28.03.10 -
Früher war alles ganz einfach. Ein Komponist, der einen Auftrag für eine neue Oper erhalten hatte, suchte sich in Dichtkunst, Dramenliteratur oder in der antiken Mythologie ein entsprechendes Sujet aus, engagierte einen erfahrenen Librettisten, der das meist umfängliche Material auf Opernmaße eindampfte, Arien-Texte, Duette und Ensembles hinzuerfand – fertig war die neue Oper, die nur noch mit Musik überwölbt werden musste. Das funktionierte bestens über vier Jahrhunderte, von Monteverdi bis zu Richard Strauss, und weiter bis zu Bergs „Wozzeck“ und der „Lulu“, und sogar noch bis zu Hans Werner Henze.
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