create music – das Netz im ländlichen Raum

Kompetenznetzwerk Populäre Musik Westfalen-Lippe an der Landesmusikakademie NRW


(nmz) -
Wie lassen sich Musikerinnen und Musiker, Bands und Initiativen im weitläufigen ländlichen Raum stärken und vernetzen? Einen Weg hierzu beschreitet das Projekt „create music – Kompetenznetzwerk Populäre Musik Westfalen-Lippe“, das seit 1.2.2013 in Trägerschaft der Landesmusikakademie NRW arbeitet. Ziel ist die Belebung und Unterstützung der jungen Musikszene in Westfalen-Lippe mit seinen über acht Millionen Einwohnern. Gefördert wird das auf drei Jahre angelegte Projekt durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW, die Kulturstiftung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und das Kultursekretariat NRW Gütersloh.
Ein Artikel von Antje Valentin

Es soll auf Basis des Vorgängerprojektes „Create Music OWL“ in den nächsten drei Jahren auf vielfältige Weise das Potenzial junger Menschen identifizieren und unterstützen. Wie sich im Vorgängerprojekt zeigte, gibt es weitaus mehr aktive Musikerinnen und Musiker im ländlichen Raum als erwartet. Dieses Potenzial zu stärken und sichtbar zu machen, ist Aufgabe von create music. Konkret gehören hierzu Coachings, Workshops, Festivals und Konferenzen, die gerade abseits der Ballungszentren neue Impulse für die Region schaffen sollen. Zwei feste Projektmitarbeiter, zwei Freiwillige im Sozialen Jahr Kultur und viele Freischaffende arbeiten daran, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Dazu Projektleiter Yao Houphouet: „Als übergeordnete Botschaft des Projekts kann festgehalten werden, dass wir dem ländlichen Raum gemeinsam einen Puls geben wollen. Im Laufe der Zeit wird das Projekt ein flächendeckendes Netzwerk in der Region Westfalen-Lippe aufbauen, das sowohl Akteure der Zielgruppe, also Bands und Musiker/-innen beinhaltet, aber auch beispielsweise Vertreter von Jugend- und Kulturzentren, Spielstätten sowie haupt- und ehrenamtliche Kulturakteure.“

Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln werden junge Musikerinnen und Musiker, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen, bis hin zu Bands mit einer semi-professionellen Ausrichtung in ihrer Entwicklung gefördert. Dies geschieht unter anderem über die Erschließung von Auftrittsmöglichkeiten, über die Initiierung beziehungsweise Unterstützung von Coaching- und Workshop-Angeboten sowie über Beratung, Vernetzung und Förderung beispielsweise in Bezug auf Fragen der Vermarktung. Auch bestehende Projekte, Festivals und Initiativen können gefördert werden, sofern dies im Sinne der Projektintention ist. Synergieeffekte mit anderen Netzwerken und Förderprojekten, die über die Region hinaus agieren, werden gesucht und erweitern das aufzubauende Netzwerk.

Die ehrgeizigen Ziele des jungen Projektteams wurden bereits in fünf Visionskonferenzen in den Kulturregionen Sauerland, Münsterland, Hellweg, Ostwestfalen und Südwestfalen unter Beweis gestellt. Teilnehmende Bands und Musiker konnten direkt vor Ort die Chance nutzen, sich aktiv in das Projekt einzubringen und mit dem Projektteam über Wünsche und Probleme diskutieren. Zudem wurden die Workshops zu Themen wie Selbstvermarktung, Neue Medien oder zur Produktion des ersten eigenen Musikvideos begeistert wahrgenommen. Bereits bei der ersten Konferenz gab es prominente Unterstützung: Staatssekretär Bernd Neuendorf (Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport NRW) eröffnete die Konferenz und überreichte den ersten create-music-Förderbrief an das Kinder- und Gauklerfest Attendorn. Auch im Fachbeirat des Projekts sind kompetente Partner vertreten: Jan Zimmer (Schlagzeuger der Band Luxuslärm) setzt sich ehrenamtlich für das Vorankommen junger Musiker/-innen aus dem ländlichen Raum ein.

Nach den ersten Konferenzen sollen die bisherigen Ergebnisse am 30.11.2013 bei „create & connect“ im Ringlokschuppen in Bielefeld kulminieren. Dort stehen tagsüber Workshops zu aktuellen Trends und Fragestellungen der Musikszene, ein Messeteil mit spannenden Ausstellern aus Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Austauschrunden mit den unterschiedlichsten Kulturakteuren auf dem Programm. Beispielhaft soll gezeigt werden, wie wichtig es ist, dass die Popularmusik-Szene sich stärker vernetzt und dass Nachwuchsmusikerinnen und -musiker direkt davon profitieren können. Wie lebendige Kooperationen zwischen Festivalveranstaltern, Club-Betreibern, Bands und Kommunen, zwischen Stadtfesten, freier Jugendszene und Behörden effektiv funktionieren können, wird in Bielefeld mit erfahrenen Szene-Experten diskutiert. Selbstverständlich stellt create music auch die eigenen Fördermöglichkeiten vor. Zudem finden am Abend des 30.11. Konzerte im Ringlokschuppen und in  anderen angesagten Orten in Bielefeld statt, die die Vielfalt populärer Musik aus dem Projektraum dokumentieren.

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