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Martin Hufners Weihnachts-Cluster: Alle Jahre wieder kommt der GEMA-Mann …
19.12.11 (Martin Hufner) -
… auf die Weihnachtsmärkte nieder, wo wir Hörer sind. Großes vorweihnachtliches Wehgeklagen über die Anspruchshaltung der Autoren, wo man zwischen Glühwein, Zuckerwatte und Bratapfel allerlei mehr oder minder Brauchbares finden kann. Für die Stimmung sorgt Musik, denn der Weihnachtsbeat soll uns mehr Zittern machen als die Kälte.
Cluster 2011/12 - 2
06.12.11 (Gordon Kampe) -
Im Sommer war die Welt noch in Ordnung. Da schaute ich mit meiner kleinen Tochter die Bayreuther Lohengrin-Übertragung an. Sie hielt den ganzen dritten Akt aus und stellte die richtigen Fragen: „Warum ist der Prinz so sauer?“ – „Der Schwan ist ja kaputt. Nimmt der jetzt ein Taxi?“ Ansonsten turnte sie zu Miles
Davis wild durch die Gegend, ahmte mit allerlei unflätigen Geräuschen Helmut Lachenmanns „Pression“ nach oder sang einfach nur „Der Mond ist aufgegangen“. Nun ist Herbst, sie ist im Kindergarten. Und wieder ist mir ein Weltbildchen zerbrochen.
Cluster 2011/11
31.10.11 (Martin Hufner) -
„Anmut sparet nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand“, mit diesen verdammt raffiniert und sensibel gehobelten Worten gab Bert Brecht der deutschen Bevölkerung in der Kinderhymne seine Aufgabe für ein blühendes, gutes Deutschland mit auf den Weg. Eine Ansprache an alle. Ein Auftrag für alle.
Aber von allen Kanzeln wird gegenwärtig genau das Gegenteil herunterposaunt.
Cluster 2011/10
05.10.11 (Martin Hufner) -
Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Musikwelt und der Welt da draußen, in der die meisten Menschen leben: Er betrifft die Verwendung von Zeit. Der Tag mag ja 24 Stunden haben, doch ohne Schlafen wird man eher früher als später müde. Man kann also nicht den ganzen Tag nutzen, um ständig auf Achse zu sein. Alles kein Problem. Man kommt normalerweise mit allem sehr gut zurecht. Bis zu dem Tag, als ich ins Konzert gehen wollte. Ich hatte ja vergessen, dass es so etwas noch gibt.
Schule schafft sich ab – Cluster (2011/09)
07.09.11 (Martin Hufner) -
Schule und Musikmachen, das geht unter den Bedingungen von G8 nicht mehr. Vor mir liegt der Stundenplan einer Schülerin, 11. Klasse. 34 Stunden Schule. Dazu Instrumentalunterricht in nur einem Fach und eine zweieinhalbstündige BigBand-Probe, alle zwei Wochen zusätzlich anderthalb Stunden Satzprobe. Das sind um die 40 Stunden. Hinzu kommen Auftritte mit der BigBand, Workshops über das Wochenende, Generalproben. Eben alles, was man als Musiker so machen muss, wenn man nicht nur pro forma ein Instrument erlernt, der Eltern oder Großeltern wegen. Ach ja, der Schule muss man ja auch noch dienen: Hausaufgaben, Referate koordinieren.
Umkehrung
30.06.11 (Martin Hufner) -
Gewiss, es ist schon eine Weile her, da sagte ein deutscher Innenminister: „Wer Musikschulen schließt, gefährdet die innere Sicherheit.“ Nun, es sind Musikschulen geschlossen worden und weder Anarchie noch Chaos sind gefolgt, rein polizeitechnisch und statistisch. Stattdessen zeigt sich unterdessen, dass die Gefährdung der inneren Sicherheit auch positive Seiten hat – sogar für Musikschulen, nur gemeinnützig müssen sie schon sein.
Ausverkauft - Von Babykonzerten und elementarer Naturpädagogik - Ein Cluster
20.06.11 (Martin Hufner) -
Neulich, auf der Suche nach Konzertkarten, in einem großen Berliner Konzerthaus. Ein Blick ins Programm. Karten für fast alle Konzerte waren zu haben. Aber es gab Sonntag gegen 11 Uhr Konzerte, die ausverkauft waren. Nichts zu holen. Konzerte, in denen Erwachsene vor allem als Begleitpersonen vorgesehen waren. Rappelzappeldicht. Generell sieht es so aus, als ob Konzerte mit Kindern der Renner sind.
Osterscherben
05.06.11 (Gerhard Rohde) -
Berlins Philharmoniker mögen nicht mehr: zur Osterzeit in Salzburg bei den Osterfestspielen aufspielen. Seit Karajan, dem Festival-Gründer, betrachtete das Orchester seinen Auftritt an der Salzach als höchst eigene Herzensangelegenheit, konnte man hier doch endlich einmal richtig „Große Oper“ zelebrieren. Warum jetzt die plötzliche Aufkündigung der scheinbar ewigen Liebesbeziehung? War der Lockruf aus Baden-Badens Festspielhaus zu verführerisch? Fließt an der Oos der Geldstrom stärker? In Salzburg jedenfalls schlug die Berlin-Philharmonische Entscheidung wie eine Bombe ein. Verwirrung, Empörung, Ratlosigkeit überall. Was nun?
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