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Nachschlag
06.12.11 (Stefan Haack) -
Unser Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Peter Ramsauer, sorgt für Sicherheit auf Deutschlands Straßen. Und er ist begeisterter Hobbypianist und Liebhaber klassischer Musik, besonders Mozart hat es ihm angetan. Was hat das miteinander zu tun? Eigentlich nichts. Nun hat Ramsauer aber unter Berufung auf nicht näher benannte wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Verkehrspsychologie seine Ambitionen miteinander verknüpft: Der Minister betätigt sich als Pianist auf einer Musik-CD für Autofahrer, mit dem Anspruch, damit die Straßenverkehrssicherheit zu erhöhen.
Nachschlag 2011/11
31.10.11 (Patrick Hahn) -
Bei den diesjährigen Donaueschinger Musiktagen stellte die Gesellschaft für Neue Musik (GNM) die Frage „Neue Musik wozu?“. Die auf Donaueschinger Plätzen gehaltenen Plädoyers, Statements und Mini-Manifeste finden Sie in Kürze unter www.nmz.de. Hier eine Intervention von Patrick Hahn:
Nachschlag 2011/01
05.10.11 (Georg Beck) -
Wird in Bonn ein Beethovenfest eröffnet (was jedes Jahr der Fall ist), hat ein Oberbürgermeister Rederecht. Letzterer heißt (was erst seit zwei Jahren der Fall ist) Jürgen Nimptsch (SPD). Bekannt geworden ist derselbe durch seine „charmanten Ideen“. Die jüngste zielte darauf ab, die Bonner Oper dichtzumachen. So also war man gewappnet in Beethovens Halle, die Nimptsch tatsächlich schon länger zum Abriss freigegeben hatte. Denkmalschutz?
Relevanter Sender?
05.09.11 (Albrecht Dümling) -
So etwas ist dem Geiger und Pianisten Kolja Lessing in seiner jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit ARD-Anstalten noch nie passiert: Der MDR strich eine schon lange verbindlich vereinbarte Musikproduktion mit dem Argument, die zur Aufnahme vorgesehenen Werke seien „nicht sende-relevant“. Dabei handelt es sich um wenig bekannte Violinsonaten der Komponisten Erwin Schulhoff (Nr. 1, 1913) und Issay Dobrowen (op. 15), deren Wirken aufs engste mit Leipzig und Dresden verknüpft war.
Weltmäßig - Die Berliner Philharmoniker in der Spielzeit 2011/12
30.06.11 (Michael Jenne) -
„Es gibt so viel Neues!“ So kündigte Sir Simon Rattle die kommende Spielzeit der Berliner Philharmoniker an – genauer: der „Stiftung Berliner Philharmoniker“, wobei die Programme des Orchesters selbst nurmehr weit weniger als die Hälfte des gesamten Angebots dieser Stiftung ausmachen. Blättert man die voluminöse Vorschau durch und lässt die bisweilen unsinnig pompösen Einführungen hinter sich (im Education-Programm „lernen auch Erwachsene die unvergleichliche Faszination der Musik kennen...“), so ist man jedoch mit einer wahrhaft universalen Vielfalt von Musikpräsentation konfrontiert.
Frühjahr in Darmstadt
23.06.11 (Andreas Hauff) -
Es ist fast alles schon einmal da gewesen. Oder nicht? „Was ist die Kunst so seltsam und sonderbar! Hat sie denn nur für mich allein so geheimnisvolle Kraft und ist für alle anderen Menschen nur Belustigung der Sinne und angenehmer Zeitvertreib? Was ist sie denn wirklich und in der Tat, wenn sie für alle Menschen nichts ist und für mich allein nur etwas?“ Mit diesem Stoßseufzer ließ Wilhelm Heinrich Wackenroder in seinen 1797 erschienenen Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders den fiktiven Komponisten Joseph Berglinger die Entfremdung zwischen Künstler und Publikum beschreiben. 2011, auf der 65. Frühjahrstagung der Akademie für Neue Musik und Musikerziehung in Darmstadt, beklagt der Frankfurter Komponist Volker Staub die Isolation der Neuen Musik: 95 Prozent seiner Freunde und Bekannte könnten mit dieser Musik nichts anfangen, wenn er sie in ein Konzert einlade. „Wir trinken denselben Cappuccino, tragen dieselben Klamotten, aber in dem, was mir künstlerisch am wichtigsten ist, haben wir keine Schnittmenge.“
Neue Musik geht durch den Magen
02.05.11 (Andreas Kolb) -
Kaum scheint die erste Frühjahressonne auf den sich an altem Gemäuer emporrankenden Efeu, dann sprießen in jedem Schlosshof die Gourmet- und Weinfestivals, garniert mit Mozart, Kammermusik und dieses Jahr mit viel Liszt. Die Neue Musik mit großem N blieb derartigen kulinarischen Versuchungen gegenüber bislang standhaft, zumindest was die badisch-bürgerliche Küche in Donaueschingen anging. Jetzt gilt es von einem ersten Sündenfall zu berichten: das Arditti Quartet entpuppt sich nicht nur als Meister aller aktuellen Streichquartettmusik, sondern auch als ein Quartett von Genussmenschen.
McYamaha’s (Nachschlag 2011/04)
31.03.11 (Juan Martin Koch) -
„Im 17. und 18. Jahrhundert wurde unter ‚Franchise’ in Frankreich und Großbritannien die Gewährung eines Privilegs verstanden, welches von Königen an zuverlässige Persönlichkeiten vergeben wurde. Diese Persönlichkeiten hatten das Recht, gegen Entgelt die Produktion oder den Handel mit bestimmten Erzeugnissen zu betreiben.“ Soweit die Online-Enzyklopädie Wikipedia über ein Geschäftsmodell, das in seiner heute bekannten Form auf eine Historie von den Nähmaschinen eines Isaac Singer bis zu den Buletten-Brötchen eines Ronald McDonald zurückblicken kann. Auf die Idee, auch Musikunterricht auf diese Weise zu vermarkten, kam der Instrumentenhersteller Yamaha Ende der 1950er-Jahre und überzeugte in der Folgezeit auch in Deutschland viele Existenzgründer, sich diesem Modell anzuschließen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich der Konzern offen zeigte, die Unterrichtskonzepte in verschiedenen Ländern unterschiedlich weiterzuentwickeln. Zumindest bisher.
Generation Freelancer (Nachschlag 2011/03)
01.03.11 (Andreas Kolb) -
Die Generation Praktikum ist erwachsen geworden, aber das Erwachsenwerden wurde zum bösen Erwachen: Aus der Generation Praktikum wurde die Generation Freelancer. Freie Mitarbeiter sind oft hoch qualifiziert, hoch spezialisiert und auch hoch bezahlt – manchmal.
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