11 Fragen an Miroslav Srnka


(nmz) -
Miroslav Srnka wurde 1975 in Prag geboren, wo er Musikwissenschaft an der Karls-Universität und Komposition an der Akademie der Darstellenden Künste bei Milan Slavicky studierte. Studienaufenthalte führten ihn 1995/96 an die Humboldt-Universität in Berlin und 2001 an das Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Austauschprogramme und Kompositionskurse absolvierte er unter anderem 2002 bei Ivan Fedele, 2004 bei Philippe Manoury und am IRCAM Paris. Er wurde 2001 mit dem Gideon Klein Award ausgezeichnet, im gleichen Jahr mit dem Generace Award und 2004 mit dem Leoš Janácek Anniversary Prize. 2005 wurde seine Kurzoper „Wall“ nach Jonathan Safran Foer an der Staatsoper Berlin uraufgeführt. 2006/07 war er „Komponist für Heidelberg“ am Theater Heidelberg. Am 15. Mai erhält er einen der Förderpreise der Ernst von Siemens Musikstiftung.
Ein Artikel von Miroslav Srnka

Welche Musik macht Sie stark?
Janácek: Glagolitische Messe, letzter Satz – Orchesternachspiel. Das ist eine ideale Musik für mich: Glücksorgien, unverstellt und rein. Keine Zweifel, sondern Stärke und Glaube eines Ungläubigen.

Bei welcher Musik werden Sie schwach?
Bei den klassischen Jazz-Divas, besonders Dinah Washington und Sarah
Vaughan. Die kommen immer in den CD-Spieler im Auto auf einer langen Rückreise nach einem Konzert. Und so kommt auch der einzige Augenblick, wo ich mitsinge. Das durfte ich nie machen – bereits im Kinderchor durfte ich nur den Mund öffnen und die Trommel schlagen.

Bei welcher Musik stellen Sie sofort das Radio ab?
Bei der Biene Maja von Karel Gott auf Deutsch gesungen – auf Tschechisch kann ich es ertragen.

Mit welcher Melodie sollte Ihr Handy klingeln?
John Williams: Star Wars – Main Theme.

Wenn Sie „König von Frankreich“ wären: Was würden Sie als Erstes tun?
Erstmals würde ich ganz undemokratisch die bayerische Blasmusik verbieten und dann würde ich ein unverzichtbares Recht eines Komponisten auf eine Archivierung und unkommerzielle Benutzung der Aufnahmen seiner Stücke einführen. Im letzten Jahr habe ich von einer deutschen Rundfunksanstalt eine Kassette (ja, diese Kassetten aus den 90er-Jahren) mit einem Mitschnitt von meinem Stück bekommen. Und es soll kein Witz gewesen sein.

Wie hieß Ihre erste Schallplatte?
Also Schallplatte weiß ich nicht mehr, meine Schwester und ich haben uns von klein auf immer Märchen angehört: vielleicht etwas mit Hurvinek, weil der kleine Maulwurf nicht gesprochen hat. Aber an eine erste CD kann ich mich ganz gut erinnern: Ich bekam in den 90er-Jahren meinen ersten CD-Spieler, bin gleich ins erste Geschäft gegangen und dort gab es nur 2 CDs: Debussys „La Mer“ und Koloratur-Arien mit Edita Gruberová. Debussy habe ich mir geholt. Aber am nächsten Tag ging ich zurück ins Geschäft und tauschte die Reste meines Taschengeldes für die „Grubi“.

Welches ist Ihr Lieblingslied von den Beatles?
Let it be.

Auf wen oder was können Sie am ehesten verzichten?
Auf Korrekturen.

Welches Musikstück erinnert Sie an das erste Rendezvous oder
den ersten Kuss?

Das ist eine harte Frage, oder eher harte Antwort: Falco, Depeche Mode und – ja, ich wage es zuzugeben – Modern Talking (das hat sie sich aber angehört, nicht ich).

Woran starb Mozart?
An der unerträglichen Leichtigkeit des Schaffens.

Welche Musik soll zu Ihrer Beerdigung erklingen?
Egal, aber etwas, was meine Kinder aufführen können: jetzt sieht es also nach einem Geige-Klavier-Duo aus.

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