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Elbphilharmonie: Stadt ignorierte mehrfach Expertenwarnungen zu Mehrkosten

23.07.10 -
Die Stadt Hamburg hat mehrfach die Warnungen von Experten vor millionenschweren finanziellen Risiken beim Bau der Elbphilharmonie ignoriert. Vor allem bei der Nachtragsbewilligung von Mehrkosten für den Bau hatten Planer vor übereilten Schritten gewarnt. So hatte die Arbeitsgemeinschaft Generalplaner Elbphilharmonie (Arge GP) schon im November 2008 der stadteigenen Realisierungsgesellschaft (ReGe) dringend von einer vorschnellen Unterschrift bei der Neuordnung des Großprojektes abgeraten.

Schleichschaltung: das Festivalprogramm der Öffentlich-Rechtlichen im Sommer 2010

09.07.10 -
Der Angriff auf die Kulturradiowellen der ARD kommt aus der eigenen Mitte. Wie anders wäre zu erklären, dass man die hochsommerliche Zeit nutzt, um die Wellen offenbar widerstandslos auf eine Linie zu bekommen? Unter dem Motto „Das Beste genießen“ versammeln sich die Kulturwellen der ARD zu einem achtwöchigen „Radiofestival“, jeweils von 20 Uhr bis Mitternacht, vom 17. Juli bis zum 11. September. Letzteres ein Datum mit Symbolcharakter, wie man weiß.

Der Triumph des Minimalismus

06.07.10 -
Wer sich hierzulande abfällig über Massenveranstaltungen äußert, durfte bislang auf Beifall hoffen. Der Argwohn gegenüber der Masse ist in unserer Kultur tief verwurzelt. Gustave Le Bon, ein französischer Arzt, hat ihn im ausgehenden 19. Jahrhundert erstmals artikuliert. „Das Zeitalter, in das wir eintreten, wird in Wahrheit das Zeitalter der Massen sein“, orakelte er 1895. Er wähnte sich an der Schwelle zu einer neuen Epoche und erkannte die Massenkultur als Totengräber seiner Zivilisation. Massen wirken in seinen Augen „gleich jenen Mikroben, welche die Auflösung geschwächter Körper oder Leichen beschleunigen. Ist das Gebäude einer Kultur morsch geworden, so führen die Massen seinen Zusammenbruch herbei.“ Das 20. Jahrhundert schien seine These zu bestätigen.

Der Triumph des Minimalismus: Kulturhauptstadt, Vuvuzelas und die Psychologie der Massen

05.07.10 -
Wer sich hierzulande abfällig über Massenveranstaltungen äußert, durfte bislang auf Beifall hoffen. Der Argwohn gegenüber der Masse ist in unserer Kultur tief verwurzelt. Gustave Le Bon, ein französischer Arzt, hat ihn im ausgehenden 19. Jahrhundert erstmals artikuliert. „Das Zeitalter, in das wir eintreten, wird in Wahrheit das Zeitalter der Massen sein“, orakelte er 1895. [Vorabveröffentlichung aus nmz 7/8-2010]

Das neue Zeitalter des Kultur-Darwinismus: Die Politik taumelt von der Partizipation in die Party-Zone

10.06.10 -
Der Politikwandel ist schleichend, aber intensiv. Er zeigt sich unter anderem überdeutlich in der simplen Tatsache, dass es nur eine Partei gibt, die in den letzten Jahren einen permanenten Zuwachs an Stimmen hat: die Nichtwähler.

Bach-Handschriften in höchster Bildqualität im Netz

09.06.10 -
Es ist vollbracht: Johann Sebastian Bach ist im digitalen Zeitalter angekommen. Und das in höchster Qualität! www.bach-digital.de führt die verstreut aufbewahrten musikalischen Autographe Johann Sebastian Bachs, seine Abschriften von Werken anderer Komponisten sowie für Bach hergestellte Aufführungsstimmen zum ersten Mal virtuell zusammen. Die Webseite eröffnet einen neuen und umfassenden Zugang zum reichen musikalischen Erbe Johann Sebastian Bachs. Nach mehr als zwei Jahren intensiver Arbeit ist www.bach-digital.de nun online.

Einstürzende Konzerthaus-Neubauten: Elbphilharmonie, Beethovenhalle Bonn und andere Fallbeispiele

05.05.10 -
Muss man Beethoven-Symphonien in einem Konzertsaal mit 2.000 Plätzen spielen? Natürlich nicht. In einer Untersuchung von Stefan Weinzierl aus dem Jahr 2002 wurden die Konzerträume Beethovens vermessen und verglichen. In einem Saal wie der Berliner Philharmonie müsste demnach ein Orchester mit 1.000 Musikern besetzt sein, um ein vergleichbares Klangvolumen hervorzubringen wie die Lobkowitzsche Kapelle mit ihrer Standardbesetzung von 35 Musikern bei der Aufführung der 3. Symphonie im Wiener Palais Lobkowitz.

Kunst-Asche

03.05.10 -
Auf den Fluren, in den Sitzungszimmern wird geflüstert und gejammert: Schuldenbremse, Etatkürzung, Finanzkrise: befinden wir uns im Bankenviertel? In Blogs und Protokollen wird dokumentiert und diskutiert: Qualitätsmanagement, Fusions-Erlös, Personal-Rückbau. Sind wir in der Siemens-Chefetage gelandet? Bei Panels und auf Konferenzen reden sich so genannte Experten die Köpfe heiß: Standortfaktoren, TVöD, Transformation: haben wir uns ins nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium verirrt?

Die jungen Unbekannten: Zum Symposium „The Art of Music Education“

18.04.10 -
Annette Dasch ist eine berühmte Sängerin. Und – das wissen zumindest jene zu erzählen, die ihren „Daschsalon“ erlebt oder gesehen haben – sie ist offenbar eine charismatische Entertainerin. Aber ist sie auch eine gute Musikvermittlerin? So weit wie die Reaktionen der Fachleute auf ihren Auftritt beim Symposium der Hamburger Körber Stiftung und der Elbphilharmonie auseinander gingen, so weit dürften die Meinungen darüber auseinander gehen, was die Qualität von Musikvermittlung überhaupt ausmacht.

Opernwelten

28.03.10 -
Früher war alles ganz einfach. Ein Komponist, der einen Auftrag für eine neue Oper erhalten hatte, suchte sich in Dichtkunst, Dramenliteratur oder in der antiken Mythologie ein entsprechendes Sujet aus, engagierte einen erfahrenen Librettisten, der das meist umfängliche Material auf Opernmaße eindampfte, Arien-Texte, Duette und Ensembles hinzuerfand – fertig war die neue Oper, die nur noch mit Musik überwölbt werden musste. Das funktionierte bestens über vier Jahrhunderte, von Monteverdi bis zu Richard Strauss, und weiter bis zu Bergs „Wozzeck“ und der „Lulu“, und sogar noch bis zu Hans Werner Henze.
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