Berufung und Leidenschaft

Zum Tod des Pianisten und Komponisten Christoph Busching


(nmz) -
Partnerschaft in der Musik war sein Ideal: Wenigstens vierhändiges Klavierspiel sollte mithelfen, die „Einsamkeit des Pianisten“ zu überwinden. So forschte Christoph Busching unermüdlich nach entsprechender Literatur und brachte eine unübersehbare Sammlung vierhändiger Klaviernoten in seinen Besitz.
Ein Artikel von Walther Prokop

Partnerschaft in der Musik war sein Ideal: Wenigstens vierhändiges Klavierspiel sollte mithelfen, die „Einsamkeit des Pianisten“ zu überwinden. So forschte Christoph Busching unermüdlich nach entsprechender Literatur und brachte eine unübersehbare Sammlung vierhändiger Klaviernoten in seinen Besitz. Zusätzlich animierte er Kollegen zu eigenen Werken, komponierte selbst reizvolle Stücke in allen Schwierigkeitsgraden und Besetzungen. Zu seinem Oeuvre zählen ebenso der launige „Avocado Rag“ wie auch die gewichtigen Lieder nach Gedichten von Gottfried Benn. Er selbst sah seine großen Vorbilder in Dvorak, Brahms und Schumann. Als Student bekam er einen 2. Preis im Kompositionswettbewerb des Landesstudio Salzburg für Neue Musik.

Schon in frühen Jahren wusste Christoph Busching, dass die Musik seine Berufung war. Nach dem Abitur studierte er am Salzburger Mozarteum bei den Professoren Gerhard Wimberger (Dirigieren), Helmut Eder (Komposition), Erika Frieser und Norman Shetler (Klavier). 1985 erhielt er sein Konzertdiplom.

Christoph Busching wollte sich als Musiker nie mit einem Dasein im Elfenbeinturm zufriedengeben. Die Notwendigkeit, das geliebte Instrument auch unterrichten zu müssen, gab seiner Kreativität erst die richtige Stoßkraft: Der leidenschaftliche Pädagoge entwickelte Konzepte, die in gewichtigen Veröffentlichungen ihren Niederschlag fanden. Im Bosse-Verlag erschienen „Prima vista“ und „Hand- und Fußbuch des Klavierunterrichts“. Und in Seminaren an Musikschulen warb er zusammen mit seiner Duo-Partnerin Svetlana Flat intensiv und mit souveräner Kompetenz für die vierhändige Klaviermusik.
Sein Wohnort Ainring nahe der Grenze zu Salzburg brachte es mit sich, dass er seine Schüler sowohl im Bayerischen, als auch im Nachbarland Österreich fand. Aktiv war er überdies als Arrangeur und Chorleiter. In Oberösterreich wurde vor zwei Jahren seine „Missa brevis“ op.19 uraufgeführt. Einige Jahre war er Vorsitzender des Tonkünstlerverbands Südost-Bayern, dessen Konzerte er mit seinen Kompositionen und seinem Klavierspiel bereicherte. Zuletzt erlebten ihn seine Rosenheimer Kollegen zusammen mit Chenny Gan am Klavier mit vierhändigen Tänzen des amerikanischen Komponisten Samuel Barber.

Dass Christoph Busching lange Jahre der Musiker und Hauskomponist der Freilassinger Kabarettgruppe „Bleck Leit“ war, vervollständigt das facettenreiche Bild dieser Künstlerpersönlichkeit.
Christoph Busching starb völlig unerwartet am 26. Januar dieses Jahres im Alter von 56 Jahren.

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