Auftakt – Austausch – Akzente

Zur Gründung der Bundesfachschaft Musikwissenschaften (BFM)


(nmz) -
Es ist vollbracht: Aus einer losen Zusammenarbeit musikwissenschaftlicher Fachschaften und Studierendenvertretungen aus dem deutschsprachigen Raum entstand am 12. Mai 2022 die Bundesfachschaft Musikwissenschaften (BFM). Unter dem Hashtag Auftakt – Austausch – Akzente luden die Fachschaft für Musikwissenschaft Essen und der Dachverband der Studierenden der Musikwissenschaften e. V. (DVSM) musikwissenschaftliche, musiktheoretische und fachverwandte Fachschaftsvertreter/-innen, Studierende und Promo­vierende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an die Folkwang Universität der Künste Essen ein, um vom 12. bis 14. Mai 2022 über die aktuelle Studiensituation, die Ausrichtung der Studiengänge und die Zukunft der Musikwissenschaften zu diskutieren und sich auszutauschen.
Ein Artikel von Raphael Baader

Neben musikwissenschaftlichen Vorträgen und einer Podiumsdiskussion zum Thema „Diversifizierung der Musikwissenschaft – Chance für junge Forschende oder Abgesang auf die Fachdisziplin?“ stand die Tagung ganz im Zeichen der Gründung der Bundesfachschaft Musikwissenschaften. In einer feierlichen Tagungseröffnung, umrahmt von kammermusikalischen Beiträgen von Studierenden der Folkwang-Universität, begrüßten der gastgebende Rektor Prof. Dr. Andreas Jacob, der Fachbereichsleiter der Musikwissenschaft Essen Prof. Dr. Andreas Meyer und der Vorsitzende des Dachverbandes der Studierenden der Musikwissenschaften e. V. (DVSM) Jakob Uhlig die anwesenden Gäste und betonten in ihren Reden die Bedeutung einer Bundesfachschaft für die Zukunft der Musikwissenschaften. Auch die Präsidentinnen der GFM, der ÖGMW und der SMG/SSM unterstrichen in ihren Grußworten die Relevanz einer vereinten studentischen Bundesvertretung und sicherten ihr volle Unterstützung zu.

Den Höhepunkt des Festaktes bildete die Unterzeichnung der Gründungsurkunde durch Charlotte Schönebeck (FSR Musikwissenschaft Essen – stellvertretend für alle anwesenden Fachschaften) und Raphael Baader (Geschäftsführer DVSM – Initiator BFM). Mit diesem symbolischen Akt konstituierten die musikwissenschaftlichen, musiktheoretischen und fachverwandten Fachschaften und Studierendenvertretungen eine gemeinsame Bundesvertretung und schlossen damit eine Lücke in der deutschsprachigen Hochschullandschaft.

Von der Idee zur Gründung

Die Idee einer Bundesfachschaft entstand vor zirka 30 Jahren, als eine Handvoll Musikwissenschaftsstudierende den Dachverband der Studierenden der Musikwissenschaften e. V. gründeten. Ihre Motivation war es von Beginn an, den musikwissenschaftlichen Nachwuchs bereits im Studium vielseitig und umfassend zu fördern und zu unterstützen. Dies wird seither beispielweise durch Symposien, Workshops und studienbegleitende Projekte ermöglicht und das Angebot fortlaufend ausgebaut. Darüber hinaus liegt ein großer Fokus der Verbandsarbeit in der Vernetzung von musikwissenschaftlichen Fachschaften, so dass diese leichter in Interaktion treten können. Auf Initiative des DVSM wurden ab 2010 die ersten musikwissenschaftlichen Bundesfachschaftstagungen abgehalten. Auf diesen mehrtägigen Konferenzen trafen sich Studierende und Promovierende, sowie Fachschaftsvertreter/-innen der Musikwissenschaften und fachverwandter Studiengänge, um sich über aktuelle Themen der Hochschulpolitik, der Studienausrichtung und der zukünftigen beruflichen Perspektiven auszutauschen.

Diese noch losen Zusammenkünfte verliefen nach ein paar Jahren im Sande und das Projekt verschwand aus dem öffentlichen Blickfeld. In den letzten Jahren griff der Vorstand des DVSM das Thema Bundesfachschaft wieder auf und entwickelte in vielen Gesprächen und umfassenden Überlegungen ein zukunftsfähiges Rahmenkonzept. Dieses sieht eine feste institutionelle Bundesfachschaft innerhalb des DVSM vor, welche trotz ihrer Zugehörigkeit zum Dachverband weitgehend eigenständig agieren soll. Um diese Autonomie zu gewährleisten, besitzt die BFM eigene demokratische Gremien, eine eigene Geschäftsordnung und ist durch ein eigenes Logo nach außen hin deutlich sichtbar.

Lebendige Demokratie

Das Herz der Bundesfachschaft Musik bildet die Bundesfachschaftsvollversammlung (BFV). In diesem studentischen Parlament wird vorrangig über hochschulpolitische Themen debattiert, Lösungsvorschläge werden erarbeitet und diese anschließend beispielweise durch öffentliche Stellungnahmen vertreten. Angehörige der BFV sind alle Mitgliedsfachschaften, vertreten durch jeweils eine/-n Fachschaftsabgeordnete/-n. Unterstützt wird die Arbeit der Bundesfachschaftsvollversammlung durch verschiedene thematische und fachliche Ausschüsse, bestehend aus Studierenden und Promovierenden der Mitgliedsfachschaften. Ein fünfköpfiges Präsidium mit zwei gleichberechtigten Sprecher/-innen an der Spitze repräsentiert die Bundesfachschaft Musikwissenschaften nach innen und außen. Mit diesem Konzept erhoffen wir eine lebendige Demokratie, in der nicht von oben diktiert wird, sondern bei Entscheidungsprozessen alle Ebenen mit einbezogen werden.

Raphael Baader – Geschäftsführer Dachverband der Studierenden der Musikwissenschaften e. V. (DVSM) / Vorsitzender Bundesfachschaftsvollversammlung (BFV)

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