DVD-Tipps 2013/09

Wagner – Die Richard Wagner Story. Filmjuwelen


(nmz) -
Unter dem merkwürdigen Titel „Wagner – Die Richard Wagner Story“ ist rechtzeitig zum Wagner-Jahr zum ers­ten Mal ein Film auf DVD erschienen, der ein interessantes Artefakt ist.
Ein Artikel von Viktor Rotthaler

Unter dem Titel „Magic Fire“ kennen ihn die Amerikaner, bei uns ist er 1955 als „Frauen um Richard Wagner“ ins Kino gekommen. „Wagner“ war nicht das erste Biopic über das antisemitische „Opern-Genie“ gewesen. Schon 1913, zum 100. Geburtstag des Meisters, hatte es einen Stummfilm gegeben, zu dem Giuseppe Becce die Kinomusik komponiert hat und der ebenfalls bald auf DVD erhältlich sein wird. Einer, der bereits 1929 Wagners großen Mäzen Ludwig II. verkörpert hat und bereits 1930 Deutschland verlassen hatte, hat „Magic Fire“ für „Republic Pictures“ (deren Star John Wayne war) inszeniert: Wilhelm Dieterle. In den dreißiger Jahren war er bei Warner Bros. der Mann für die großen Filmbio­grafien gewesen.

Vom „Kini“ war Dieterle seit seiner Kindheit fasziniert gewesen, und so hatte er sich mit diesem Film einen Wunsch erfüllt. Er durfte in Bayreuth filmen, die Innenaufnahmen entstanden in den Bavaria Studios. Gedreht wurde auf Englisch. Alan Badel spielt den Wagner, Peter Cushing den Wesendonck. Und die Frauen? Yvonne­ De Carlo, die spätere Lily Munster!, verkörpert Minna Planer und Valentina Cortese ist Mathilde Wesendonck. Cosima Liszt schließlich wird von Rita Gam gespielt. Ein recht seltsames Ensemble, das den Film, der, man muss es sagen, nicht zu den Meisterwerken Dieterles zählt, prägt. Und dann ist da noch Erich Wolfgang Korngold, dessen letzte Filmarbeit das werden sollte. Als jüdischer Komponist war er 1938 vor dem „Anschluss“ ins Hollywood-Exil geflüchtet. Dort hatte er im Sinne Wagners das Golden Age der Filmmusik geprägt. Und nun durfte er die Musik Wagners für das Kino selbst bearbeiten. Im Film taucht er auch kurz auf, natürlich als Dirigent.

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