Botschaft der Menschlichkeit dem Krieg entgegensetzen

Appell anlässlich des Überfalls Russlands auf die Ukraine


(nmz) -
Die Jeunesses Musicales wurde als internationale Jugendorganisation nach dem 2. Weltkrieg gegründet, um die Jugend der Welt zu friedlicher Begegnung und Verständigung im Zeichen der Musik einzuladen, damit es „nie wieder Krieg“ geben sollte. Der pazifis­tische und weltbürgerliche Grundzug der Jeunesses Musicales hat bis heute und angesichts des unfassbaren Kriegsgeschehens in der Ukraine – leider – an Aktualität nicht verloren.
Ein Artikel von Johannes Freyer

Die Jeunesses Musicales Deutschland verurteilt aufs schärfste den kriegerischen Überfall Russlands auf die Ukraine als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und einen bewusst destruktiven Akt gegen ein friedliches Zusammenleben und die Freiheit der Menschen in Europa und der ganzen Welt. Was aber kann die Musik an Völkerverständigung ausrichten, wo auf Befehl eines unmenschlichen Autokraten Panzer, Bomben und Raketen das Leben und die Zukunft von Millionen zerstören? Die Botschaft, dass Kultur und Musik eine verbindende und uns als Menschen eine Würde gebende Kraft haben, darf im Kriegslärm nicht untergehen.

Wir rufen die jungen Musiker*innen in unserer Organisation und in ganz Deutschland auf, im Hinblick auf die Menschen in der Ukraine und die von dort Geflüchteten Solidarität und Hilfs-bereitschaft in jeder Form zu üben und bei Anderen dafür zu werben – sei es mit Spenden und Benefizveranstaltungen, sei es durch die Aufrechterhaltung bestehender Verbindungen in die Ukraine, sei es durch konkrete Unterstützung und gegebenenfalls Aufnahme von Geflüchteten bei sich vor Ort, sei es durch Integration von jungen Musikern*innen in Jugendorches­ter und Ensembles, gegebenenfalls mit Ausleihe von Instrumenten.

Die JMD wird in der Zuversicht, dass nicht „die Russen“ den Überfall auf die Ukraine kollektiv zu verantworten haben, auch den deutsch-russischen Jugendaustausch neben dem mit der Ukraine umsichtig fortführen, wenn es die Verhältnisse wieder erlauben. Ebenso müssen wir mit den in Deutschland lebenden Menschen russischer Herkunft im Dialog bleiben. Jedes Zeichen von Menschlichkeit, jede Verständigung durch Musik und Kultur ist in der aktuellen Situation ein Bekenntnis zur Utopie einer friedlichen Weltgemeinschaft, das wir gerade angesichts des aktuell erschreckend ungehemmten Ausbruchs barbarischer Gewalt solidarisch und geschlossen ablegen und leben müssen.

Es muss umso bewusster das Ziel unserer Aktivitäten von, mit und für junge Musiker*innen bleiben, aktiv zu einer Haltung beizutragen, mit der Menschen friedlich zusammen leben und freundschaftlich verbunden sind – in Deutschland, in der Ukraine, in Russland und überall auf dieser Welt.

Johannes Freyer, Präsident, im Namen des JMD-Präsidiums

 

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