Dreimal schwarzer Kater

Ferchows Fenstersturz 2017/11


(nmz) -
Keine Ahnung, wo Sie 1998 waren, aber ich habe die Gründung der Girlie- Band „Atomic Kitten“ hautnah miterlebt. Drei Schnepfen in High Heels mit aufgeklebtem Lächeln. Dazu ein Beautycase, dessen Wert selbst in der Quersumme den IQ der drei Mietzen locker übertrumpfte. Nach zwei Hits (u.a. Whole again) war die Katzenklappe jedoch dicht. Nun ist die Kohle der verkauften Platten futsch. Dafür fährt die Fußpflegerin der drei einen Lamborghini.
Ein Artikel von Sven Ferchow

Also. Comebackkonzert. Aber nicht im heimischen Liverpool beim „Guy Fawkes“- Feuer des nachbarlichen Bierkutschers, sondern in Dubai. Denn die lackierten Zehennägel wollen es warm haben. Immerhin. 21 Zuhörer, angeblich auch oben genannte Hufschmiedin, waren in Dubai, um „Atomic Kitten“ schnurren zu hören. Die anderen 20 wurden nach Vermittlung von Franz Beckenbauer aus Katar geliefert. Weil, äh, die WM-Stadien ja fast fertig sind und der Sklave an sich ja auch einmal raus muss. Selbstverständlich brüllen Sie jetzt laut „REINFALL“. Gilt aber nicht. Denn wo „Atomic Kitten“ drauf steht, ist nicht zwingend „Atomic Kitten“ drin. Hä? Nun, die drei Damen mit dem goldenen Katzenklo waren sich zu fein, selbst in Dubai aufzuschlagen.

Eine hatte zu lange am Nagellack geschnüffelt oder Flugangst, die andere soll nach einem Auftritt in Indien krank beziehungsweise unauffindbar sein. Letzteres führen Insider übrigens auf ein Schild in einer indischen Kneipe zurück, das versprach: „Toiletten am Ende des Ganges“. Von der Dritten ist gar nichts bekannt. Manchmal ertrinkt man eben jämmerlich beim Floaten in der Salzlake. Stattdessen schickten die echten „Atomic Kitten“ drei unbekannte Ersatzkatzen. Sorry! Wer macht denn sowas? In der Nacht sind zwar alles Katzen grau, aber so war das sicher nicht gemeint. Mal ehrlich, liebe Männer. Sie kennen das doch auch, vom Escort- Service, nicht wahr? Wenn wir Emanuelle gebucht haben, wollen wir auch Emanuelle. Nicht Monique. Und wenn ich für Stefan Mross zahle, möchte ich ihn sehen. Und nicht den Speichelpuster vom örtlichen Neujahrsanblasen.

Oder. Stellen Sie sich vor, Ihr Gemahl hat sich an Sie erinnert und Ihnen ein Lang-Lang-Konzert in der modernden Elbphilharmonie spendiert. Doch der schickt die örtliche Klavierwumme mit Dutt, Gerte und dunkelbraunem Wadenrock, um dem Steinway mal richtig die Sporen zu geben. Skandalös, oder? Noch besser. Sie haben Ex-Vorzeigeschwiegersohn David Garrett als Stehgeiger für ein Kerzenlichtessen im Sozialbau gebucht, doch stattdessen rülpst Ihnen Nigel Kennedy entgegen. JA. Sie lesen richtig. David Garrett geht es schlecht. Dann kommt das dicke Ende. Die Aushilfskünstler ziehen ihren Auftritt durch.

Die falschen Kätzchen singen „Whole again“. Kennedy fidelt den Garrett. Die Amigos schunkeln als Wildecker Herzbuben. Und Grönemeyer nuschelt den Lindenberg. Nicht, dass er das nicht könnte. Aber wo soll das hinführen? Nun. Eine Katze hat neun Leben. Schön. Ich will mein Geld zurück. Trotzdem.

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