Der Gründer


(nmz) -

Bernhard Bosse wird achtzig Jahre alt. Anlass für den großen Rückblick – dieser findet sich auf der übernächsten Seite. In Wahrheit hat Bernhard Bosse nie zurückgeblickt. Immer nach vorn. Das entsprach seinem Temperament und seinem Verständnis von Kunst, von Musik. Als er nach dem Zweiten Weltkrieg den Gustav Bosse Verlag übernahm, trennte er sich kurz entschlossen von der Vergangenheit des Familienunternehmens. Er schloss sich der Jugend an, der „Musikalischen“, und stiftete ihr eine eigene Zeitung, die denselben Namen trug: „Musikalische Jugend“. Damals war Deutschlands musizierende Jugend gerade in die internationale Gemeinschaft der Jeunesses Musicales aufgenommen worden, ein Akt von hoher politischer Symbolkraft. Er signalisierte Versöhnung und: Zukunft. Eine Zeitlang konnte die Musik mit dieser Versöhnung leben. Die Zeit aber schritt weiter voran. Die Verhältnisse und damit die Menschen veränderten sich. Nicht immer zum Guten. In den frühen sechziger Jahren beklagten viele Fachleute und Orchesterleiter mit wachsender Sorge den fehlenden deutschen Musikernachwuchs. Dann öffnete sich der rettende Ausweg: Die Musikschulen wurden gegründet, der Wettbewerb “Jugend musiziert“ ins Leben gerufen. Die Musikpädagogik entwickelte neue, moderne Unterrichtsmodelle, die Musikalische Früherziehung erlangte ungeahnte Bedeutung.


Bernhard Bosse wird achtzig Jahre alt. Anlass für den großen Rückblick – dieser findet sich auf der übernächsten Seite. In Wahrheit hat Bernhard Bosse nie zurückgeblickt. Immer nach vorn. Das entsprach seinem Temperament und seinem Verständnis von Kunst, von Musik. Als er nach dem Zweiten Weltkrieg den Gustav Bosse Verlag übernahm, trennte er sich kurz entschlossen von der Vergangenheit des Familienunternehmens. Er schloss sich der Jugend an, der „Musikalischen“, und stiftete ihr eine eigene Zeitung, die denselben Namen trug: „Musikalische Jugend“. Damals war Deutschlands musizierende Jugend gerade in die internationale Gemeinschaft der Jeunesses Musicales aufgenommen worden, ein Akt von hoher politischer Symbolkraft. Er signalisierte Versöhnung und: Zukunft. Eine Zeitlang konnte die Musik mit dieser Versöhnung leben. Die Zeit aber schritt weiter voran. Die Verhältnisse und damit die Menschen veränderten sich. Nicht immer zum Guten. In den frühen sechziger Jahren beklagten viele Fachleute und Orchesterleiter mit wachsender Sorge den fehlenden deutschen Musikernachwuchs. Dann öffnete sich der rettende Ausweg: Die Musikschulen wurden gegründet, der Wettbewerb “Jugend musiziert“ ins Leben gerufen. Die Musikpädagogik entwickelte neue, moderne Unterrichtsmodelle, die Musikalische Früherziehung erlangte ungeahnte Bedeutung.Das alles wurde nicht nur von der Musik her gedacht, sondern zugleich als gesellschaftspolitische Aufgabe begriffen. Bernhard Bosse und sein Verlag waren in diese Prozesse auf ungewöhnlich intensive Weise integriert. Die „Musikalische Jugend“, die sich am Ende der 60er-Jahre den Namen „Neue Musikzeitung“ gab, weil ihr thematisches Spektrum weit über die ursprüngliche Idee hinausgewachsen war, avancierte zum Forum all dieser Aktivitäten. Sie berichtete, regte an, kritisierte, entwarf musikpädagogische Modelle, scheute nicht die Polemik, auch nicht die Konfrontation. Bernhard Bosse, der Verleger und Herausgeber der nmz, war in dieser bewegten Zeit auch ihr Chefredakteur, der führende Kopf der „Zukunftswerkstatt“ Gustav Bosse Verlag und neue musikzeitung. Die bei Bosse edierte „Musikalische Früherziehung“ errang Modellcharakter, die pädagogischen Reihen, die im Verlag erschienen, sind Standardwerke.

Als Bernhard Bosse sich in den unvermeidlichen, wie sagt man gern bei Leuten seines Schlages: Unruhestand versetzte, durfte er beruhigt der Zukunft seiner Unternehmungen entgegen sehen. Er wusste, dass die langjährigen Gefährten seines unternehmerischen Weges, der Freund Eckart Rohlfs, Theo Geißler als sein Nachfolger in der Leitung des Verlages, der sich jetzt ConBrio Verlag nennt, und Gerhard Rohde, gemeinsam mit Theo Geißler Chefredakteur der nmz, in dieselbe Richtung wie er selbst blicken: Immer in die Zukunft.

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