Den Klängen auf der Spur

Das Konzert „Klangspuren“ mit romantischer und zeitgenössischer Musik


(nmz) -
Wer halbwegs musikinteressiert ist, sollte sich die Konzertreihe „Klangspuren“ des Tonkünstlerverbandes Hochfranken fest in seinen Terminkalender eingetragen haben. Es hat sich in Hof zu einem Geheimtipp entwickelt, der höchsten Genuss garantiert. Das Konzert „Klangspuren“ am 22.10.12 im Haus der Musik wurde eröffnet von dem „Bartholdy-Klaviertrio“, besetzt mit Pauline Reguig (Violine), Alexey Shestiperov (Violoncello) und Yasuko Sugimoto (Klavier).
Ein Artikel von Renate von Hörsten

Wer halbwegs musikinteressiert ist, sollte sich die Konzertreihe „Klangspuren“ des Tonkünstlerverbandes Hochfranken fest in seinen Terminkalender eingetragen haben. Es hat sich in Hof zu einem Geheimtipp entwickelt, der höchsten Genuss garantiert. Das Konzert „Klangspuren“ am 22.10.12 im Haus der Musik wurde eröffnet von dem „Bartholdy-Klaviertrio“, besetzt mit Pauline Reguig (Violine), Alexey Shestiperov (Violoncello) und Yasuko Sugimoto (Klavier).

Die drei Musiker kennen sich aus ihrer Studienzeit in Rostock und studieren momentan bei dem renommierten Fauré Quartett an der Folkwang Musikhochschule in Essen. Beim ersten Satz des Trios op. 93 von J.N. Hummel war unüberhörbar, mit welchem Schwung sie das Werk gestalteten. Sie packten die zahlreichen Zuhörer mit dem jugendlichen Thema und dem warmen Timbre ihrer Instrumente, während Yasuko Sugimoto dem Klavier perlende Klangkaskaden entlockte. Dieses hochbrillante Werk zeigte viel von dem Können des Trios sowie des damals so berühmten J.N. Hummel. Es war ein Hochgenuss, die romantisch ausdrucksvollen und feinen Klangfarben des Zusammenspiels dieser Truppe zu entdecken. Rainer Streit (Tuba) spielte das Werk „Fnugg“, was soviel wie „a Fitzele“ (Kleinigkeit) heißt, von dem schwedischen Komponisten Oystein Baadsvik. Dreitönig begann das Werk, nach kurzer Zeit halfen die Füße in verschiedenen Rhythmen nach und endete mit gewaltigem Tubaklang und völliger Begeisterung der Zuhörer. Von G. Ligeti erklang „Hungarian Rock“ und „Passacaglia Ungharese“, gespielt auf dem Akkordeon von Harald Oeler (original für Cembalo); auch hier wiederkehrende Rhythmen sowie Ostinato Bässe. G. Ligeti entwickelte die sogenannte Klangflächenkomposition, ein Konzept, das auf den Einfluss der elektronischen Musik zurückgeht. Zugleich wendete er hier das Prinzip der Mikropolyphonie an, die auf einer Verflechtung vieler Stimmen auf engstem Raum basiert. Für Altflöte und zwei Gitarren erklang das 2001 komponierte Werk von Dietmar Ungerank, gespielt vom Komponisten selbst, Ewa Cyran (Gitarre) und Andrea Schlegel-Nolte. Die Musiker berührten schon im ersten Satz „Resignation“, die den Zuhörer eintauchen ließ in jene nachdenkliche Stimmung, um in den weiteren Sätzen „Ordnung“ und „Hoffnung“ beflügelt durch den wiederkehrenden Rhythmus tatsächlich hoffnungsvoll gestimmt zu sein. Nicht nur der Beginn, sondern auch der Schluss des Konzertes wurde von dem Trio „Bartholdy“ jugendlich und charmant gestaltet. Sie spielten das Klaviertrio a-Moll des etwas unbekannteren Romantikers Adolph v. Henselt – ein Stück zwischen volksliedhaftem Charakter und großer Dramatik. Das Trio packte auch hier den Zuhörer durch das kluge Analysieren der Harmonien und das daraus resultierende durchsichtige Musizieren. Berückend bei der Konzertreihe „Klangspuren“ ist das Konzept, romantisch- klassische und zeitgenössische Werke völlig unkompliziert einander gegenüberzustellen. Den Musikern dieses Konzerts war der begeisterte Applaus des Publikums sicher.

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