CD-Tipps 2014/10


(nmz) -
Maurice Ravel: Sämtliche Werke für Klavier solo. Florian Uhlig. +++ André Previn: Sonata for Cello and Piano, Dmitri Schostakowitsch: Sonate d-Moll op. 40, Johannes Berauer: Passacaglia. Matthias Bartolomey, Violoncello; Clemens Zeilinger, Klavier +++ Johann Sebastian Bach: Partiten BWV 825–830. Igor Levit
Ein Artikel von Juan Martin Koch

Maurice Ravel: Sämtliche Werke für Klavier solo. Florian Uhlig. Hänssler Classic 93.318 (Naxos) (3 CDs)

Diese Veröffentlichung besticht schon allein dadurch, dass sie das Etikett „Sämtliche Werke für Klavier solo“ mit größerer Berechtigung trägt als manch andere Zusammenstellung mit demselben Versprechen. Wer sich also auch für Nebenwerke wie „La Parade“ oder die „Sérénade grotesque“ interessiert, mag hier getrost zugreifen. Darüber hinaus kann aber auch Florian Uhligs Interpretationsansatz überzeugen. Manuell über jeden Zweifel erhaben und mit kristalliner Transparenz betrachtet er die Werke aus einer gewissen Distanz heraus. Ein kontrollierter, aber nie unterkühlter Blick.

André Previn: Sonata for Cello and Piano, Dmitri Schostakowitsch: Sonate d-Moll op. 40, Johannes Berauer: Passacaglia. Matthias Bartolomey, Violoncello; Clemens Zeilinger, Klavier. Ars Produktion ARS 38 149 (Note 1) (SACD)

Gar nicht so leichtgewichtig, wie man es von dem jazzaffinen André Previn vermuten würde, kommt seine Cellosonate daher. Mit luftigem und doch substanzreichem Ton nimmt Matthias Bartolomey sie ebenso ernst wie die zusammen mit Clemens Zeilinger überzeugend gestaltete Schostakowitsch-Sonate. Eine neoromantisch-jazzige Passacaglia von Johannes Berauer gibt’s als Zugabe.

Johann Sebastian Bach: Partiten BWV 825–830. Igor Levit. Sony Classical 88843076302 (2 CDs)

Nach Beethoven nun also Bach: Igor Levit geht seine CD-Karriere selbstbewusst und ohne modische Mätzchen an. Wie sehr ihm Bach am Herzen liegt, merkt man jeder Note der Partiten-Sammlung an. Mit klarer, aber nie skelettierender Phrasierung, einem sprechenden Klavierklang und viel Gespür für die tänzerischen Formdramaturgien fächert Levit das ganze Spektrum Bach’scher Ausdruckscharaktere auf.

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