Alte und neue Musik, junge Chöre und Chorleiter

Vom 14. bis 17. September findet in Dortmund die vierte Ausgabe des Branchentreffs chor.com statt


(nmz) -
Keine Frage: Die Mischung aus Branchentreff und Fachkongress, die der Deutsche Chorverband (DCV) unter dem Label chor.com vor sechs Jahren aus der Taufe gehoben hat, ist mittlerweile als feste Größe in der Chorszene etabliert. Vom 14. bis 17. September findet die chor.com in Dortmund zum vierten Mal statt und ihrem künstlerischen Leiter, dem DCV-Geschäftsführer Moritz Puschke ist im Gespräch die Freude über diesen Erfolg anzumerken: „Die Zahl der Angebote, an Veranstaltungsideen, die an uns herangetragen wird, ist weitaus größer als das vor sechs Jahren der Fall war. So groß, dass wir gar nicht alles abbilden und realisieren können.“
Ein Artikel von Juan Martin Koch

Für Puschke sagt dies aber nicht nur etwas über die chor.com selbst aus: „Es ist auch ein Beleg dafür, dass sich in der Chorszene viel Kreatives tut, dass die Leute sich etwas trauen und das auch zeigen möchten.“ Ein Trend, den Puschke hier ausmacht, wird die vierte Auflage 2017 prägen: „Nachdem lange Zeit über mangelnden Nachwuchs im Bereich Chorleitung geklagt wurde, gibt es nun eine Menge junger Dirigentinnen und Dirigenten, die auch in Deutschland ausgebildet wurden.“ Als Beispiele nennt er die Konzerte und Workshops mit Benjamin Hartmann und dem Maulbronner Kammerchor oder mit Tristan Meister und dem Jugendchor Taunus. „Natürlich sind nach wie vor viele erfahrene ‚Altvordere‘ als Workshop- und Kursleiter bei der chor.com vertreten, aber wir finden es wichtig, dass die Teilnehmer auch mit neuen Ansätzen und Methoden konfrontiert werden.“

Auch was die Chöre selbst betrifft, werden in Dortmund viele junge Sänger zu hören sein: neben dem Jugendchor Taunus etwa Mädchenchöre aus Hannover, Dortmund, Essen und Basel, der Landesjugendchor Saar oder der Deutsche Jugendkammerchor.

Dass es dem DCV umgekehrt gelungen ist, mit der chor.com selbst inhaltliche Impulse in der Szene zu setzen, das ist für Puschke ein weiterer Grund zur Freude. Vor zwei Jahren, bei der letzten Ausgabe, hatte man mit der Initiative „Frisch komponiert!“ zahlreiche neue, auch für Laienchöre singbare Stücke in Auftrag gegeben, die das SWR Vokalensemble nun regelmäßig in seine Programme aufnimmt. Im September wird das Ensemble AuditivVokal Dresden nun unter der Leitung von Olaf Katzer eine originär für die chor.com zusammengestellte Konzert-Performance mit Uraufführungen und Repertoirewerken präsentieren, die das Projekt „Frisch komponiert!“ fortsetzen und weiterentwickeln. Zeitgenössische Musik erklingt außerdem bei Konzerten mit I Vocalisti unter Hans-Joachim Lus­tig, mit dem WDR Rundfunkchor unter Nicolas Fink und mit dem ChorWerk Ruhr unter Florian Helgath.

Florian Helgath wird auch einen der beiden zweitägigen Meisterkurse bei der chor.com leiten. Während bei ihm das Repertoire von Bach über Brahms und Poulenc bis zu Mäntyjärvi reicht, geht es bei Hans-Christoph Rademann ausschließlich um die Musik von Heinrich Schütz. Mit dem Dresdner Kammerchor steht ein ausgewiesenes Spezialensemble als Studiochor zur Verfügung, zudem eine Continuogruppe mit Orgel, Theorbe und Violone. Das Repertoire bilden Auszüge aus dem ers­ten Madrigalbuch, aus den Psalmen Davids, aus der Geistlichen Chor-Music und aus den 12 Geistlichen Gesängen. Moritz Puschke ist gespannt, wie dieser sehr bewusst gesetzte Akzent auf die Alte Musik angenommen wird, und zählt auf den herausragenden Ruf, den Rademann und die Dresdner sich in Sachen Schütz erarbeitet haben.

Wie in den vergangenen Jahren auch, werden zahlreiche Fachverlage zusammen mit ihren Autorinnen und Autoren ihre Neuerscheinungen auf der Ausstellungsfläche und im Rahmen von Präsentationen und Workshops vorstellen. Auch Interviews und Diskussionsrunden sollen wieder für einen regen Informationsaustausch und dafür sorgen, dass die chor.com ihre Wirkung in die Szene hinein entfalten kann.

Informationen und Anmeldung unter www.chor.com

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