba nicht. Ladendiebstahl wird verfolgt. Der Diebstahl geistigen Eigentums erst ganz langsam. Musik-Downloads. Führt diese Technik in einer Gesellschaft, deren Zukunft in der individuellen Kreativität liegt, zum Kollaps? Müssen wir Besitzverhältnisse und Gesetze völlig neu denken? Dieter Gorny, Heinz Rudolf Kunze, André Spiegel und Till Kreutzer diskutieren am 7.2. um 21.30 Uhr mit Theo Geißler. Live auf Bayern2Radio.

 

„Katastrophe Hauptstadt-Oper?“ rätseln wir Bayern aus angemessener Distanz aber mit scharfem Blick auf die schrägen Vorgänge rings um Berlins Opernhäuser.Am Ende wollen die Preußen da noch ein gesamtdeutsches Modell draus machen.

Also sprechen wir vor Ort, live aus der „Deutschen Oper“ mit Expertinnen und Experten: Intendantin Kirsten Harms, CDU-MdB Monika Grütters, Stefan Rosinski von der Opernstiftung und Andreas Altenhoff von der Neuköllner Oper, um Schlimmeres zu verhindern. Live-Musik aus den laufenden Vorstellungen der Deutschen Oper („Luisa Miller“) und der Komischen Oper („Zauberflöte“).

 

Solo für Schneider? Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider ist zu Gast bei taktlos. Gesprächsstoff gibt es genug: Die Rolle der Musik in der Ganztagsschule, der aktuelle Zustand der Bayerischen Schulmusik, die Situation der Musik im Fächerkanon generell, der Zustand unserer musikalischen Bildung heute und in Zukunft. Ein Solo – oder ein Duell mit Moderator Theo Geißler – oder gar ein Duett?

 

In der politischen Alltags-Kakophonie spielt Musik allenfalls garnierend das dritte Geiglein. Kultur- oder gar Musik-Politik findet in den versteckten Hinterstübchen von Gremien und Verbänden statt. Die acht Millionen aktiv musizierenden Bundesbürger, vertreten durch den Deutschen Musikrat, sehen sich also eher in einem Musik-Babylon repräsentiert, denn in einem ADMC. Liegt vielleicht auch in der Natur des Gegenstandes: Musik ist eben ein im besten Wortsinn multikulturelles Phänomen und kein mono-industrielles Produkt.

 

Sie sind Standesvertretung, Ideen-Pool, Lobby-Zentralen, Kreativitäts-Laboratorien oder auch schlicht Dienstleister. Manche überaltern, manche machen pleite, manche reformieren sich, teils zu Tode. Die Musikverbands-Landschaft befindet sich im Wandel. Warum und wohin?

Antworten liefern Wilfried Hiller (Präsident des Bayerischen Musikrates), Stefan Liebing (Bundesvereinigung der Musikverbände), Norbert Pietrangeli (Deutscher Musikrat, Projektgesellschaft) und Ulrike Liedke (Deutscher Musikrat e. V.), eine der wenigen Frauen im Musik-Verbandswesen. Live musiziert: Ein Männer-Chor.

 

taktlos sucht zwischen “Wir sind Papst” und Sacro-Schnulzen nach Sinn: Wie kommt denn die Kirchenmusik überhaupt zur Besinnung. Wo zwischen Gregorianischem Choral und Church-Hits hat Musik in der Kirche etwas zu sagen. Wird Kirchenmusik zur populistischen Hüpfburg? Werden Kirchenmusiker mit Brandenburg 5 für Hartz 4 ausgebildet?

Darüber denken Experten und Laien in der 96. Ausgabe von taktlos nach – zu Gast bei den Regensburger Domspatzen. Live am 11. Januar um 21.30 Uhr bei Bayern2Radio und als Stream im Internet. Gäste sind bei freiem Eintritt herzlich willkommen.

 

Musik kann Identität stiften. Musik kann Brücken bauen. Musik kann – als globale Klang-Soße – Hirn, Herz und Ohren verstopfen. Über die Rolle von Musik im Spannungsfeld der Kulturen unterhalten sich Politiker und Kulturschaffende beim Musikmagazin taktlos.

 

Die Öffnung der Europäischen Union nach Osten haben viele Künstler hierzulande enthusiastisch gefeiert. Mittlerweile kehrte vor allem in Musikerkreisen Ernüchterung ein. Außerordentlich kostengünstige und dabei bestens ausgebildete „Konkurrenz“ aus den Beitrittsländern stellt gewachsene deutsche Tarifstrukturen im Orchesterbereich in Frage, schüttelt eine traditionsreiche Kulturlandschaft durch. Schon ist von Prostitution, von Menschenhandel die Rede – und vom Niveau-Anstieg bundesrepublikanischer Straßenmusik.

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